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Lengede/Vechelde/Wendeburg Feuerwehr rettet Menschenleben
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Feuerwehr rettet Menschenleben
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18:39 14.07.2019
Ein Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Wedtlenstedt verfügt seit einiger Zeit über einen Defibrillator. Ein grüner Aufkleber weist darauf hin. Quelle: Feuerwehr Wedtlenstedt
Wedtlenstedt

Diesen Einsatz werden die betroffenen Feuerwehrleute so schnell nicht vergessen: Gerufen worden waren sie zu einem Heckenbrand. Doch der wurde schnell zur Nebensache: An der Einsatzstelle fanden sie einen nicht ansprechbaren Mann vor. Zum Glück war eines der Fahrzeuge mit einem Defibrillator ausgestattet. Mit dessen Hilfe holten die Kameraden den Mann zurück ins Leben.

Mehrere Wehren ausgerückt

Am Dienstag, 9. Juni, um 17.20 Uhr wurde der Integrierten Regionalleitstelle in Braunschweig ein Heckenbrand in Wedtlenstedt gemeldet. Weil die brennende Hecke nah an einem Gebäude stand, hat die Leitstelle mit dem Stichwort „Feuer 2 – brennt Hecke am Gebäude“ alarmiert. „Daraufhin sind neben der Ortsfeuerwehr Wedtlenstedt auch die Wehren Denstorf/Klein Gleidingen, Vechelade, Groß Gleidingen, Sonnenberg und Vechelde/Wahle ausgerückt.

Ebenfalls alarmiert wurde ein Rettungswagen. „Da in der Rettungswache in Vechelde zunächst keiner verfügbar war, musste ein in der Hauptfeuerwache Braunschweig stationierter Rettungswagen in Marsch gesetzt werden“, berichtet Wedtlenstedts Ortsbrandmeister Stefan Alt.

Leblosen Mann entdeckt

Schon sechs Minuten nach der Alarmauslösung war die Ortsfeuerwehr Wedtlenstedt am Einsatzort. „Dort haben die Einsatzkräfte direkt neben der noch kokelnden Hecke eine nicht ansprechbare männliche Person vorgefunden“, sagt Alt. Sofort sei mit der Herz-Druckmassaeg begonnen und der erst vor einigen Monaten von der Björn-Steiger-Stiftung gespendete und auf dem Tragkraftspritzenfahrzeug mitgeführte so genannte automatisierte externe Defibrillator (AED) eingesetzt worden. Zudem wurde ein Notarzt nachgefordert.

Reanimation war erfolgreich

Die Reanimationsmaßnahme mit dem AED hatte Erfolg: Mittels Elektroschock wurde der Herzrhythmus des Patienten wieder normalisiert. „Der Besatzung des Rettungswagens und dem wenig später vom Rettungshubschrauber Christoph 30 eingeflogenen Notarzt konnte ein ins Leben zurückgeholter Patient übergeben werden“, sagt Alt erleichtert. Der Patient wurde vom Personal des Rettungsdienstes und dem Arzt weiter stabilisiert und in ein Krankenhaus transportiert.

„Bei dieser Aktion wurde der Heckenbrand zur Nebensache. Die brennende Hecke war bereits mit einem Gartenschlauch gelöscht worden, so dass die zusätzlich alarmierten Ortswehren nicht mehr eingreifen mussten“, erklärt Alt.

Anschaffung hat sich gelohnt

Hoch erfreut seien die Wedtlenstedter Einsatzkräfte, dass schon wenige Monate nach der Übernahme des AED damit ein Leben gerettet werden konnte. „Eigentlich müsste an jeder Straßenecke ein solches Gerät verfügbar sein“, resümiert der Ortsbrandmeister.

Bedienung ist kinderleicht

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED, auch Laiendefibrillator oder Laiendefi genannt) ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstößen. Im Gegensatz zu ähnlichen Geräten, die bei Rettungsdiensten oder in Kliniken eingesetzt werden, sind AEDs wegen ihrer Bau- und Funktionsweise besonders für die Erste Hilfe durch Laienhelfer geeignet.

Nach einem plötzlichen Herzstillstand ist die sofortige Wiederbelebung von entscheidender Bedeutung. Ein Defibrillator kann Leben retten. In ländlichen Gebieten gibt es diese Geräte jedoch kaum. Quelle: Archiv

Die Bedienung ist kinderleicht. Ein einfacher Druck auf die Ein-/Austaste genügt, und der Anwender wird durch klare Sprachanweisungen des Gerätes durch die Reanimationsschritte geleitet. Damit können im Ernstfall alle nötigen Schritte problemlos und fehlerfrei vollzogen werden.

Schnelle Hilfe rettet Leben

Allein in Deutschland sterben jährlich über 100 000 Menschen am plötzlichen Herztod, in den meisten Fällen ohne vorherige Warnzeichen. Der plötzliche Herztod ist außerhalb von Krankenhäusern heutzutage die häufigste Todesursache. Der Tod wird hierbei durch das sogenannte Kammerflimmern verursacht, das zu einem sofortigen Herz-Kreislauf-Stillstand führt. Die Überlebenschance der Betroffenen sinkt mit jeder Minute, die ohne Frühdefibrillation verstreicht, um 10 Prozent.

Installation an öffentlichen Orten

Deshalb soll das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Herzpatienten durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation verkürzt werden. Aus diesem Grund werben seit 2001 alle namhaften Hilfsorganisationen für den Einsatz von AEDs auch im öffentlichen Umfeld und deren Installation zum Beispiel auf Bahnhöfen, Flughäfen oder in Sportstätten.

Grünes Hinweisschild

Kenntlich gemacht werden sie durch ein grünes Hinweisschild mit einem weißen Herzen mit grünem Blitz in der Bildmitte und einem Sanitäts-Kreuz am rechten oberen Bildrand.

Hinweisschild AED Quelle: privat

Seit 2011 wird in jeden Erste-Hilfe-Kurs auch ein AED vorgestellt und erklärt. Der Einsatz eines AED durch Laien im Rahmen der Ersten Hilfe ist rechtlich unbedenklich. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, findet im Internet dazu mehrere Lehrfilme.

Von Kerstin Wosnitza

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