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Lengede/Vechelde/Wendeburg Kita auf Mathilde? CDU, FDP und Grüne sind dagegen
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Kita auf Mathilde? CDU, FDP und Grüne sind dagegen
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00:20 22.12.2018
Das alte Verwaltungsgebäude auf dem Gelände des ehemaligen Schachts Mathilde soll für 1,6 Millionen Euro zur Kindertagesstätte umgebaut werden.
Das alte Verwaltungsgebäude auf dem Gelände des ehemaligen Schachts Mathilde soll für 1,6 Millionen Euro zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Quelle: Archiv
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Lengede

Die CDU/FDP-Gruppe wie auch der Grünen-Ratsherr Dr. Bernd Hauck lehnten das Projekt ab, das mit den Stimmen der SPD-Mehrheit dennoch umgesetzt wird.

„Wir haben im Sommer noch mit viel Bauchschmerzen zugestimmt“, sagte CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Kramer im Gespräch mit der PAZ. Denn schon damals habe man den Standort – mitten im Lengeder Gewerbegebiet – als nicht optimal für eine solche Einrichtung erachtet.

Wall aus Lärmschutzgründen nötig

Nun habe ein eigens erstelltes Schallgutachten ergeben, dass die Kita aus Lärmschutzgründen hinter Wall und Mauer abzuschirmen sei. Bestimmte Fenster dürften zu bestimmten Zeiten nicht geöffnet werden, eine Klimaanlage sei daher notwendig. „All das“, so Kramer, „führt zu zusätzlichen Kosten von 200 000 bis 300 000 Euro.“ Bisher sind für den Umbau 1,6 Millionen Euro angesetzt.

Nach Meinung der CDU/FDP-Gruppe sei eine andere Fläche mitten im Ort zwischen IGS, Turnerbundheim und gerade entstehendem Altenheim besser für eine neue Kita geeignet gewesen. „Wir haben hierfür vor einigen Wochen einen Antrag eingebracht, als der Investor abgesprungen war“, so der Fraktionschef. Aber die SPD habe diesen Vorschlag abgelehnt und so sei die Fläche schließlich an einen anderen Investor gegangen, der dort nun Wohnungen errichtet.

„Entscheidend ist bei der Kita die Lebensqualität“, betont Kramer. „Kinder hinter einem Wall – das ist doch nichts.“ Aus diesen Gründen habe die Opposition die Pläne abgelehnt.

Hauck ist für Bau einer weiteren Kita

Auch der Grünen-Ratsherr Dr. Bernd Hauck ist gegen den Standort, wohl aber für den Bau einer weiteren Kita. „Die Einrichtung ist in der Peripherie gelegen und nicht zentrumsnah“, kritisiert er. Dadurch würde unnötiger Autoverkehr provoziert und Eltern ohne eigenes Auto müssten ihre Kinder umständlich in die Einrichtung bringen. „Ich möchte keine Drive-In-Tagesstätte“, verweist Hauck im PAZ-Gespräch auf die Umweltgesichtspunkte, aber auch mögliche gefährliche Situation beim Absetzen der Kinder. „Und es ist auch eine soziale Frage: Nicht jeder hat ein Auto“, betont er.

Auch der Kostenaspekt treibt Hauck um: „Laut Schallschutzgutachten muss die Einrichtung gegenüber dem umliegenden Gewerbe abgeschirmt werden“, so der Grünen-Politiker. Statt 1,6 Millionen Euro Kosten käme man dann in die Nähe der zwei Millionen. „Ich warne daher davor, dass das ein Fass ohne Boden sein könnte – und das bei einer ohnehin finanziell angespannten Lage.“

Darüber hinaus wurden auch der Haushalt 2019 bei einer Gegenstimme (Grüne) sowie die weiteren Bauvorhaben „An der Realschule“, „Glückauf-Ring“, „Oberger Weg“ und „Einkaufszentrum“ mehrheitlich positiv im Rat beschieden.

Von Mirja Polreich