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Hohenhameln Zuckerfabrik Clauen: Nordzucker erwartet Verluste
Kreis Peine Hohenhameln Zuckerfabrik Clauen: Nordzucker erwartet Verluste
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00:21 18.10.2018
Zuckerfabrik Clauen: Geringe Absatzmengen für Zucker treiben das Geschäftsergebnis des Nordzuckerkonzerns nach unten. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Clauen

Der Nordzucker-Konzern hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 einen Umsatz von 689,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser lag um 18 Prozent unter dem Umsatz der Vorjahresperiode (845,5 Millionen Euro). Gleichzeitig erzielte das Unternehmen einen signifikant niedrigeren Periodengewinn von 11,6 Millionen Euro (Vorjahresperiode: 87,7 Millionen Euro).

Deutlich gesunkene Absatzpreise für Zucker

Hauptgrund für die rückläufige Geschäftsentwicklung seien deutlich gesunkene Absatzpreise für Zucker. „Auf dem europäischen Zuckermarkt herrscht seit dem Wegfall der Zuckermarktordnung eine Überproduktion. Der Zuckerpreis ist nach EU-Preisberichterstattung seither um mehr als 140 Euro pro Tonne gesunken und befindet sich auf einem historischen Tiefstand“, erläutert Nordzucker-Sprecherin Tanja Schneider-Diehl.

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Leicht erhöhte Absatzmengen für Nebenprodukte und Bioethanol im Vergleich zur Vorjahresperiode hätten dem Umsatzrückgang nur geringfügig entgegenwirken können. Lediglich geringere Herstellungskosten und positive Sondereffekte führten zu dem leicht positiven Ergebnis.

Zucker-Weltmarktpreis auf Tiefstand

Auch der Weltmarktpreis für Zucker sei auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Auslöser dieser Entwicklung seien vor allem Produktionsausweitungen in Indien und Thailand.

Zuckerrübenernte: Mit einer sogenannten Rübenmaus werden die süßen Wurzeln vom Feldrand auf die Transporter verladen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die Mitte September begonnene Ernte und Rübenverarbeitung werde in diesem Jahr von den Auswirkungen der ungewöhnlich trockenen Witterung geprägt. Der Start der Kampagne erfolgte in vielen Regionen im Vergleich zum Vorjahr daher später. Sie werde voraussichtlich im Januar enden. Es werden große regionale Ertragsunterschiede erwartet. Insgesamt rechnet Nordzucker mit unterdurchschnittlichen Zuckererträgen.

Verlust ist nicht abwendbar

Im laufenden Geschäftsjahr sei für Nordzucker aufgrund der niedrigen Zuckerpreise ein Verlust nicht mehr abzuwenden. Für das Folgejahr 2019/20 müsse angesichts des erwarteten Preisniveaus mit einem noch deutlicheren Verlust gerechnet werden.

„Wir sehen uns insgesamt gut aufgestellt, auch wenn die Marktsituation ernst ist“, erklärt CEO Dr. Lars Gorissen. „Das Ausmaß des Preisverfalls auf dem Weltmarkt, der durch einen subventionierten Zuckermarkt in Indien angetrieben wird, stellt uns vor große Herausforderungen. Wir werden unsere Effizienz weiter deutlich steigern und Prozesse und Strukturen optimieren.“

Von unserer Redaktion