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Hohenhameln Warum Umweltschützer große Bedenken gegen den neuen Altholzschredder haben
Kreis Peine Hohenhameln Warum Umweltschützer große Bedenken gegen den neuen Altholzschredder haben
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00:19 01.06.2019
Das Schreddern von Altholz setzt Feinstaub frei. Die Umweltschützer wollen die Belastung für Anwohner gering halten.
Das Schreddern von Altholz setzt Feinstaub frei. Die Umweltschützer wollen die Belastung für Anwohner gering halten. Quelle: privat
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Stedum-Bekum

Die Peiner Entsorgungsgesellschaft (PEG) möchte auf ihrem Gelände in Stedum-Bekum eine mobilen Altholzschredder einrichten und die Lagerkapazität für Abfälle erweitern. Das Genehmigungsverfahren ist öffentlich, noch bis zum 17. Juni läuft die Einwendungsfrist (PAZ berichtete). Davon will die Hohenhamelner Bürgerinitiative für Umweltschutz (BI) Gebrauch machen.

„Anlässlich des Tages der offenen Tür, der kürzlich stattgefunden hat, nahmen Mitglieder der BI an einer Führung über das Gelände teil. Sie stellten erfreut fest, dass das von der BI seit langem geforderte Brandschutzkonzept endlich umgesetzt wird“, sagen die BI-Vorsitzenden Hartmut Braun und Marianne Kauers-Theunert.

Bedenken bezüglich des Schredders

Doch bezüglich des neuen Schredders habe man große Bedenken. „Die Feinstäube, die während des Schredderns freigesetzt werden, sind gefährliche Luftschadstoffe, können Erkrankungen auslösen und sich sogar negativ auf Ungeborene auswirken“, heißt es von der BI. Daher habe man Einwendungen formuliert, die an das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig als zuständige Genehmigungsbehörde übermittelt werden sollen.

Um verlässliche Werte zu bekommen, sollen vor dem Einsatz eines weiteres Schredders Langzeit-Luftstoffschadstoff-Messungen durchgeführt werden. Verschärfte EU-Grenzwerte für Feinstäube sollten stets bindend sein und Genehmigungen angepasst werden.

Klimaveränderungen berücksichtigen

Zudem hätten sich die Klimabedingungen verändert, insbesondere hätten Stürme und Starkregen zugenommen. Die BI vertritt die Ansicht, dass deshalb bestimmte Hölzer nicht mehr im Freien gelagert werden sollten. Sie fordert den Bau einer Halle, in der die Hölzer aufbewahrt und der Schredder aufgestellt werden kann. So könne das Verwehen oder Abschwemmen der Holzpartikel verhindert und die Lärmbelästigung reduziert werden. Der beantragte mobile Schredder müsse mit einer integrierten Absaug-Einrichtung ausgestattet werden.

Betriebszeiten einschränken

Nicht zuletzt regt die BI an, das Schreddern nur noch montags bis freitags von 6 bis 22 Uhr zu erlauben. Nach Aussagen von Anwohnern komme es derzeit des Öfteren vor, dass bei der Behandlung, Lagerung und Umschichtung des Altholzes von den Betriebszeiten abgewichen werde. Auf der Homepage der Gemeinde Hohenhameln oder des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig sollten Lärm- und Staubbelastungsprotokolle veröffentlicht werden, in die sich Betroffene eintragen können. Den Beschwerden sollte dann zeitnah nachgegangen werden. Ziel müsse es natürlich sein, Abhilfe zu schaffen.

Die PEG hat beantragt, die Menge der gefährlich Abfälle, die zeitweilig vor Ort gelagert werden dürfen, zu erhöhen. Die BI fordert, diese Stoffe speziell gekennzeichnet in geschlossenen und feuerfesten Behältnissen nur im vorhandenen Sonderabfallzwischenlager aufzubewahren.

Von Kerstin Wosnitza