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Ilsede Landkreis Peine will Groß Bültener Kindern die Busfahrkarte streichen
Kreis Peine Ilsede Landkreis Peine will Groß Bültener Kindern die Busfahrkarte streichen
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15:59 14.08.2019
Annabelle Wessel ist enttäuscht: Ihr Sohn Max Gordon Wessel hat kein Recht auf einen Schultransport mit dem Bus. Quelle: Annabelle Wessel
Groß Bülten

Max Gordon Wessel ist sechs Jahre alt, lebt in Groß Bülten und geht nach der Einschulung am Samstag in die Grundschule Löwenburg in Ölsburg. Eine kostenlose Busfahrkarte erhält er nicht, da sein Schulweg trotz 1,8 Kilometer Länge zu kurz sei. Seine Mutter Annabelle konnte dies nicht glauben. Sie las die Satzung des Landkreises zur Schülerbeförderung und fand heraus, dass seit der Gebietsfusion im Jahr 2015 alle Groß Bültener Grundschüler ein Anrecht auf eine Busfahrkarte hätten – ein bestimmter Passus in der Satzung ermögliche dies. Die Groß Bültenerin machte den Landkreis darauf aufmerksam. Und der will genau diesen Passus jetzt umformulieren – zum Nachteil der Groß Bültener Grundschüler.

Lücke in Satzung gefunden

Zum Hintergrund: In Groß Bülten gibt es schon lange keine Grundschule mehr. Die Kinder werden seit der Schließung der Schule in Ölsburg unterrichtet. Eine Busfahrkarte wird ihnen nicht ausgestellt. „Ich bin jetzt aber auf eine Lücke in der Satzung gestoßen“, sagt Wessel und erinnert an die Gebietsfusion der Gemeinden Lahstedt und Ilsede im Jahr 2015. Vor der Fusion habe es zwischen den Ortschaften Groß Bülten und Ölsburg weiße Ortsschilder gegeben, heute stehen dort gelbe. Das gelbe Ortsschild wird im Gegensatz zum weißen als Grenze für eine geschlossene Ortschaft gesehen. „In der Satzung des Landkreises heißt es, dass alle Grundschüler eine kostenlose Busfahrkarte erhalten, wenn sie für ihren Schulweg die geschlossene Ortschaft ihres Heimatortes verlassen müssen“, sagt Wessel.

Satzung soll jetzt verändert werden

Den dazugehörigen Passus hat Wessel dem Landkreis Peine vorgetragen. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd: Die Satzung zur Schülerbeförderung soll jetzt schnellstmöglich verändert werden – und zwar zum Nachteil der Grundschüler. Es sei nämlich nicht vorgesehen, dass die Grundschüler aus Groß Bülten eine Busfahrkarte erhalten.

Für den kleinen Max bedeutet das also, dass er aufgrund des Einsatzes seiner Mutter vorerst kostenlos mit dem Bus fahren darf. Nachdem der Passus vom Landkreis geändert wird, werden ihm diese Rechte aber wieder entzogen. Damit dies schnell geschehen kann, hat der Landkreis eine Beschlussvorlage erstellt, die bereits in der kommenden Woche im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport öffentlich beraten wird.

Sechsjähriger darf vorerst mit dem Bus fahren

Annabelle Wessel kann den Landkreis Peine nicht verstehen. „Mein Sohn soll jeden Tag an der Bushaltestelle vorbeilaufen, darf aber nicht in den Bus steigen“, sagt sie verärgert. „Stattdessen soll ich ihn bei Wind und Wetter 1,8 Kilometer zur Schule schicken.“

Wessel habe nicht die Zeit, ihren Sohn jeden Tag zu Fuß zur Schule zu begleiten und ihn wieder abzuholen. „Allein lasse ich ihn auch nicht gehen. Also bleibt mir doch nichts anderes übrig, als ihn mit dem Auto zu fahren“, sagt sie und fügt hinzu: „Da wäre es doch für die Umwelt besser, wenn mein Sohn mit einer Busfahrkarte einfach in den sowieso vorbeifahrenden Bus einsteigen könnte.“

So will der Landkreis reagieren

In der Beschlussvorlage des Landkreises steht, dass die Groß Bültener Schüler der Klassen 1 bis 6 aktuell einen Anspruch auf Beförderung und Erstattung der notwendigen Aufwendungen hätten. Grund dafür sei der Austausch der Ortsschilder zwischen Groß Bülten und Ölsburg. „Nach dem Wegfall der weißen Trennungsschilder innerhalb einer durchgehenden Bebauung ist die Satzung anzupassen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Landkreis fürchtet Ungleichbehandlung

Der Weg sei laut Vorlage „in der Regel“ beleuchtet und auch Fußwege seien vorhanden. „In größeren Ortschaften müssen Schüler auch bis zu 2 Kilometer Schulweg allein bewältigen. Es würde daher eine Ungleichbehandlung bedeuten, wenn hier eine Differenzierung vorgenommen wird“, heißt es weiter. Wenn die Satzung nicht angepasst werde, hätten rund 60 Schüler einen Anspruch auf eine Busfahrkarte. „Die Kosten hierfür belaufen sich auf 3174 Euro“, heißt es.

Nach der neuen Satzung gelten die Busfahrkarten nicht mehr

Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises, bestätigt die Pläne des Landkreises. „Die Satzung für die Schülerbeförderung soll noch in diesem Jahr geändert werden“, sagt er. Stichtag ist der Termin der Kreistagssitzung am Mittwoch, 23. Oktober. Aktuell gilt für die Groß Bültener Grundschüler aber noch eine kostenlose Beförderung, dies würde sich aber mit der neuen Satzung wieder ändern. „Für die Übergangszeit werden die Eltern der betroffenen Schüler in Kürze eine Schülersammelzeitkarte für die kostenlose Beförderung erhalten“, sagt Laaß abschließend.

Von Michaela Gebauer

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