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Ilsede Feucht- und Trockenbiotop durch Vandalismus zerstört
Kreis Peine Ilsede Feucht- und Trockenbiotop durch Vandalismus zerstört
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13:21 14.03.2019
Die zerstörte Trockenmauer. Einige der Steine wurden in ein benachbartes Feuchtbiotop geworfen, so dass die Teichfolie Schaden genommen hat. Quelle: Gemeinde Ilsede
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Gross Ilsede

Durch ehrenamtliches Engagement und Sponsoring waren auf dem ehemaligen Hüttengelände in Groß Ilsede Biotope angelegt. Nun wurde diese Arbeit durch Vandalismus zunichte gemacht, wie die Gemeinde mitteilt.

Erst im vergangenen Jahr haben Naturschützer um die Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft mit dem Initiator Dr. Michael Wallis eine ehemalige Kühlturmtasse renaturiert und zu einem Trockenbiotop umfunktioniert (PAZ berichtete). 2000 Euro kamen dafür von der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine und 10 000 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Am 19. August 2018 war die offizielle Einweihung.

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Tonnen Kalksplitt und Kies verbaut

Zuvor hatten ehrenamtliche Helfer Tonnen von Kalksplitt und Kies verbaut und darauf eine Trockenmauer für Insekten und Reptilien errichtet. Stauden und Blühpflanzen sollten Lebensraum für eine Anzahl von Kleinlebewesen sein. Dies sollte als kleiner Mosaikstein gegen das Insektensterben verstanden werden.

Auf dem Hüttengelände wurden ein Trocken- und ein Feuchtbiotop durch Vandalismus beschädigt.

„Jetzt wurde diese gute Idee durch mutwillige Zerstörungswut sabotiert“, teilt Jürgen Stahlmann vom Fachdienst Bauverwaltung im Auftrag der Gemeinde Ilsede mit. Bereits Ende des Jahres sei laut Stahlmann die Trockenmauer eingerissen worden.

Quadersteine in Teich geworfen

Nun haben Unbekannte erneut große Quadersteine aus der Mauer gebrochen. Diese wurden in das benachbarte Feuchtbiotop geworfen, das vor einigen Jahren angelegt wurde. Dabei wurde die Teichfolie zerstört, so dass Wasser entweichen konnte. Der Wasserspiegel ist deutlich gesunken, so seien die zahlreichen Fische laut Stahlmann „trocken gelegt“ worden.

Verstoß gegen Naturschutzgesetz

„Dadurch ist nicht nur ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden, sondern es liegt auch ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz vor, da hier Tiere ohne vernünftigen Grund getötet worden sind“, erklärt Stahlmann.

Die Gemeinde Ilsede hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet und bittet die Bevölkerung darum, bei der Aufklärung dieser Straftat mitzuwirken. „Hinweise, die zur Aufklärung der Tat beitragen, werden vertraulich behandelt“, betont Stahlmann. Es werde derzeit geprüft, ob die Anlage künftig videoüberwacht werden darf, um erneute Übergriffe dokumentieren zu können.

Die beiden Biotope sollen wieder hergerichtet werden. Bei der Trockenmauer ist das kurzfristig möglich. Hier sollen die Schäden am kommenden Samstag, 16. März, beseitigt werden. Für das Kleben der Teichfolie ist es zurzeit allerdings zu kalt.

Von Kerstin Wosnitza