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Ilsede Groß Lafferder nimmt in Russland Abschied von gefallenem Vater
Kreis Peine Ilsede Groß Lafferder nimmt in Russland Abschied von gefallenem Vater
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17:57 12.09.2019
Karl Cramm auf dem deutschen Soldatenfriedhof Rossoschka bei Wolgograd. Die Überreste seines gefallenen Vaters liegen dort begraben. Quelle: Ulf Mauder/dpa
Groß Lafferde/Wolgograd

Mehr als sieben Jahrzehnte nach der Schlacht von Stalingrad sind Dutzende Deutsche gekommen, um sich am Donnerstag bei Wolgograd – das frühere Stalingrad – von den Toten zu verabschieden. Hier finden 1837 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhe. Einer der Besucher ist der 83-jährige Karl Cramm aus Groß Lafferde.

Cramm hat Tränen in den Augen, als er den Soldatenfriedhof Rossoschka besucht. Hier liegen die Toten der Schlacht von Stalingrad. Auf der einen Seite der Straße die getöteten Sowjetsoldaten, auf der anderen die Deutschen. „Ich habe als Kind jede Nacht geweint und gebetet, dass er wieder nach Hause kommt“, erinnert sich Cramm, der im Alter von fünf Jahren zuletzt seinen Vater gesehen hat.

Vater galt vor acht Jahren noch als vermisst

Die deutschen Besucher ehren erst die Rotarmisten, danach verabschieden sie sich von ihren Angehörigen. Cramm erhält nun in Rossoschka bei Wolgograd auch die Erkennungsmarke seines Vaters. Als er vor acht Jahren das erste Mal hier war, galt dieser noch als vermisst.

Die Deutschen seien den Russen zu großem Dank verpflichtet, sagt der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Wolfgang Schneiderhan. Sie erlaubten nach den Gräueltaten der Nazis, dass die Soldaten hier die letzte Ruhe fänden. Kriegsgräber mit 900 000 Soldaten betreut der Volksbund in 46 Ländern, das Gros in Russland. Allein in Rossoschka liegen mehr als 60 000 Soldaten. „Es geht hier nicht um Heldendenkmäler“, sagt der Leiter des Gräberdienstes beim Volksbund, Arne Schrader. Die Anlagen seien bewusst sehr schlicht.

Auf einem Acker in der Nähe des Rossoschka-Friedhofs haben Schraders Mitarbeiter eine Grabstätte mit 40 Toten gefunden. Die beim Volksbund angestellten russischen Arbeiter haben den Boden ausgehoben und Skelette von Soldaten freigelegt – komplett erhalten, teils noch mit Lederstiefeln und mit Helm. Die Erkennungsmarke, einen Kompass und eine Uhr holt Denis Derjabkin hervor.

Auch gefallene Sowjet-Soldaten werden noch gefunden

Er erzählt, dass auch immer noch sowjetische Soldaten gefunden würden, die man dann der russischen Organisation übergebe – für die Beerdigung. Was das für ihn als Russe bedeutet, die Toten des früheren Feindes zu bergen? Er mache es schon lange – und er sagt, dass auch Deutschland sich um die Gräber der Sowjetsoldaten dort kümmere.

Als Grabungsleiter ist Matthias Gurski auf dem Feld. Der 57-Jährige ist seit Jahren für den Volksbund in der Region unterwegs. „Auch nach so vielen Jahren finden wir gut erhaltene Gräber, weil die Region niederschlagsarm und der Boden hier trocken ist“, sagt er. Die persönlichen Gegenstände – soweit erhalten – kommen nach Deutschland.

Die Helfer bergen die Knochen, legen einen Oberschenkel auf eine Metallschiene, um ihn zu messen. „So können wir Rückschlüsse auf die Körpergröße ziehen oder auf Verletzungen an den Knochen“, erklärt Gurski. Wenn sich das dann deckt mit den Angaben zur vermissten Person und der vielleicht überlieferten Kriegsverletzung, dann könne die Identität mit großer Sicherheit geklärt werden.

Auf dem Soldatenfriedhof Rossoschka bei Wolgograd liegen sowohl deutsche als auch sowjetische Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind, begraben.

Von Ulf Mauder

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