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Ilsede Nach 55 Jahren: Keine Förderschule mehr in Groß Ilsede
Kreis Peine Ilsede Nach 55 Jahren: Keine Förderschule mehr in Groß Ilsede
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19:00 29.06.2019
Die Janusz-Korczak-Schule in Groß Ilsede wird zum Ende des Schuljahres geschlossen. Quelle: Archiv
Gross Ilsede

Mit Ablauf dieses Schuljahres schließt nach 55 Jahren die Förderschule in Groß Ilsede. Die Schüler besuchen ab dem 1. August die Pestalozzi-Schule in Peine. Die Groß Ilseder Bürgermeisterin Ilse Schulz war Lehrerin an der Förderschule und hat für die PAZ deren Geschichte zusammengefasst.

Erste Sonderschule des Landkreises

„Das Bestreben, ausgewogene Schulverhältnisse in den Gemeinden des Landkreises Peine zu schaffen, führte in den 1960er-Jahren nicht nur zur Einrichtung von Schulzentren, sondern in Groß Ilsede auch zur ersten Sonderschule des Kreises“, blickt Schulz zurück. Am 8. April 1964 nahm die „Mittelpunktsonderschule Groß Ilsede – Schule für Lernbehinderte“ an der Schulstraße 30 ihren Unterricht auf. 81 Schüler aus 18 Orten des Südkreises wurden auf die Klassenstufen 3, 4 und 5 verteilt und von drei Lehrern unterrichtet. Möglich wurde die zentrale Beschulung durch die Einrichtung des Schulbusverkehrs.

Leiter war Adolf Vahlbruch

Unter der Leitung von Adolf Vahlbruch erwarb sich die Sonderschule einen ausgezeichneten pädagogischen Ruf und wuchs zusehends. Unterstützt wurde Vahlbruch von Konrektor Erhard Bannack und der „legendären“ Lehrerpersönlichkeit Elimar Winnat. „Er wechselte nach seiner Pensionierung als Volksschullehrer in Klein Ilsede zur Sonderschule nach Groß Ilsede und wirkte dort weitere sechs Jahre als geschätzter Pädagoge“, sagt Schulz. Nach 57 Dienstjahren trat er als „Ehrenkollege“ in den Ruhestand. Er hinterließ eine akribisch in Sütterlinschrift verfasste Chronik, die im Kreisarchiv aufbewahrt wird.

„Ein bildungspolitischer Meilenstein war die feierliche Einweihung des Schul-, Kultur- und Sportzentrums in Groß Ilsede am 17. März 1965. Die Inbetriebnahme des Hallenbades erfolgte am 1. Oktober 1966“, sagt Schulz.

Plötzlicher Tod des Schulleiters

Die Sonderschule war fünf Jahre alt, als am 14. März 1969 der erste komplette Schülerjahrgang entlassen wurde, mit dem die Schule gestartet war. Festzuhalten ist, dass fast alle Entlassschüler eine Lehrstelle gefunden hatten. Eine traurige Zäsur war die Nachricht vom Tod des Schulleiters Adolf Vahlbruch, der am 25. September 1972 im Alter von nur 48 Jahren plötzlich starb. Am 1. April 1973 trat Horst Meyer als neuer Rektor seinen Dienst an.

Erhebliche Raumnot

Die Schülerzahl stieg auf über 200 an, so dass die Räume nicht mehr ausreichten. Im Schuljahr 1973/74 standen für 16 Klassen mit 16 Lehrern nur 11 Klassenräume zur Verfügung, so dass Unterricht auch am Nachmittag stattfand. Von der Raumnot betroffen war das gesamte Ilseder Schulzentrum. Die Elternschaft aller Schulen wurde aktiv und führte gemeinsame Aktionen durch, die letztlich erfolgreich waren. Auch für die Sonderschule kam mit der Zusage des Landesgeldes die erlösende Nachricht für den Erweiterungsbau. Ab Juni 1974 verfügte die Schule über zusätzliche vier Klassen-, zwei Gruppen-, drei Sonder- und vier Lehrmittelräume.

Weitere Chancen für Sonderschüler

Nach Auflösung der Sonderschule Hohenhameln 1978 besuchten alle Sonderschüler des Südkreises die Schule in Groß Ilsede. 1985 gab es durch die Einrichtung der besonderen 10. Klasse eine bedeutende Erweiterung des pädagogischen Angebotes. „Das Erreichen des Hauptschulabschlusses ermöglichte Sonderschülern weitere Chancen“, weiß Schulz.

1986 gab sich die Schule den Namen „Schule am Sportzentrum“, zunächst noch mit dem Zusatz „Schule für Lernbehinderte“ und ab 2004 mit dem Zusatz „Schule für Lernhilfe“. Um einer Stigmatisierung der Schüler vorzubeugen, wurde für alle Sonderschulen in Niedersachsen die Bezeichnung „Förderschule“ eingeführt. 2010 wurde sie nach dem bedeutenden polnisch-jüdischen Reformpädagogen Janusz Korczak umbenannt.

Durch Inklusion sank die Schülerzahl

Mit Einführung der durch Landesgesetz in Niedersachsen beschlossenen Inklusion (gemeinsame Beschulung von Behinderten und Nichtbehinderten) wurde die Einschulung in Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“ eingestellt. In diesem Schuljahr werden noch 43 Schüler in den Klassen 7 bis 10 von acht Kollegen unterrichtet. Weitere 30 Kollegen sind im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung in Grundschulen oder zur Umsetzung der inklusiven Beschulung in Hauptschulen, Realschulen, der Oberschule und der IGS Lengede tätig.

„Derzeit bereitet die kommissarische Schulleiterin Susan Bremer mit dem Kollegium den Umzug vor“, berichtet Schulz.

Janusz Korczak

Janusz Korczak, eigentlich Henryk Goldszmit wurde am 22. Juli 1878 oder 1879 in Warschau (Polen) geboren. Zu Tode kam er nach dem 5. August 1942 (bis zu diesem Datum gibt es Tagebuch-Aufzeichnungen) vermutlich im deutschen Vernichtungslager Treblinka. Korczak war ein polnischer Militär- und Kinderarzt sowie Kinderbuchautor und ein bedeutender Pädagoge, der vor allem durch seinen Einsatz für Kinder bekannt wurde. So begleitete er die Kinder seines Waisenhauses beim Abtransport aus dem Warschauer Ghetto in ein Vernichtungslager, obwohl das auch für ihn selbst den sicheren Tod bedeutete. Den Namen Janusz Korczak benutzte er als Pseudonym.

Von Kerstin Wosnitza

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