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Lengede/Vechelde/Wendeburg Elisa (7) braucht einen Epilepsie-Warnhund: Fantastische Unterstützung
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Elisa (7) braucht einen Epilepsie-Warnhund: Fantastische Unterstützung
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10:19 08.12.2019
Assistenzhund Josy soll schon vorher anzeigen, wenn sich bei Elisa ein epileptischer Anfall ankündigt. Dafür wird die Hündin zurzeit ausgebildet. Quelle: Kerstin Wosnitza
Meerdorf

Die junge Meerdorferin Elisa ist sieben Jahre alt und leidet an einer sehr seltenen Form von Epilepsie. Die Anfälle treten völlig unverhofft auf und können lebensgefährlich verlaufen. Das belastet die ganze Familie sehr. Große Hoffnung setzen nun alle auf Assistenzhund Josy, der derzeit speziell für Elisa ausgebildet wird und im Idealfall epileptische Anfälle im Voraus anzeigen kann. Die Anschaffung und Ausbildung des Hundes ist so teuer, dass die Familie um Spenden gebeten hat. Die erforderliche Summe ist in kurzer Zeit zusammengekommen.

Bis zu acht Anfälle pro Tag

„Den ersten Anfall hatte Elisa im Alter von vier Monaten“, sagt ihre Mutter Nele Hinzmann. Die Krankheit sei sehr schwer zu therapieren und verlaufe völlig unvorhersehbar. „Es gibt Phasen mit bis zu acht Anfällen pro Tag, dann wieder ist monatelang Ruhe“, berichtet die Mutter. Die Anfälle kämen ohne Vorboten und seien durch Medikamente nicht zu verhindern. „Elisa stürzt aus heiterem Himmel einfach hin“, beschreibt sie die belastende Situation.

Die Eltern wagen es nicht, ihr Kind aus den Augen zu lassen. Per Kamera überwachen sie Elisa, wenn sie in ihrem Zimmer spielt. Nachts versuchen sie, nicht so fest zu schlafen. Und in der Schule hat die Siebenjährige eine Schulbegleiterin.

Elisa trägt einen Helm, um den Kopf zu schützen

Die Anfälle können lebensbedrohlich sein und bleibende Schädigungen des Gehirns verursachen. Dazu kommt die Unfallgefahr, so dass Elisa einen speziellen Helm trägt, um den Kopf zu schützen. Gemeinsam mit der behandelnden Ärztin sei man zu dem Schluss gekommen, dass ein speziell ausgebildeter Assistenzhund große Entlastung für alle Beteiligten bringen kann. Inzwischen ist mit der Labradorhündin Josy bereits ein passendes Tier für Elisa gefunden worden, und das Training läuft.

Hunde sind so sensibel, dass sie Anfälle im Vorfeld bemerken können. Durch die rechtzeitige Gabe eines Notfallmedikaments könnten die Anfälle dann sogar verhindert werden. „Josy sagt Mama und Papa dann Bescheid, und sie können die Kamera aus meinem Zimmer nehmen, weil ich ja dort nicht mehr allein bin“, sagt Elisa, die unter ihrer Krankheit sehr leidet. Sie hat erst sehr spät krabbeln, laufen und sprechen gelernt. „Aber trotz aller Anfälle, der Einschränkungen und der Nebenwirkungen der starken Medikamente hat sie es gelernt“, freuen sich die Eltern.

Alles dreht sich um Elisa

Möglich war das dank zahlreicher Therapien und Fördermaßnahmen. Dennoch muss die Familie ihr komplettes Leben auf Elisas Bedürfnisse einstellen. Für die beiden Schwestern Charlotte (9) und Johanna (3) sind die ständige Angst, die vielen Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und die Sonderrolle, die Elisa unvermeidlich einnimmt, eine ständige Belastung.

Die Eltern versprechen sich von dem Hund eine Menge: Er soll Anfälle anzeigen – im Idealfall schon im Vorfeld. Aber er soll Elisa auch dabei unterstützen, Gefahrensituationen zu erkennen und sie im psychosozialen Bereich stärken und stabilisieren sowie einiges mehr. Und nicht zu unterschätzen: Er soll ein treuer Begleiter sein, der sie bedingungslos liebt, so wie sie eben ist.

Krankenkasse übernimmt keine Kosten

Trotz ärztlicher Verordnung hat die Krankenkasse die Kostenübernahme abgelehnt. Weil die Familie die Summe von 26 000 Euro, die die Anschaffung und die Ausbildung des Hundes kosten, allein nicht aufbringen kann, hat sie eine Spendensammlung initiiert. „Es ist uns nicht leicht gefallen, an die Öffentlichkeit zu gehen und andere Menschen um Geld zu bitten“, sagen die Eltern.

Überwältigende Resonanz auf Spendenaufruf

Umso überwältigter seien sie von der Resonanz gewesen: „Wir haben ganz viel Bestätigung für diesen Schritt bekommen. Bekannte haben uns geholfen, Flyer zu verteilen, und die ersten Spendenzusagen ließen auch nicht lange auf sich warten. Vielen Dank an all die Menschen, die sich so für Elisa und uns einsetzen. Das gibt uns ganz viel Kraft“, berichtet Nele Hinzmann überwältigt.

In nur vier Wochen ist die komplette Summe zusammengekommen. Bereits geplante Aktionen, die so schnell nicht mehr zu stoppen sind, werden eine weitere Finanzierung von Teamschulungen, Ausstattung und Futter ermöglichen.

Für Lindas Hund fehlt noch Geld

Bereits vor einiger Zeit hat die PAZ über die achtjährige Linda aus Groß Bülten berichtet, die ebenfalls wegen gesundheitlicher Einschränkungen einen Assistenzhund benötigt. Die Familie freut sich weiterhin über Unterstützung, damit auch Linda bald die gute Nachricht erreicht, dass das notwendige Geld zusammengekommen ist. Direkte Spenden sind möglich an: Servicehundezentrum, Ostsee Sparkasse Rostock, IBAN DE 69 1305 0000 0201 0584 80, BIC NOLADE21ROS, Verwendungszweck: Assistenzhund für Linda. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Von Kerstin Wosnitza

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