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Ilsede Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe geht stark zurück
Kreis Peine Ilsede Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe geht stark zurück
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11:00 17.10.2019
Ein Erntewagen, aufgenommen im Jahr 1931. Quelle: Heimatgruppe Gadenstedt
Gadenstedt

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Gadenstedt ist nach dem Zweiten Weltkrieg immer weiter zurückgegangen. Gab es im Jahr 1972 noch 20 Höfe in der Ilseder Ortschaft, so sind es heute nur noch fünf. Hierzu hat die Heimatgruppe Gadenstedt Nachforschungen im Gemeindearchiv angestellt.

Die Recherche reichte weit zurück, da die Heimatgruppe die Geschichte der Landwirtschaft in Gadenstedt komplett für ihre Vortragsreihe „Unser Dorf im Wandel der Zeit“ beleuchten wollte. „Wir haben zunächst im Dorf herumgefragt, ob die Leute zum Beispiel alte Dokumente besitzen, die uns weiterhelfen könnten“, sagt Karl Cramm vom Vorstand der Heimatgruppe. „Die Ausbeute war aber leider nicht sehr ergiebig.“ Fündig wurden die Mitglieder dann im Gemeindearchiv, hier half ein Archivar bei der langen Recherche.

Agrartechnische Revolution und Industrialisierung

Schließlich fragte die Gruppe noch bei den Hofbetreibern nach weiteren Hintergrundinformationen. So kamen die Ergebnisse zusammen: In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auffällig viele Höfe aufgegeben. Als einen Grund nennt Cramm die „agrartechnische Revolution“ im 20. Jahrhundert, alte Pferdegespanne wurden durch moderne Maschinen ersetzt. Viele Landwirte hätten sich die neuen großen Geräte nicht mehr leisten können. Außerdem schritt die Industrialisierung im Peiner Raum voran, viele Landwirte wechselten das Berufsfeld.

Einer der Hauptgründe für die seit den 1970er-Jahren weiter geschrumpfte Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Gadenstedt sei, dass es keine Erben für die Höfe gegeben habe. „Und auch wenn es sie gab, wurden die Betriebe oft nicht weitergeführt“, so Cramm. Die Söhne und Töchter der Landwirte hätten in vielen Fällen lieber einen anderen Berufsweg einschlagen wollen und die Höfe schließlich verpachtet.

Kleine Betriebe rentieren sich oft nicht

Ein weiteres Problem sei die mangelnde Wirtschaftlichkeit: Kleine landwirtschaftliche Betriebe würden sich oftmals nicht rentieren, so Cramm. „Der Preis für die erzeugten Produkte deckt nicht mehr die Kosten für Saatgut. Die Produktion von Nahrungsmitteln wird immer schwieriger und ist mit zusätzlichen Auflagen belastet.“ Viele Betriebe würden daher versuchen, niedrige Preise über größere Mengen auszugleichen, wozu meist zusätzliches Ackerland gepachtet werden müsse. In der Folge würde Boden an größere Betriebe verkauft. Diese würden dadurch in der Fläche wachsen, während kleine Betriebe verschwinden.

All diese Gründe würden dazu führen, dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Zukunft sogar noch weiter zurückgeht. „Es werden langfristig vielleicht einer oder zwei in Gadenstedt übrig bleiben“, vermutet Cramm.

Bilder aus dem Archiv zeigen, wie landwirtschaftliche Betriebe in Gadenstedt früher gearbeitet haben.

Von Dennis Nobbe

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