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Ilsede Flucht nach Europa: Fotovortrag mit Erik Marquardt
Kreis Peine Ilsede Flucht nach Europa: Fotovortrag mit Erik Marquardt
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00:20 01.05.2019
Erik Marquardt (r.) hielt auf Einladung der Grünen in Groß Ilsede einen bewegenden Fotovortrag über das Thema Flucht und sprach dabei viele Fragen an. Quelle: privat
Gross Ilsede

Warum fliehen so viele Menschen weltweit? Wie bewältigen sie die gefährlichen Fluchtwege? Und warum nehmen in Deutschland die Vorbehalte gegenüber Geflüchteten zu, wenn doch die Zahlen derer, die es hierher schaffen, deutlich sinken? Diesen und anderen Fragen widmete sich der Fotovortrag des Fotografen, Journalisten und grünen Politikers aus Berlin, Erik Marquardt. Er gilt als sehr aussichtsreicher Kandidat der grünen Liste für die bevorstehende Europa-Wahl und kam auf Einladung des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen ins Peiner Land.

Reise begann in Afghanistan

Die etwa einstündige Reise, auf die er gut 30 interessierte Zuschauer mitnahm, begann in Afghanistan. „Wie kann ein Land, in dem Zivilisten ständig durch Anschläge gefährdet sind und in dem ausländische Regierungsmitarbeiter aufgrund der Gefährdungslage überwiegend mit Hubschraubern von A nach B transportiert werden, von unserer Regierung als sicher genug für Abschiebungen eingestuft werden?“ fragte Marquardt in seinem Vortrag.

Welche Fluchtgründe sind „moralisch legitim“?

Auch der Frage, welche Fluchtgründe eigentlich „moralisch legitim“ seien, ging er nach. Verdienen nur Geflüchtete aus Kriegsgebieten Schutz? Was ist mit Menschen, die vor dem Verhungern fliehen und die bei uns als „Wirtschaftsflüchtlinge“ verpönt werden? Er untermalte er seine Erzählungen aus den Lagern in Kabul durch eindrucksvolle Bilder von Kindern, die im Dreck und bei Minustemperaturen in offenen Plastiksandalen Müll sammeln oder auf andere Weise versuchen, etwas zum Lebensunterhalt beizutragen. An einen Schulbesuch ist nicht zu denken. „Hier geht eine ganze Generation verloren“, resümierte Marquardt.

Anschließend zeigte er Bilder von Menschen auf der Balkanroute, die er 2015/16 in der Türkei, Griechenland, Serbien und Ungarn im Auftrag des Senders arte aufgenommen hat. Den dritten Teil des Vortrags bildeten Fotos aus dem Mittelmeer. Er erinnerte daran, dass Nichtregierungsorganisationen, die mit großem Aufwand Menschenleben retteten, kriminalisiert und mittlerweile komplett an ihrer Arbeit gehindert werden.

Syrerinnen berichteten von ihrer Flucht

Im Anschluss an den Vortrag berichteten die beiden Syrerinnen Fatima Habash und Ronahi Chaban von ihrer eigenen gefährlichen Reise über die Balkanroute im Herbst 2015. Da Ronahi von Geburt an an einem schweren Herzfehler leidet und die medizinische Versorgung in Syrien zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahren zusammengebrochen war, musste ein Familienmitglied mit der damals 10-Jährigen losziehen (PAZ berichtete). Die persönlichen Berichte lösten nicht nur bei den beiden jungen Frauen große Emotionen aus, auch im Publikum liefen die Tränen. „Wir sind Deutschland sehr dankbar für alles und wir hoffen, dass auch andere hier weiterhin Hilfe bekommen“, schloss Fatima Habash ihre Ausführungen ab.

Viele Fragen wurden in der anschließenden Diskussion von den beiden Frauen und Marquardt beantwortet. „Das Gefühl, dass wir uns weiterhin für Flüchtende und besonders auch für das Verständnis ihnen gegenüber in der Bevölkerung einsetzten müssen, nahmen sicherlich alle mit nach Hause“, sagt Grünen-Sprecherin Stefanie Weigand abschließend.

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