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Lengede/Vechelde/Wendeburg Tennet-Stromtrasse: Genehmigung für nördlichen Abschnitt liegt vor
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Tennet-Stromtrasse: Genehmigung für nördlichen Abschnitt liegt vor
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14:12 27.06.2019
Bauarbeiten für Höchstspannungs-Erdkabel.
Bauarbeiten für Höchstspannungs-Erdkabel. Quelle: Tennet
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Wahle

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Genehmigung für den nördlichen Teilabschnitt der insgesamt 230 Kilometer langen Drehstromleitung Wahle-Mecklar erhalten. Er führt im Landkreis Peine durch die Gemeinden Vechelde, Ilsede und Lengede. Damit wurde auch der derzeit längste Drehstrom-Erdkabelabschnitt im Höchstspannungsbereich in Deutschland genehmigt.

Abschnitt ist 59 Kilometer lang

Mit dem Planfeststellungsbeschluss hat Tennet als verantwortlicher Netzbetreiber und Bauträger die offizielle Baugenehmigung für den insgesamt rund 59 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Umspannwerk Wahle und dem Umspannwerk Lamspringe (Kreis Hildesheim) erhalten. Der Planfeststellungsbeschluss erging Ende Mai und wird mit den Planunterlagen vom 4. bis einschließlich 17. Juli in den Kommunen entlang des Abschnitts zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt.

Windstrom nach Süden transportieren

„Die Genehmigung ist ein weiterer wichtiger Meilenstein, um auch in Zukunft die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den norddeutschen Windstrom Richtung Süden zu transportieren. Denn nur wenn es gelingt, das Stromnetz schnell auszubauen und für die künftigen Herausforderungen fit zu machen, wird die Energiewende gelingen. Die Leitung von Wahle nach Mecklar ist ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens.

Die Verbindung soll das bestehende Stromnetz entlasten und die regionale Stromversorgung in Südniedersachsen und Nordhessen nachhaltig stabilisieren.

Streckenverlauf steht fest

Mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschlusses ist nun der genaue Verlauf der Leitung, die zu einem Großteil als Freileitung realisiert wird, aber auch Deutschlands längste Erdkabel-Pilotstrecke in der Höchstspannungsebene (380 Kilovolt) enthält, festgelegt.

Auf einer Länge von rund 13 Kilometern wird die Leitung zwischen den Ortschaften Lesse (Stadt Salzgitter) und Holle (Landkreis Hildesheim) im Boden verlegt. Dies gilt als Pilotprojekt. Die Kosten liegen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Da die Kabeltrasse aus zwei Gräben mit jeweils sechs einzelnen Kabelsträngen besteht, produzieren die Firmen Südkabel und NKT für den 13 Kilometer langen Abschnitt insgesamt 156 Kilometer Erdkabel.

Beeindruckende Zahlen

Transportiert werden die bis zu 1300 Meter langen Kabelstränge auf insgesamt 144 Kabeltrommeln mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen und einem Trommeldurchmesser von bis zu 4,5 Metern. Der Transport erfolgt vom jeweiligen Werk zunächst per Binnenschiff zu den Häfen Salzgitter und Hildesheim. Von dort geht es dann auf dem Landweg bis zur Baustelle.

Die Produktionsdauer beträgt voraussichtlich rund acht Monate. Für die anschließende Verlegung und Montage der Erdkabel werden weitere acht Monate benötigt. Die Verlegung wird in mehreren Etappen erfolgen und startet voraussichtlich im Frühjahr 2020.

Wenig Erfahrung mit Drehstromerdkabeln

Die Kabeltrasse ist ein Pilotprojekt, um die Teilerdverkabelung im Drehstrombereich zu erproben. Anders als bei der Gleichstromübertragung gibt es in Deutschland bislang nur wenige Erfahrungen mit Drehstromerdkabeln im Höchstspannungsbereich. Möglich wurde der Erdkabelabschnitt im nördlichen Bereich der Leitung durch die Änderung des „Energieleitungsausbaugesetz“ im Dezember 2015, das eine zusätzliche Erdkabelstrecke zwischen den Umspannwerken Wahle und Lamspringe erlaubt.

Von Kerstin Wosnitza