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Ilsede GHS Groß Ilsede: Bauarbeiten gehen schrittweise voran
Kreis Peine Ilsede GHS Groß Ilsede: Bauarbeiten gehen schrittweise voran
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17:14 05.12.2019
Von links: Michael Schrader (Leiter des Immobilienwirtschaftsbetriebs), Christian Mews (Kreisrat für Umwelt, Bauen und Verbraucherschutz) und Sabrina Hahn (Fachdienstleitern Bau- und Raumordnung). Quelle: Dennis Nobbe
Groß Ilsede

Großer Wirbel: Das Innere der Grund- und Hauptschule (GHS) Groß Ilsede gleicht an vielen Stellen einer Baustelle. Dies hat unlängst ein Youtube-Video zweiter Hauptschüler aufgezeigt, das auch überregional für Aufsehen gesorgt hat – allerdings hauptsächlich, weil Sozialarbeiter Dirk Grune dabei ins Kreuzfeuer geriet, der im Video zu sehen war. Grune sollte eigentlich die Schule verlassen, jetzt sucht man nach Schülerprotesten nach einer gemeinsamen Lösung.

Dabei ging das eigentliche Anliegen der Schüler ein wenig unter: Sie haben sich eine Verbesserung der Zustände in ihrer Schule gewünscht. Diese sei in Aussicht, wie der Landkreis Peine der PAZ jetzt bei einer Begehung der Schule erklärt hat.

Bereits seit rund zwei Jahren läuft die umfangreiche Sanierung und Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes aus dem Jahr 1908 an der Schulstraße. Eltern und Schüler hatten den baulichen Zustand schon mehrfach kritisiert. Die Arbeiten stünden aber keineswegs still, es gehe Schritt vor Schritt voran, betont der Landkreis Peine als Schulträger.

Nicht nur auf das Gebäude der GHS beschränken sich die Arbeiten: Schon 2008 begann im Schulzentrum Groß Ilsede eine flächendeckende Brandschutz-Sanierung. Diese läuft in mehreren Abschnitten, vor rund zwei Jahren ist die GHS als letzter Baustein hinzugekommen. Es erfolgt nicht nur eine Brandschutz-, sondern auch eine energetische Sanierung. Zudem müssten etliche Bereiche in Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege restauriert werden. „Alles erfolgt mit Rücksichtnahme auf den Schulalltag“, sagt Michael Schrader, Leiter des Immobilienwirtschaftsbetriebs des Landkreises Peine.

Kleinteilige Arbeiten dauern seit zwei Jahren an

Da die vielfältigen Arbeiten kleinteilig und meist außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden, seien Fortschritte selten auf den ersten Blick sichtbar. „Wir sind aber seit zwei Jahren aktiv dabei“, betont Christian Mews, Kreisrat für Umwelt, Bauen und Verbraucherschutz. „Das Innere der Schule sieht natürlich unfertig aus, doch im Gegensatz zu einer Baustelle liegen hier kein Schutt oder Arbeitsgeräte herum. Nutzungseinschränkungen für Lehrer und Schüler gibt es nicht.“ Schrader fügt hinzu: „Wir stehen immer im engen Kontakt mit der Schulleitung. Während des Unterrichts können manche Arbeiten einfach nicht stattfinden.“

Das Innere der Grund- und Hauptschule hat zum Teil Baustellen-Charakter. Viele Arbeiten sind bereits ausgeführt, andere dauern noch an.

Mit viel Fingerspitzengefühl müssten beispielsweise die Ausmalungen im ersten Obergeschoss restauriert werden. „Sie sind etwas ganz Besonderes an diesem Denkmal“, sagt Sabrina Hahn, Fachdienstleitern Bau- und Raumordnung des Landkreises Peine. „Das Gebäude hat eine Ausstattung, die nicht alltäglich ist. Der aktive Denkmalschutz ist für Laien vielleicht schwer nachvollziehbar“, ergänzt Schrader. So müssten beispielsweise die Ausmalungen zuerst analysiert werden, bevor die Restaurierung stattfinden kann.

Abschluss bis zu den Osterferien geplant

Aus Brandschutzgründen wurden die aus den 1950er- oder 1960er-Jahren stammenden Holzplatten von den Flurwänden entfernt. Auch viele Türen werden ausgetauscht, dabei müssen Denkmal- und Brandschutz unter einen Hut gebracht werden. Wann genau die gesamten Arbeiten abgeschlossen sind, ließe sich nicht konkret sagen. „Wir drängen aber darauf, dass es möglichst schnell geht. Geplant ist ein Abschluss bis zu den kommenden Osterferien“, so Schrader. „Wir schreiben die Arbeiten aus, doch oft ist es schwer, fachlich kompetenten Firmen, die für diese Maßnahme nötig sind, zu bekommen.“

Länger als bis zu den Osterferien würden die Arbeiten im Keller der GHS dauern. „Dieser ist historisch gesehen der Maschinenraum des Gebäudes. Vor Baubeginn sah es hier aus wie in einer finnischen Sauna“, beschreibt Schrader. Im Keller befinden sich unter anderem der Werk- und Technikraum sowie zusätzliche Toiletten – die Sanitärräume im ersten Obergeschoss sind bereits saniert.

Sämtliche Oberflächen im Kellergang wurden freigelegt, weshalb auch die Rohre und Kabelkanäle sichtbar sind. „Von der Decke hängen aber keine Kabel, alles entspricht den sicherheitsrechtlichen Bedingungen“, betont Mews.

Kein Gesundheitsrisiko zu befürchten

Eine Fachfirma habe bereits die damals im Keller verbauten Schadstoffe komplett entfernt, beispielsweise asbesthaltigen Spachtel an den Türen. „Das hat die gesamten Sommerferien gedauert. Man kann dieses gesundheitsschädliche Material natürlich nicht entfernen, wenn Schüler anwesend sind“, sagt Schrader. Wenn heute einmal Putz von der Decke rieselt, bestehe kein Gesundheitsrisiko. Geplant sei zudem, an fünf Stellen im Gebäude Raumluftmessungen vorzunehmen – nur zur Sicherheit.

Von Dennis Nobbe

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