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Ilsede Marode, muffig, meins
Kreis Peine Ilsede Marode, muffig, meins
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20:21 02.09.2009
Zahlreiche Gebäude gehören zu Ilseder Mühle. Im rechten Teil soll der Bioladen entstehen, links die Monteurs-Zimmer. Quelle: mu

Ilsede-Klein Ilsede. „Wir werden hier keinen Puff eröffnen“, stellt Martin Albe aus Soßmar gleich zu Beginn klar. Zusammen mit dem Groß Ilseder Mustafa Yolak hat er während einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für die so genannte Ilseder Mühle an der B 444 etwas außerhalb der kleinen Ortschaft Klein Ilsede erhalten. Und die beiden Familienväter haben handfeste Pläne für die zahlreichen Gebäude, die zu dem Komplex Ilseder Mühle gehören.

Dort, wo es laut Dorfschnack einst die besten Brathähnchen der Region gab, sollen künftig Spargel und weitere gesunde Lebensmittel angeboten werden. Mustafa Yolak verkauft schon seit einiger Zeit im Sommer frischen Spargel aus einem Wagen an der Mühle. „Das will er ausbauen“, erläutert Albe. Dazu gehöre auch ein eigenes Kühlhaus für das Königsgemüse. Des Weiteren plant Yolak einen kleinen Bio-Laden.

Albe gehört nach der Versteigerung der südliche Teil der Gebäude – die eigentlichen Räumlichkeiten der ehemaligen Traditionsgaststätte. „Ich möchte hier gerne möblierte Zimmer für Monteure oder andere Durchreisende anbieten“, erläutert der gelernte Dachdecker. Außerdem möchte er mit seiner Frau und seinen Kindern auch selbst in der Mühle wohnen. „Meine Frau hat außerdem den Traum, eine Tierpension zu eröffnen.“

Dann gibt Albe eine kurze Führung durch das Gebäude. Einige Räume sind schauerlich heruntergekommen, es riecht muffig, in einem Zimmer ist die Decke teilweise eingestürzt. „Wir haben hier schon eimerweise Katzenkot rausgeschleppt“, sagt Albe, der einen optimistischen Zeitplan hat: In einem Jahr soll das Gebäude schon teilweise bewohnbar sein.

Kaum zu glauben, wenn man die losen Kabel, die fehlenden Heizungen und die maroden Wasserleitungen sieht. „Das schaffen wir schon“, ist sich der Soßmarer sicher, der als gelernter Dachdecker alles selbst machen möchte. „Letztlich muss erstmal alles entkernt und dann neu verlegt werden“, erläutert der Handwerker.

Es muss also eine Menge investiert werden. Da passt es sich gut, dass der eigentliche Kaufpreis als Schnäppchen bezeichnet werden kann. „Den Zuschlag gab es für ein Gebot von 11 000 Euro“, sagt Rechtspflegerin Elke Preiss vom Peiner Amtsgericht. Der Verkehrswert für das Objekt lag bedeutend höher – zuletzt bei 83000 Euro. Immerhin handelt es sich insgesamt um etwa 13000 Quadratmeter. „Das Gebäude ist ja aber nicht mehr so gut in Schuss, und das Verfahren hat sich auch über einige Jahre hingezogen“, erklärt Preiss den Preis. Nach einigen Überlegungen hat die Gläubigerbank schließlich das Angebot akzeptiert.

Einst hatte auch der benachbarte Peiner Reit- und Fahrverein Interesse an dem Gelände signalisert. „Letztlich war das aber nicht finanzierbar“, sagt die Vorsitzende Regina Wilke-Schiegries. „Wir hoffen nun auf gute Nachbarschaft“, erklärt sie weiter. Und dieser steht nach Angaben der neuen Eigentümer nichts im Wege. „Wir wollen hier mit allen gut auskommen“, betont Albe.

Deswegen werden die neuen Besitzer auch allen Unternehmern, die mit ihren „netten Damen“ vielleicht wieder in die renovierten Räume einziehen wollen, eine Abfuhr erteilen. „Ein Puff kommt gar nicht in Frage“, stellt Albe am Ende des Gesprächs abermals klar. „Das wollen wir beide nicht“, erklärt der Soßmarer und fügt mit einem Lachen an „Und außerdem würde mir meine Frau dann den Kopf abreißen.“

Tobias Mull

Jetzt ist es amtlich: Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises genehmigt den Abbruch der Dampfzentrale auf dem Ilseder Hüttengelände. „Nachdem das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur festgestellt hat, dass der Abbruch der Dampfzentrale auf dem Ilseder Hüttengelände rechtskonform wäre, konnte der Landkreis Peine jetzt ohne weitere inhaltliche Prüfung die Abbruchgenehmigung erteilen“, erklärt Kreissprecher Henrik Kühn.

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