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Ilsede Polizei erwischt 22-Jährigen beim Portionieren von Marihuana
Kreis Peine Ilsede Polizei erwischt 22-Jährigen beim Portionieren von Marihuana
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23:00 08.01.2018
Die Verhandlung fand am Landgericht Hildesheim statt.
Die Verhandlung fand am Landgericht Hildesheim statt.   Quelle: Archiv
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Ilsede

 Als die Polizei im Mai vergangenen Jahres das Zimmer eines 22-Jährigen in seinem Elternhaus in Ilsede durchsuchen wollte, trafen die Beamten den jungen Mann an seinem Schreibtisch an, wo er gerade Marihuana abwog und in Tütchen zu 25 Gramm abpackte. Etwa 600 Gramm der Drogen fanden die Polizisten in dem Zimmer in Ilsede, dazu Feinwaage und Marihuana-Mühle.

Der 22-Jährige ist jetzt vom Landgericht Hildesheim wegen Handeltreibens mit Marihuana zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurden. Erschwerend war der Umstand, dass in seinem Zimmer neben den Drogen auch ein Butterfly-Messer gefunden wurde. Dessen Besitz ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz.

Zudem lautete der Vorwurf dadurch auf Handeltreiben mit Waffen: Dabei spielt es keine Rolle, ob der Angeklagte das Messer tatsächlich einsetzen wollte. Es genügt, dass die Waffe erreichbar war.

Angeklagter ist bereits vorbestraft

Auch stand der Angeklagte zu der Zeit noch unter Bewährung: Im Jahr 2015 war er wegen des Erwerbs von Marihuana schon zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Dass der Fall vom Gericht ebenso wie von Staatsanwaltschaft und Verteidigung dennoch als minderschwer eingestuft und die Strafe noch einmal zur Bewährung ausgesetzt wurde, verdankt der 22-Jährige seinem Geständnis.

Die Polizei war auf ihn aufmerksam geworden, weil er in einem anderen Verfahren im Chatverlauf eines Beschuldigten aufgetaucht war, daher war einer seiner Abnehmer schon bekannt. Einen weiteren Käufer nannte der junge Dealer freiwillig.

Er habe selber täglich gekifft, erklärte der Angeklagte, vor allem der Tod seines Vaters im Jahr 2012 habe ihm zugesetzt. Das Marihuana habe er am Steintor in Hannover gekauft und 3000 Euro für 700 Gramm bezahlt. Er gab zu, dass er die Drogen gewinnbringend verkaufen wollte, um Schulden zu bezahlen. Nach der Durchsuchung und einem Tag in Haft habe er mit dem Kiffen aufgehört. Sein Arbeitgeber sei bereit, ihn weiterhin zu beschäftigen. Dem Angeklagten kamen während der Verhandlung mehrfach die Tränen. Ihm wurde auferlegt, 2000 Euro an die Landeskasse zu bezahlen und eine ambulante Drogentherapie aufzusuchen.

Von Wiebke Barth