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Ilsede Schließt der „Ilseder Landkrug“ für immer?
Kreis Peine Ilsede Schließt der „Ilseder Landkrug“ für immer?
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19:00 03.08.2019
Für viele eine Institution im Dorf: Das kleine Hotel und der Kiosk „Ilseder Landkrug" in Groß Bülten. Quelle: Antje Ehlers
Gross Bülten

Eine Ära geht zu Ende: Nach fast 30 Jahren wollen Gerd (74) und Brigitte Halbroth (71) ihren „Ilseder Landkrug“, den sie in Groß Bülten an der Gerhard-Lukas-Straße betreiben, aufgeben. Es sind ein kleines Hotel und ein Kiosk. Schweren Herzens, wie der Inhaber sagt, aber er hofft auf eine Nachfolge.

1992 kam Hotel dazu

Als Kioskbetreiber ist das Paar in Groß Bülten aber schon viel länger bekannt: Seit 1976 hatten sie ein Verkaufshäuschen fast direkt gegenüber des heutigen Standorts. Dort ist jetzt ein türkischer Imbiss angesiedelt. 1990 kauften Halbroths dann eine Doppelhaushälfte auf der anderen Straßenseite und bauten dort den neuen Kiosk.

Die Idee, dem Kiosk einen Gaststätten- und Hotelbetrieb anzugliedern, entstand 1992. Am 15. Dezember 1992 war dann die Eröffnung des Hotels – zunächst mit vier Doppel- und zwei Einzelzimmern. Aufgrund der großen Nachfrage entschieden sie sich dann, den Gaststättenbetrieb einzuschränken und 1996 das Hotel um weitere vier Einzelzimmer zu ergänzen.

Mittagstisch für „Ilseder Schlacke“

Zusätzlich zum Hotel- und Gaststättenbetrieb boten die Kioskbesitzer einen Mittagstisch für die Mitarbeiter der ehemaligen Ilseder Schlackenverwertung (ISV) sowie einen Party-Service an. Kein Problem, denn Brigitte ist gelernte Köchin mit langjähriger Berufserfahrung.

Ihr Mann war ein Quereinsteiger: Der 74-Jährige hatte zunächst eine Ausbildung beim Landkreis Peine als Verwaltungsfachangestellter absolviert, dann jedoch schnell gemerkt, dass die Arbeit im Büro ihm nicht liegt. Nach einer vierjährigen Verpflichtung bei der Bundeswehr schloss er eine zweite Ausbildung als Wassermeister in Hamburg an. Auch im Baustoffhandel war Halbroth tätig, bevor er sich zu einem letzten Neuanfang entschloss und den Kiosk übernahm.

Besuch aus Bremerhaven

Viele Erinnerungen des Paares sind in einem dicken Fotoalbum festgehalten. So blickt Gerd Halbroth zurück: „Einmal wurde die Wette um ein großes Fass Bier abgeschlossen, dass es nicht gelingt, den Marine-Chor ,Blaue Jungs’ aus Bremerhaven zu einer Feier einzuladen. Die kamen dann aber tatsächlich mit ihrem Bus und mehreren Lkw – da war richtig was los“, weiß er noch heute.

Gerd Halbroth hat viele Erinnerungen in einem Fotoalbum gesammelt. Quelle: Antje Ehlers

Der Kiosk gehört zum Ort

Es war gedacht, den Kiosk als Familienbetrieb weiter zu erhalten, doch durch einen gesundheitlichen Rückschlag des einzigen Sohnes ist dies nun nicht mehr möglich. Auch das Paar ist immer mehr mit gesundheitlichen Problemen belastet. „Wir hatten in den 27 Jahren nicht einen einzigen Tag geschlossen. Und auch wenn uns noch ein paar Angestellte unterstützen, war kaum an Urlaub zu denken. Dennoch hoffen wir, dass wir einen Nachfolger finden, dem die Liebe zum Kiosk und zur Hotellerie genauso im Herzen liegt wie uns“, sagt Halbroth. Schließlich habe man einen großen Kundenstamm aufbauen können, für Viele gehöre der Gang zum Kiosk zum Tagesablauf. Der Hotelbetrieb laufe ebenfalls gut.

„Trotz der vielen Arbeit haben wir nichts bereut“, fasst Gerd Halbroth zusammen. Und ein bisschen Ausgleich habe er in seinem Engagement für den Peiner Tierschutzverein gefunden, dem er in den 1980er-Jahren zwei Jahre vorstand, oder beim TSV Viktoria Ölsburg.

Findet sich keine Nachfolge, wird der „Ilseder Landkrug“ für immer geschlossen.

Käufer oder Pächter gesucht

Vor einigen Jahren hatten Halbroths die zweite Doppelhaushälfte dazu kaufen können und würden sich freuen, wenn sich ein Käufer, wenigstens aber ein Pächter für den gesamten Komplex finden würde.

Von Antje Ehlers

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