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Ilsede Nach 18 Jahren: Unruh gibt Vorsitz ab
Kreis Peine Ilsede Nach 18 Jahren: Unruh gibt Vorsitz ab
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20:00 20.03.2019
Manfred Unruh Quelle: ulrich jaschek
Ilsede

Wer „Unruh“ heißt, kann es nicht leicht haben – schon gar nicht als Pensionär. Manfred Unruh, einstiger Lehrer für neue Sprachen am Gymnasium Groß Ilsede, hatte keinen Anlass, seine Pensionierung vor mehr als 20 Jahren als Ruhestand zu bezeichnen. Im Gegenteil! Vor 18 Jahren übernahm er den Vorsitz des Ilseder Kulturvereins, dem er bis dahin als Mitglied angehört hatte.

Mitgliederzahl konstant

Er tippt auf die Mitgliederliste und lehnt sich zufrieden zurück: „260 Mitglieder, Tendenz gleichbleibend“, sagt er und lächelt. Dass dem Verein auch viele Peiner angehören, führt er auf die einst beliebten und bereits vor Jahren eingestellten Fahrten des Peiner Kulturvereins zu Theater- und Opernaufführungen in die umliegenden Großstädte zurück.

„Als Kulturverein Ilsede haben wir damit weitergemacht“, sagt der knapp 82-Jährige und erzählt, wie er während der Busfahrten die Teilnehmer auf die Aufführungen einstimmte. „Dabei hatte ich doch keine Ahnung von Opern“ und fügt – ganz Lehrer – hinzu: „Aber in der Vorbereitung habe ich ganz viel darüber gelernt!“

Zahl der jährlichen Angebote verdoppelt

Er brüstet sich nicht damit, aber die Statistik belegt, dass er im Verlauf seines Vorsitzes die Angebote des Vereins auf fünfzig bis sechzig pro Jahr verdoppelt und damit die Attraktivität der Mitgliedschaft erhalten und gefördert habe. Sehr erleichtert habe ihm seine Arbeit immer wieder die beherzte Mithilfe vieler Vereinsmitglieder. Unruh steckt voller Anekdoten über diese Zeit und man hört ihm gerne zu, wenn er beispielsweise über Kulturreisen nach Frankreich berichtet, in das Land, in dem er als junger Pauker ein Jahr Dienst als Austauschlehrer tat.

Als Kind geflüchtet

Als Kind flüchtete er mit seiner Familie aus der Heimat am „Frischen Haff“ vor der Roten Armee, verbrachte dreieinhalb Jahre hinter Stacheldraht in dänischen Flüchtlingslagern, bevor es die Familie nach Peine verschlug: „Ein Jahr lebten wir mit 120 Menschen in der alten Schützengilde – ich weiß, wie man sich als Flüchtling fühlt.“ Auch deswegen habe er Freude daran gehabt, Geflüchteten aus Syrien Sprachunterricht zu erteilen.

Er erinnert sich gerne an seine eigenen künstlerischen Auftritte mit der von ihm selbst arrangierten Gegenüberstellung von Frederic Chopin und George Sand oder die Lesung der letzten Briefe Graf Moltkes und seiner Frau.

Auch weiter „Unruhig“ bleiben

Dass er nach „18 erfüllten Jahren“ den Vorsitz des Ilseder Kulturvereins in jüngere Hände lege, sei folgerichtig. Man merkt es: Zu schaffen machen ihm sein rapide nachlassendes Gehör und die eingeschränkte Beweglichkeit. Unruhig möchte er bleiben, behilflich sein, gefragt werden und Antworten suchen. Für die Zeit dazwischen stapeln sich neben ihm Bücher. Etwa 80 im Jahr schaffe er noch zu lesen. Die Augen seien noch gut!

Von Ulrich Jaschek

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