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Ilsede Der malende Pfarrer aus Ilsede
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09:00 09.07.2019
Malen ist das Hobby des Ilseder Pfarrers Thomas Mogge. Das Bild „Die Heilung des Taubstummen“ entstand schon vor 30 Jahren. Quelle: Ulrich Jaschek
Gross Ilsede

Klassisch betrachtet ist Thomas Mogge ein Spätberufener, denn der katholische Theologe wurde erst als 42-Jähriger 2007 im Hildesheimer Dom zum Priester geweiht. Seit inzwischen neun Jahren ist er im Auftrage des Herrn in Ilsede und damit „erstmals auf dem Land“ stationiert. Genau genommen folgt er aber seinen unterschiedlichen Begabungen bereits seit Kindesbeinen: der zur Malerei und dem Eifer für den Herrn.

Von Elternhaus geprägt

„Ich erlebte meinen Vater oft malend“, erzählt Mogge. Das inspirierte das damalige Kindergarten-Kind, es dem Vater nachzumachen. „Die Malerei hat in unserer Familie einen festen Platz“, fügt der 1965 in Höxter geborene und in Holzminden aufgewachsene Priester hinzu.

Katholische Karriere

„Seit sie sich kennen, gestaltetet mein inzwischen 85-jähriger Vater meiner Mutter zu jedem Weihnachtsfest eine Karte mit Bild und Text“, erzählt Mogge. Geprägt durch sein Elternhaus nimmt die katholische Karriere des kleinen Thomas seinen Lauf: Kinderchor, Ministrant, Gruppenleiter, Pfarrgemeinderat, Theologiestudium in Paderborn, elf Jahre Tätigkeit als Pastoralreferent unter anderem auch in Wolfsburg beim dortigen Prälaten und ehemaligen Peiner Dechanten Heinrich Günther.

Seit neun Jahren in Ilsede

„Irgendwann reifte dann doch meine Entscheidung, Priester zu werden“, blickt Mogge zurück. „Durch die Tür gehen“ nennt er das. Nach der Priesterweihe ist er drei Jahre Kaplan in Braunschweig und seit neun Jahren Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Bernward in Ilsede.

Kunst habe er zwar nie studiert, die Malerei aber stets weiterverfolgt. Mit dem Kopf deutet er auf Porträts aus Feder- und Bleistiftzeichnungen, die er nach Fotografien in Zeitungen oder Zeitschriften geschaffen hat. Seien die Augen erst gelungen, habe man schon „fast gewonnen“, obwohl: „der Mund ist das Schwierigste“, präzisiert er und zeichnet schwungvoll in die Luft. Berufsbedingt inspiriert Mogge besonders die heilige Schrift.

Feinfühlige Darstellungen

Still verharrt der Betrachter beispielsweise vor Mogges „Effata“ („Öffne dich!), mit dem er malerisch-meditativ selbst moraltheologische Unaussprechlichkeiten feinfühlig darstellt, die sich hier bei der Heilung des Taubstummen ergeben (Mk7,31-37). „Es heißt, Jesus berührte die Ohren des Taubstummen mit den Fingern und die Zunge mit Speichel“, erklärt er und fügt ein bisschen provozierend hinzu: „Wie, meinen Sie, geht das gleichzeitig?“

Eine ganz besonders innige geistige Beziehung pflegt der Geistliche zu seinem Namenspatron, dem Apostel Thomas. Jenem, dem die Nachwelt, berechtigt oder nicht, wegen dessen kurzer, aber durchaus nachvollziehbarer Glaubenskrise für immer den Beinamen „Der Ungläubige“ gab. Klar, dass Mogge besonders seinem geistlichen Vorbild mehrere ganz persönliche Farbdenkmäler setzt, weil er sich in diesem „Original-Thomas-Leben“ oft selbst wiederfinde.

Gemalte Glaubenszeugnisse

Die Werke Mogges wirken wie zu Farbe gewordene Glaubenszeugnisse, auf Papier und Leinwand fixiert, oft spontan inspiriert und wie ein Gebet oder eine gemalte Predigt.

Leider schränke aber sowohl die seelsorgerische als auch die administrative Tätigkeit seine künstlerischen Ambitionen inzwischen sehr stark ein. So beschränke er sich inzwischen auf Weihnachts- und Ostermotive. Gerne habe er aber die Arbeit jener Künstlerin verfolgt, die mit der Gestaltung der neuen großen Fenster der Ilseder St. Bernward-Kirche betraut war.

Pfarrhaus ist kein Atelier

Apropos groß: „Großformatig malen“, wäre noch sein Traum, sagt er versonnen. „Aber ein Pfarrhaus ist eben kein Atelier“, schränkt er ein, blickt zum Kreuz und lächelt.

Von Ulrich Jaschek

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