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Ilsede Ortsbürgermeisterin: Besser ein Abriss und ein Grundschul-Neubau
Kreis Peine Ilsede Ortsbürgermeisterin: Besser ein Abriss und ein Grundschul-Neubau
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14:34 06.12.2019
Die Janusz-Korczak-Schule in Groß Ilsede. Quelle: Dennis Nobbe
Groß Ilsede

Die große Raumnot und der bauliche Zustand im Groß Ilseder Schulzentrum bereitet den Freien Bürgern Ilsede (FBI) derzeit große Sorge. Deren Vorsitzende Ilse Schulz, die ebenso Ortsbürgermeisterin als auch Mitglied im Gemeinderat und im Kreistag ist, bringt die Bedenken gegenüber der PAZ auf den Punkt. Ihr Vorschlag: Das Gebäude der ehemaligen Janusz-Korczak-Schule an der Schulstraße sollte abgerissen und stattdessen dort eine Grundschule neu errichtet werden. Zudem sollte die Astrid-Lindgren-Schule einen Anbau bekommen.

„Seit der Gründung vor 20 Jahren haben wir Freien Bürger Ilsede uns für die schulische Vielfalt im Schulzentrum eingesetzt, das gut akzeptiert wird", sagt Schulz. Aber die Raumsituation spitze sich zu: Seit dem Schuljahr 2018/19 sind Klassen der Realschule und der Hauptschule ausgelagert und in Räumen der zwischenzeitlich aufgelösten Janusz-Korczak-Schule (Förderschule Lernen) untergebracht. „Das ist eine Herausforderung für Schüler sowie Lehrer und eine Dauerbelastung für das Schulleben“, sagt die ehemalige Lehrerin Schulz.

Der Handlungsdruck nehme zu, da das Gymnasium im nächsten Schuljahr auf G 9 (Abitur nach 13 Schuljahren) umstellt und die Astrid-Lindgren-Schule – einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung – aufgrund stetig steigender Schülerzahlen zusätzlichen Raumbedarf habe. „Eine zufriedenstellende dauerhafte Lösung für alle Schulen des Zentrums ist derzeit nicht in Sicht“, so die Einschätzung der Ratsfrau.

Erhebliche Umbauten im Schulgebäude wären erforderlich

In der Diskussion ist aktuell eine Übergangslösung im Gebäude der ehemaligen Janusz-Korczak-Schule. Dort sollen im Erdgeschoss Räume für die Astrid-Lindgren-Schule bereitgestellt werden. Die gesamte Grundschule mit acht Klassen soll im Obergeschoss Platz finden.

Diesen Plänen stehen die Freien Bürger skeptisch gegenüber. „Wie ist das mit dem derzeitigen Baustandard in Einklang zu bringen? Das Gebäude stammt zum Großteil aus den 1950er-Jahren – mit allen Unzulänglichkeiten einer alten Bausubstanz. Um die Schule zu nutzen, wären erhebliche Umbauten erforderlich“, macht Schulz deutlich und wirft die Frage auf, ob sich die Investition in das alte Gebäude mit letztlich wieder nur unzureichenden Rahmenbedingungen lohne.

Sie regt an, dass die Gemeinde Ilsede als Schulträger der Grundschule und der Landkreis Peine als Schulträger aller anderen Schulformen sich zusammensetzen und „für eine zukunftsfähige und modernen Bildungsstandards angemessene Beschulung im Schulzentrum Ilsede sorgen“. Die FBI seien den engagierten Schülern der Hauptschule dankbar, dass sie per Video auf die Dauerbaustelle Im Schulgebäude aufmerksam gemacht hätten. Um dieses Video hatte es erheblichen Wirbel gegeben.

Landkreis: Pläne für Bau sollen 2020 kommen

Für die ehemalige Janusz-Korczak-Schule sei vorgesehen, dass die Grundschule auf Vorschlag der Schulleitung die dortigen Räume nutzt, wie Landkreis-Sprecher Fabian Laaß auf Nachfrage der PAZ erklärt. „Was dort zukünftig wie entstehen kann und was baulich möglich ist, soll im kommenden Jahr überprüft und geplant werden“, sagt er. Daher sei im Haushalt 2020 Geld für Planung und die weitere Entwicklung rund um das Gebäude der Janusz-Korczak-Schule eingestellt worden.

Das Schulgebäude bereits jetzt abzureißen, würde den vorherrschenden Raumbedarf noch deutlich verschärfen. Container als Übergangslösung hingegen würden sehr hohe Kosten verursachen. „Daher ist es zunächst vorgesehen, die Unterrichtsräume herzurichten. Sowohl der Kreisverwaltung als auch der Politik ist klar, dass dies nur eine Übergangslösung ist“, so Laaß abschließend.

Die Hintergründe zum Schulärger in Groß Ilsede können Sie hier nachlesen:

Ein Schülervideo mit Folgen

Schüler der Grund- und Hauptschule in Groß Ilsede haben ein Video gedreht, in dem sie die unbefriedigende Baustellensituation im Gebäude beklagen. Das hatte gravierende Folgen:

27. November: Schulärger in Ilsede: „Fahrplan“ zur Konfliktlösung entwickeln

25. November 2019: Nach Schülervideo an GHS Groß Ilsede: Mediator seit Montag im Einsatz

22. November 2019: Sozialarbeiter bleibt wohl an Schule: Geplante Demo abgesagt

21. November 2019: Schulärger: Ministerium sieht Schulfrieden gestört und fordert Lösung

20. November 2019: Ilseder Schulärger: Kultusministerium fordert Dialog

19. November 2019: Gewerkschaft zum Ilseder Schulärger: „Personalrat wurde nicht eingeschaltet“

18. November 2019: Ilseder Schulärger: Roland Mainka mahnt Aufklärung an

15. November 2019: Empörung über Entlassung des Ilseder Schulsozialarbeiters

14. November 2019: Nach Video-Eklat: Sozialarbeiter muss wohl Ilseder Schule verlassen

14. November 2019: Kommentar zum Job-Aus für Ilseder Sozialarbeiter: Geheimsache Schule

13. November 2019: Viel Unterstützung für vom Rauswurf bedrohten Sozialarbeiter

12. November 2019: Groß Ilseder Schüler demonstrieren für ihren Schulsozialarbeiter

8. November 2019: Groß Ilsede: Gemeinde will Schulsanierung vorantreiben

8. November 2019: Schüler kritisieren Mängel: Video aus Ilseder Grund- und Hauptschule sorgt für Wirbel

Das ist das umstrittene Video:

Von Kerstin Wosnitza

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