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Ilsede Einfahrphase der neuen Kläranlage beginnt im Mai
Kreis Peine Ilsede Einfahrphase der neuen Kläranlage beginnt im Mai
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11:32 18.04.2019
Eine der zwei Besuchergruppen an dem Becken, in dem im Mai angeimpft wird. Rechts sind die beiden Dekanter zu sehen, mit denen später das Klarwasser abgezogen wird. Quelle: Wasserverband Peine
Gadenstedt

Die Inbetriebnahme der neuen Zentralkläranlage in Gadenstedt rückt näher: Im Mai soll das Animpfen erfolgen und damit die Einfahrphase beginnen. 24 Mitglieder des Rates der Gemeinde Ilsede sowie des Ortsrates Gadenstedt informierten sich vor Ort beim Wasserverband Peine über den Stand der Arbeiten. Eingeladen hatte dazu Ilsedes Bürgermeister Otto-Heinz Fründt.

„Diese neue Kläranlage und der Anschluss der Kanalnetze aus den Ortschaften Adenstedt, Oberg, Münstedt und Groß Lafferde ist auch für unseren Verband ein herausragendes Investitionsprojekt. Derzeit werden letzte Restarbeiten ausgeführt, dann folgt das Animpfen Anfang Mai und damit der Start der mehrwöchigen Einfahrphase der Kläranlage“, sagte Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands, der sich über den Besuch der zahlreichen Ilseder Gremienvertreter freute.

Adenstedt soll noch 2019 angeschlossen werden

Beim Animpfen wird Klärschlamm aus einer anderen Kläranlage eingebracht, um mit den Mikroorganismen die Basis für die biologische Reinigung zu schaffen. Dann wird mit Abwasser aus Gadenstedt der Reinigungsprozess gestartet. 2019 soll dann noch Adenstedt per Druckrohrleitung angeschlossen werden, Oberg folgt 2020, Mündtedt 2021 und zum Abschluss Groß Lafferde.

Mitglieder des Rates der Gemeinde Ilsede sowie des Ortsrats Gadenstedt vor dem Betriebsgebäude der Kläranlage. Quelle: Wasserverband Peine

Projektleiter Marco Knoop blickte auf die Herausforderungen zu Baubeginn zurück: Kampfmittelverdachtsflächen, archäologische Funde und nicht zuletzt der Schutz der Feldhamster hatten zu längeren Bauzeiten geführt. Ein 700 Meter langer Feldhamster-Schutzzaun wurde errichtet, um die Neu- und Wiederansiedlung auf der Baufläche zu vermeiden. Die beauftragten Fachfirmen hätten gute Arbeit geleistet, führte Knoop aus. Derzeit stünden letzte Restarbeiten, etwa der Telekom, aus.

Erklärung des Reinigungsverfahrens

Das für die Kläranlage Gadenstedt gewählte Reinigungsverfahren, das sogenannte SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) habe den Vorteil, dass es sehr gut auf verschiedene Abwassermengen eingestellt werden kann. Ingenieur Knoop erläuterte den künftigen Ablauf: Die Druckrohrleitungen, mit denen das Abwasser aus den Ortschaften zur Kläranlage geführt wird, führen in die Rechenhalle. Hier erfolgt die mechanische Reinigung. Rechen- und Sandgut werden entnommen, zudem erfolgt eine Entlüftung. Die Abluft wird über einen Biofilter geführt, um Geruchsbelastungen der Umwelt zu vermeiden. Das mechanisch gereinigte Abwasser wird in einem abgedeckten Zwischenspeicher gehalten, bis es der biologischen Reinigung zugeführt wird. Diese findet in den beiden großen Betonbecken, den sogenannten SBR-Reaktoren, statt.

Hier laufen in einem Zyklus die verschiedene Phasen in jeweils einem Becken ab: Füllen, Mischen, Belüften, Absetzen, Klarwasser- und Überschussschlammabzug, bei Bedarf Stillstand, dann startet der Prozess von neuem. Bis zu sechs Stunden könne so ein Zyklus dauern, so Knoop. Dann werde das gereinigte Wasser kontrolliert an die Fuhse abgegeben, der überschüssige Klärschlamm über eine Schneckenpresse entwässert und auf der überdachten Fläche bis zur Verwertung zwischengelagert.

Von Dennis Nobbe

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