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Ilsede Frauen lesen für Frauen: „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“
Kreis Peine Ilsede Frauen lesen für Frauen: „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“
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15:00 21.06.2019
Berlin-Lektüre und Musik hatten dabei (v. l.): Christel Sack, „Drehorgel-Fienchen“ Ilse Fiene, Autorin Kathrin Lange sowie das Schriftstellerpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.
Berlin-Lektüre und Musik hatten dabei (v. l.): Christel Sack, „Drehorgel-Fienchen“ Ilse Fiene, Autorin Kathrin Lange sowie das Schriftstellerpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel. Quelle: Birthe Kussroll-Ihle
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Adenstedt

Gassenhauer ertönten aus der Drehorgel. Soleier im „Hungerturm“, einem hohen Glas, auf dem Tresen des Waldgasthauses boten Eckkneipenküche, und das Ampelmännchen auf T-Shirts erinnerte an seinen ersten Einsatzort an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße: Lebensgefühl, Nostalgie und Geschichte aus der Hauptstadt, unter dem Motto „Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin“, erlebten rund 100 Frauen und wenige Männer bei der ausverkauften Sommerveranstaltung des Vereins „Frauen lesen für Frauen“ im Adenstedter Odinshain.

Gerold und Hänel waren zu Gast

Die beiden bekannten Buchautoren Ulrike Gerold – sie ist in Peine geboren – und Wolfram Hänel stellten ihren umfangreichen Roman „Allee unserer Träume“ vor. In diesem Buch erzählt das Schriftstellerpaar die Geschichte von Wolfram Hänels Mutter, die als junge Architektin Pläne für den Bau der Karl-Marx-Allee entwarf (PAZ berichtete). Die Geschichte rund um die sozialistische Prachtstraße beginnt 1932 und endet in der Gegenwart, nach dem Mauerfall.

Krimi „Ohne Ausweg“

Schriftstellerin Kathrin Lange las aus ihrem Berlin-Krimi „Ohne Ausweg“, Teil 3 der Faris-Reihe, vor. Um den islamistischen Terror zu stoppen, lässt sich Sonderermittler Faris Iskandar nach einem Bombenattentat am Brandenburger Tor für einen Undercover-Einsatz ins Gefängnis einschleusen. Eine Stadt in Angst und skrupellose Gegner prägen diesen Krimi.

Vorlage zu „Babylon Berlin“

Christel Sack aus Groß Lafferde hatte „Goldstein“ aus der Bestellerreihe von Volker Kutscher dabei, dessen erster Fall mit Kriminalkommissar Gereon Rath als Serie „Babylon Berlin“ verfilmt wurde. Abe Goldstein, US-Gangster aus Brooklyn, mischt Berlin auf. Los geht‘s 1931, die Wirtschaftskrise verschärft sich und zwei obdachlose Gelegenheitsdiebe lassen sich zum Beutezug im Konsumtempel KaDeWe einschließen. Das Publikum erlebt Figuren auf dem Weg in den Nationalsozialismus, die in einer spannenden Handlung berühren.

Unterhaltung mit Drehorgel-Musik

Die gebürtige Berlinerin Ilka Schumann moderierte kurzweilig, und die Initiatorinnen Gabriele Margis, Stefanie Quindel und Gudrun Decker erzählten von Klassenfahrten, zerschlagenen Jugendherbergen, Kudamm und RIAS Berlin. Ilse Fiene unterhielt mit ihrer Drehorgel – ein Koffer in Berlin macht Sinn, bei Sehnsucht lohnt sich so die nächste Reise dorthin.

Von Birthe Kussroll-Ihle