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Lengede/Vechelde/Wendeburg Herbert Giffei tritt aus dem Ehrenamt zurück
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Herbert Giffei tritt aus dem Ehrenamt zurück
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08:00 17.08.2018
Herbert Giffei hat beim SV Viktoria Woltwiesche symbolisch den Generalschlüssel an den Vorsitzenden abgegeben. Quelle: Michael Kramer
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Woltwiesche

Giffei war seit seinem dreizehnten Lebensjahr begeisterter Fußballer in der Knabenmannschaft des SV Viktoria Woltwiesche. Er schaffte es sogar bis zum legendären Vorspiel um die deutsche Meisterschaft in Gelsenkirchen. Sein damaliger Trainer war Pastor Hermann Schick.

Er unterhielt mit seiner Fußball-Elf etwa 40 000 Zuschauer auf dem Fußballplatz. Giffei spielte zu der Zeit im Sturm, „denn die Frauen haben Torschützen mehr zugejubelt als den Verteidigern“, erinnert sich der 83-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln an seine goldene Zeit zurück.

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Zwei Schicksalsschläge

1954 kam es dann zum ersten großen Schockmoment Giffeis. Er hatte sich während eines Gewitters an einem Stahlseil am Rand des Sportplatzes festgehalten und wurde von einem Blitz getroffen. Der Vorfall hätte tödlich enden können, Giffei hatte aber Glück und überlebte ihn knapp.

Weit verehrender war ein schwerer Autounfall, in den Giffei 1959 verwickelt war. Es blieben ein gelähmter Arm sowie eine starke Gehbehinderung zurück – ein Horror-Szenario für den passionierten Stürmer. „Wenn ich meinen Kumpels beim Samstagspiel zugeschaut habe, bin ich in der Halbzeit nach Hause gegangen und hab’ geheult“, sagt er.

Glücklicherweise habe ihm eine gute Bekannte einst zum Tanzen überredet, wodurch sein Lebenswillen wieder geweckt werden konnte. Danach konnte sich Giffei wieder dem Fußballverein zuwenden.

Viele verschiedene Aufgaben übernommen

Er wurde Trainer der 1. Herren (1964 bis 1969), war ein Jahr Vereinsvorsitzender (1969), Jugendleiter Fußball (1978 bis 2003) und Abteilungsleiter Fußball (1990 bis 2005). Überdies arbeitete er auch immer im Vorstand.

Seit 1965 hat er in schöner Blockschrift die Ankündigungsplakate für die Heimspiele geschrieben, in die Schaukästen gehängt und in die örtlichen Geschäfte gebracht. Ab 1991 war Giffei dann das „Mädchen für alles“.

Er kreidete das Spielfeld, mähte und sprengte den Rasen, sammelte Müll vom Gelände, sorgte für Pausengetränke in den Kabinen, grillte in der Bratwurstbude und war sogar Stadionsprecher.

Wesentliches Symbol für sein ehrenamtliches Engagement war der Generalschlüsselbund. Es war für Giffei der Zugang zum Platz, ins Sportheim, in die Turnhalle, zum Geschäftszimmer, zu den Garagen und zu allen Schaukästen im Ort.

Inzwischen hat Herbert Giffei nach 65 Jahren Leben für Viktoria, den Schlüssel an den Vorsitzenden Ulrich Wegener abgegeben. Er möchte aber weiterhin seine Fußballmannschaft anfeuern – allerdings von der Tribüne aus.

Von der Redaktion