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Ilsede Der Groß Lafferder Dirk Kenner und sein besonderes Gespür für Holz
Kreis Peine Ilsede Der Groß Lafferder Dirk Kenner und sein besonderes Gespür für Holz
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08:00 16.10.2019
Dirk Kenner in seiner „Wohlfühl-Werkstatt“. Quelle: Ulrich Jaschek
Gross Lafferde

Dass Landwirtschaft allen diene, ist mehr ein geflügeltes Wort: Dirk Kenner aus Groß Lafferde beispielsweise faszinieren landwirtschaftliche Zugmaschinen derart, dass er sogar spezielle Sammlerbörsen besucht, um in allen Teilen bewegliche Miniatur-Modelle für seine eigene Sammlung zu ergattern.

Gelernter Tischler

Besonders angetan hat es dem 49-Jährigen offenbar ein ganz besonderes Exemplar einer inzwischen untergegangenen bayerischen Treckerschmiede. Der gelernte Tischler, bereits mehr als 30 Jahre im Beruf, entschloss sich, den „Schlüter Compact“ nachzubauen, zweieinhalb Mal größer als das Metall-Modell und ebenso beweglich, aber ausschließlich aus Holz, versteht sich.

Wohlfühl-Werkstatt

„Bereits als Kind habe ich sehr erfolgreich mit der Laubsäge hantiert, sodass sich später eine Ausbildung als Tischler angeboten hat“, erzählt der heutige Holzkünstler. Vom üblichen Tischler-Arbeitsalltag mit den darin üblicherweise verwendeten Holzarten erhole er sich in seiner heimischen „Wohlfühl-Werkstatt“, in der er sich voller Leidenschaft auf die filigrane Arbeit mit massivem Holz stürze. Daraus entstanden bisher beispielsweise uniformierte Nussknacker, bewegliche Eulen oder seit Mitte Mai eben der „Schlüter Compact“.

Ein ganz besonderes Treckermodell entstand mit höchster Präzision und viel Liebe zum Detail.

Bis Kenner allerdings zu Holz und Werkzeug greift, sind exakte mathematische Berechnungen und diverse detaillierte Zeichnungen erforderlich. Drei Wochen rechnet und zeichnet der Tüftler, bis er seine ausschließlich aus Holz bestehende Feinmechanik in die Realität umzusetzen beginnt. „In keinem meiner Modelle befindet sich Metall“, betont er.

Nachts kommen erhellende Einfälle

Dass er dabei trotz seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit dem Werkstoff Holz immer wieder auf unerwartete technische und mechanische Schwierigkeiten getroffen sei, habe ihn nur noch mehr angespornt. So kämen ihm beispielsweise auch während gelegentlicher nächtlicher Schlafpausen erhellende Einfälle zur Problembewältigung. Aber: „Wenn ich etwas sehe, weiß ich meist schon, wie ich es baue“, sagt er, während er die mannigfachen Funktionen des inzwischen fertiggestellten detailgetreuen „Schlüter Compact“-Holzmodells aus Esche, Nussbaum und Kiefer demonstriert und kaum hörbare Quietschgeräusche auf „die hohe Luftfeuchtigkeit hier“ zurückführt. Denn: „Holz arbeitet immer.“

Hochwertiges Werkzeug

„Durch die Tüftelei lässt sich geistige Leistungskraft mit Entspannung kombinieren“, erklärt der Junggeselle den Reiz an seiner täglichen Feierabendtätigkeit. Dass der Einsatz hochwertigen Werkzeuges das Vergnügen an dem Hobby immer weiter potenziere, verstehe sich dabei von selbst, fügt er hinzu und präsentiert in seiner häuslichen Produktionsstätte auch von ihm im Wortsinne „ausgefeilte“ detailgetreue Hausmöbel-Miniaturen. Der Clou: Eine unauffällige Schrank-Miniatur, deren detailverliebten inneren Werte sich erst nach dem Öffnen der Türen als winzige, aber durchaus funktionsfähige Werkzeuge zur Holzbearbeitung zu erkennen geben. „Vorsicht! Der Hobel ist messerscharf!“, warnt Kenner.

Nächster Plan: ein Mähdrescher

Ganz tiefes Durchatmen verschafft sich der Holzkünstler beispielsweise durch sportliche Ausflüge auf dem Fahrrad, „außerdem ist auch im Garten zuweilen etwas zu tun“. Er bemühe sich allerdings, sich besonders mit Letzterem nicht zu lange aufzuhalten, denn in seiner Werkstatt wartet inzwischen das nächste Projekt auf Umsetzung: Der hölzerne Mähdrescher ist zwar bereits gut zu erkennen, aber das Schönste kommt für den Magier des Holzes natürlich zuletzt: die Lösungen diverser mechanischer Bearbeitungs-Probleme. Landwirtschaft dient eben allen…

Von Ulrich Jaschek

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