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Ilsede Trotz starker Schmerzen muss Rentner lange auf Arzttermin warten
Kreis Peine Ilsede Trotz starker Schmerzen muss Rentner lange auf Arzttermin warten
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07:02 28.04.2018
Joachim Röhrer aus Mehrum leidet unter starken Schmerzen, auf einen Arzttermin muss er dennoch lange warten. Quelle: Thomas Freiberg
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Mehrum

Bei Joachim Röhrer wurde ein sogenanntes Outlet-Impingement diagnostiziert. Dabei wird Gewebe zwischen dem Schultergelenk und dem Schultereckgelenk eingeklemmt, was Schmerzen hervorruft. Ursache ist eine Abnutzung oder Veränderung am Schultereckgelenk. Zudem stellte der Arzt eine Läsion der Supraspinatus-Sehne fest, einen Bindegewebsstrang am Oberarmknochen. Eine Magnetresonanztomographie sollte das Ganze abklären.

Doch Röhrer fand keinen Radiologen, der ihm kurzfristig aufgrund seiner starken Schmerzen einen Termin für eine MRT ermöglichen konnte. „Ich habe zehn verschiedene Ärzte angerufen, aber eher als in vier Wochen habe ich keinen Termin bekommen“, sagt der Rentner, der aus dem bayerischen Neu-Ulm stammt.

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Seit Wochen könne er nicht mehr schlafen, denn Liegen sei in keiner Weise mehr möglich. „Die Schmerzen sind so stark, dass mir davon schlecht wird“, schildert Röhrer. Aufgrund seines schwachen Herzens könne er keine Schmerzmittel einnehmen. Sogar sein Blutdruck habe sich aufgrund der Schmerzen erhöht.

„Ich bin immer ein positiver Mensch gewesen, aber wenn man Hilfe braucht und nirgendwo Hilfe bekommt, dann ist das schlimm“, sagt der Mehrumer.

„Dringlichkeit über den vorbehandelnden Arzt zu forcieren“

Auf PAZ-Nachfrage erklärt Detlef Haffke, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), zu dem Fall: „Es ist empfehlenswert, die Dringlichkeit über den vorbehandelnden Arzt zu forcieren.“ Das heißt, die vorher aufgesuchte Praxis den Termin mit dem Facharzt vereinbaren zu lassen. Auch die Terminservice-Stelle vermittele Termine bei Fachärzten – spätestens einen Monat nach Anruf des Patienten.

Trotz langer Wartezeiten – laut der gesetzlichen Bedarfsplanung ist der Landkreis Peine mit Fachärzten überversorgt und damit für weitere Niederlassungen gesperrt. Einzige Ausnahme: Chirurgen. Hier wäre noch ein halber Sitz möglich.

„Wir als KVN würden gerne mehr Ärzte zulassen“, sagt Haffke. „Wir plädieren dafür, die Bedarfsplanung politisch zu reformieren und zu einer Versorgungsplanung zu kommen.“

Die derzeitige Bedarfsplanung basiere auf Altzahlen von 1993, die zwar angepasst worden seien, jedoch nicht den konkreten Bedarf abbilden würden.

Von Mirja Polreich

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