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Ilsede Poetry Slam: Starke Frauen brechen das Schweigen
Kreis Peine Ilsede Poetry Slam: Starke Frauen brechen das Schweigen
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07:00 30.11.2019
Die starken Frauen des Abends. Stehend v.l.: Nele Müller, Jessy James LaFleur, Carina Hansen und Zican Yalcin. Vorne v. l.: Anna Lena Sachau, Eva Matz und Julia Kögler. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Ilsede

„Jetzt brechen wir das Schweigen“: Unter diesem Leitsatz traten am Donnerstag Abend fünf Frauen beim Benefiz-Poetry Slam in der Gebläsehalle Ilsede auf die Bühne, um ihre sehr persönlichen Texte vorzutragen. Mit Unterstützung der Ilseder Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten Julia Kögler und Zican Yalcin wurden bei der Veranstaltung Spenden für das Peiner Frauenhaus gesammelt.

Ein Zeichen setzen

Eine Begrüßungsrede von Kögler brachte schon zu Beginn das Anliegen des Abends auf den Punkt: „Wir alle hier wollen gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.“ Mit an Bord holten sich die Organisatorinnen die europaweit bekannte Poetin Jessy James LaFleur (34), die in Ilsede nicht nur für eine animierende und informative Moderation sorgte, sondern auch vier junge Poetinnen einlud, die mit ihren selbstverfassten Geschichten das Publikum berührten.

Zuvor stellten die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen Anna Mucha und Kathrin Kinateder ihre Arbeit vor und beantworteten die Fragen der Besucher. Den kreativen Teil des Abends startete LaFleur überraschenderweise selbst: „Ich bin eine Überlebende von häuslicher Gewalt. Ich wollte diesen Text eigentlich nie wieder vortragen, aber ich will den anderen betroffenen Frauen zeigen: Du bist nicht allein.“

Mut und ehrwürdige Stille

Nicht nur sie zeigte in den Augen des Publikums großen Mut, ihre persönlichen Erlebnisse zu erzählen. Eva Matz aus Bremen begann ihren Text mit den Worten „Ich will nicht laut sein müssen, um gehört zu werden“ und appellierte an Frauen, die sexistisches Verhalten von Männern angeblich nicht störe „gönn uns ein bisschen mehr Würde und sei solidarisch“.

Beim Benefiz-Poetry Slam in Ilsede standen mutige Frauen auf der Bühne, die ihre persönlichen Erfahrungen in Texten verarbeiteten und der Öffentlichkeit entgegentraten.

Ihr folgte Nele Müller aus Celle, die bei ehrwürdiger Stille von der „kranken Liebe“ ihres Vaters in Form von Schlägen erzählte. „Meine Liebe und meine Stärke haben mich zur Frau gemacht. Ich stehe hier vor euch, meine Seele sperrangelweit offen, und was ich euch heute gebe, ist Vertrauen in die Liebe“, betonte sie und richtete sich damit an alle Anwesenden. Von psychischer Gewalt und Manipulation handelte die Geschichte von Carina Hansen aus Kiel. „Selbstwert ist etwas Zerbrechliches, etwas Empfindsames, etwas Hauchzartes“, sagte sie und machte eines ganz deutlich: „Du bist wichtig.“

Kein Objekt, sondern eine Frau

Rapperin und Schauspielerin Anna Lena Sachau aus Berlin schloss die Runde mit einem Text über die gesellschaftlich auferlegten Stereotypen der Frau und die erdrückenden Taten von Männern, die meinen, mächtiger zu sein. „Ich bin doch kein Objekt der Begierde, ich bin eine Frau, ich bin ein Mensch“, betonte sie.

Von den über 60 Besuchern gab es am Ende tosenden Applaus und stehende Ovationen. Dr. Peter Hussy sagte: „Die Texte hier haben mich sehr berührt“, und Günter Mertins meinte: „Man sollte nicht nur so tun, das Problem verstanden zu haben, sondern mutige, betroffene Frauen wie hier mehr zu Wort kommen lassen.“

Julia Kögler war sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Es war ein bewegender Abend mit berührenden Texten, die die Wichtigkeit von diesem Thema ganz klar unterstrichen haben.“ Poetin Jessy und ihre Kolleginnen sagten zum Abschied: „Wir müssen als Frauen zusammen kommen, und Männer müssen sich mit uns trauen. Heute Abend war es ehrlich, authentisch und wichtig. Es ist höchste Zeit, dass sich was ändert.“

Von Mara-Ann Meeuw

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