Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Lengede/Vechelde/Wendeburg „Stolperstein“ erinnert an NS-Euthanasie-Opfer Otto Flügel
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg „Stolperstein“ erinnert an NS-Euthanasie-Opfer Otto Flügel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 10.05.2019
Flügels Enkel Burghard Behme und Flügels Ur-Ur-Enkelin. Quelle: ulrich jaschek
Klein Lafferde

Der Klein Lafferder Otto Flügel wurde 1941 im Rahmen der Euthanasie-Morde der Nationalsozialisten getötet. Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung verlegte der Künstler Gunter Demnig einen sogenannten Stolperstein vor Flügels früherem Wohnhaus.

„Ich wollte dafür sorgen, dass mein Großvater seine Würde zurückbekommt.“ Burghard Behme, 1947 geborener Enkel Flügels, hat dafür beinahe zehn Jahre aufgewendet. Bereits in jungen Jahren sei ihm aufgefallen, dass in seiner Familie nicht über Großvater Otto geredet wurde. Allein sein Aufenthalt in einer Krankenanstalt in Hildesheim sei bekannt gewesen, weitere Nachfragen waren tabu.

Nach und nach habe er durch hartnäckige Nachforschungen das Schicksal seines Großvaters aufklären können, dessen Leiden durch die öffentliche Installation eines Stolpersteines des Kölner Künstlers Gunter Demnig vor dem einstigen Wohnhaus der Flügels in Klein Lafferde gedacht wurde.

Vortrag im Peiner Kreismuseum

Tags zuvor hatte Dr. Jens Binner vom Kreisheimatbund Peine im voll besetzten Kreismuseum in einem Vortrag die speziellen Methoden der nationalsozialistischen Mordmaschinerie speziell an kranken und behinderten Menschen mit dem persönlichen Schicksal des 1899 geborenen Otto Flügels kombiniert: Gerne wäre Flügel als hervorragender Schüler einst gerne Lehrer geworden, musste aber aus finanziellen Gründen eine Schlachterlehre habe antreten.

In Gendenken an Otto Flügel wurde in Klein Lafferde ein Gedenkstein verlegt. Tags zuvor hielt Dr. Jens Binner im Kreismuseum einen Vortrag zu Flügel und den Euthanasie-Morden.

1918 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Sowohl die Erlebnisse dort als auch den folgenden sozialen Abstieg habe er nicht verkraftet und geriet schließlich als psychisch Kranker in die Mühlen der staatlichen Vernichtungsbürokratie. Mit 38 Leidensgenossen starb er am 12. Mai 1941 qualvoll in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.

Thema historisch noch nicht aufgeklärt

Ein Schicksal, das sich auch während der Stolperstein-Verlegung wie ein kalter Nebel über die Gedenkveranstaltung legte. Denn wenn selbst die Stimmen rhetorisch höchst geübte Rednerinnen und Redner wie Gemeinde-Bürgermeisterin Maren Wegener, Ortsbürgermeisterin Gerlinde Perschall oder Pastor Berend Kleingeist beim öffentlichen Gedenken an Otto Flügel und ihren Warnungen vor der Zukunft brüchig werden, ist dies wohl ein untrügliches Zeichen für deren emotionale Betroffenheit über ein Thema, das historisch noch längst nicht als aufgeklärt gilt.

IGS-Schüler: Ergebnisse aus Arbeitsgruppe

Auf Betreiben von Peter Baumeister vom Bund der Antifaschisten hatte sich auch der 9. Jahrgang der IGS Lengede, darunter Flügels Ur-Ur-Enkelin, mit dem Thema beschäftigt. Die Schüler präsentierten die beachtlichen Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe zum Thema der deutschen Vergangenheit von 1933 bis 1945 im Rahmen des Faches „Gesellschaftslehre“ und schmückten spontan nach Abschluss der Gedenkfeier den Stolperstein mit roten Rosen.

Von Ulrich Jaschek

Ein Unbekannter Autofahrer hat am Bodenstedter Weg in Lengede einen VW Beetle beschädigt. Die Polizei sucht Zeugen.

07.05.2019

Ein Weißstorch wurde in Wendeburg vermutlich bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Er konnte nicht gerettet werden, wohl aber identifiziert und einem Nest zugeordnet. Nun werden die Eier im Artenschutzzentrum ausgebrütet.

06.05.2019

Auch in Woltwiesche steht an der Grundschule demnächst die Fahrradprüfung an. Die Fuhsebiker halfen den Kindern am Samstag dabei, die Fahrräder dafür flott zu machen.

06.05.2019