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Lengede/Vechelde/Wendeburg Ein langer Fußmarsch für den Frieden
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Ein langer Fußmarsch für den Frieden
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21:00 15.08.2018
Eine Station auf dem Weg von Helmut Eichmann (r.): Das Ehrenmal im Vechelder Schlosspark. Dort legte der 68-Jährige zusammen mit Bürgermeister Ralf Werner Blumen nieder. Quelle: Mirja Polreich / privat
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Vechelde

Dort legte Eichmann, der seit 1992 Vorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bad Pyrmont ist, zusammen mit Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner (SPD) einen Blumenstrauß am Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Schlosspark nieder.

„Ich organisiere seit Jahren den Volkstrauertag und habe erlebt, dass die Besucherzahlen stetig zurückgegangen sind“, schildert Eichmann. Um wieder mehr Aufmerksamkeit für den Gedenktag der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft zu erlangen, lud er etwa einen türkischen Imam dazu ein.

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Später folgten russische Gäste aus der Stadt Chimki nahe Moskau, Eichmann seinerseits wurde daraufhin nach Chimki eingeladen, wurde vom Bürgermeister empfangen und durfte im russischen Fernsehen sprechen.

Eichmanns Aktionen zeigen erste Erfolge

„Es gab natürlich Diskussionen darüber, aber letztlich sind die Teilnehmerzahlen am Volkstrauertag wieder gestiegen“, freut sich der Bad Pyrmonter.

Doch trotz des Erfolgs war Eichmann noch nicht zufrieden: „Letztes Jahr habe ich gedacht, das reicht nicht aus.“ Und so lief er kurzerhand von Bad Pyrmont in die Partnerstadt Heemstede in den Niederlanden. „Ich wurde dort nach 19 Tagen Wanderung empfangen. Die Aktion hat unserer Partnerschaft neuen Auftrieb gegeben“, ist der Diplom-Handelslehrer im Ruhestand überzeugt.

Nun ist er rund 380 Kilometer zu Fuß unterwegs – sein Ziel ist das russisch-orthodoxe Kloster Götschendorf in der brandenburgischen Uckermark. „Es wurde unter großem Aufwand vom Kreml aufgebaut“, erzählt er. Deshalb habe er die Hoffnung, dass man von seiner Aktion auch in Moskau hört.

Menschen zeigen sich an Marsch interessiert

Ein Viertel der Reise hat er bereits hinter sich, bei glühender Hitze. „Ich versuche, viel zu trinken, ich halte das durch“, sagt Eichmann, der am Tag auch schon mal 33 Kilometer zurücklegt. Die Gemeinden, die er auf seinem Weg besucht, sorgen für Übernachtungsmöglichkeiten. „Manchmal gibt es auch kleine Feiern, Musik und Reden“, so Eichmann. „Ich werde überall sehr freundlich von den Menschen aufgenommen.“

Mit seinem Marsch will Eichmann darauf aufmerksam machen, wie wichtig Frieden ist: „Ich halte die Situation zurzeit für brandgefährlich. Es gibt viele kleine Konflikte, die sich um die Supermächte USA und Russland drehen. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es auch eine lange Friedenszeit, 1914 war ein strahlender Sommer. Niemand ahnte, dass der Erste Weltkrieg bevorsteht.“ Es sei daher wichtig, die Kontakte zu den Nachbarländern zu verstärken und in Gesprächen miteinander Vorurteile abzubauen.

Von Mirja Polreich