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Lengede/Vechelde/Wendeburg Biber beißen sich jetzt auch im Raum Vechelde durch
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Biber beißen sich jetzt auch im Raum Vechelde durch
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00:18 23.12.2018
In der Gemeinde Vechelde haben sich offenbar mindestens zwei Biber angesiedelt – zumindest weisen die Fraßspuren darauf hin.
In der Gemeinde Vechelde haben sich offenbar mindestens zwei Biber angesiedelt – zumindest weisen die Fraßspuren darauf hin. Quelle: dpa
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Vechelde

Lange Zeit galt der Biber in Niedersachsen nahezu als ausgerottet. Doch nach und nach erobert er sich seinen Lebensraum zurück und steht heute EU-weit unter strengem Schutz.

Hinweise kamen aus der Bevölkerung

Das größte Nagetier Europas breite sich wieder aus, es komme an der Aller, Schunter und Oker vor, sowie an der Leine, bestätigt Uwe Schmidt, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Peine. Er selbst hat nach einem Hinweis aus der Bevölkerung an mehreren Tagen im Raum Vechelde frische Fraßspuren entdeckt und geht davon aus, dass es sich um mindestens zwei Tiere handelt.

Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder Meldungen über angebliche Bibersichtungen aus der Bevölkerung bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gegeben habe, diese sich aber immer aufgrund der Sichtungsorte und der Beschreibung um Verwechslungen mit Nutrias (Biberratte) gehandelt habe, liege der Behörde nun eine zuverlässige Meldung über einen Biber im Raum Vechelde vor, bestätigt Kreissprecher Fabian Laaß. Dies werden durch vorliegende Fotos von Fraßaktivitäten untermauert.

Der Biber ist auch im Winter im Wasser und an Land aktiv und ständig auf Nahrungssuche. Er frisst Baumrinde, kleine Zweige und Knospen – dazu fällt er ganze Bäume, vorzugsweise Weiden und Pappeln. Im Sommer ernährt er sich auch von Stauden und Gräsern.

Nabu-Vorsitzender Schmidt weist darauf hin, wie wichtig es ist, den Biber nicht zu stören. Denn dieser sei sehr scheu.

Biber zählen zu den streng geschützten Arten

Der Biber zählt gemäß des Bundesnaturschutzgesetzes sowohl zu den besonders, als auch zu den streng geschützten Arten. „Eventuelle Maßnahmen gegen ein Bibervorkommen sind deshalb verboten“, betont Kreissprecher Laaß im Hinblick auf Gerüchte um tierschutzrechtliche Probleme mit einem ansässigen Angelverein, die auch die Untere Naturschutzbehörde erreicht haben. Diese enthielten allerdings keine ausreichend belastbaren Fakten, um ein Handeln der Kreisverwaltung auszulösen.

Aufgrund der aktuellen Hinweise zum Bibervorkommen werde die Untere Naturschutzbehörde allerdings Kontakt zum Angelverein aufnehmen.

Von Mirja Polreich