Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hohenhameln Mehrumer erfüllt sich mit dem Unimog 404 einen Kindheitstraum
Kreis Peine Hohenhameln Mehrumer erfüllt sich mit dem Unimog 404 einen Kindheitstraum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 07.10.2019
Der Weg ist das Ziel: Sandra Kronshage und Markus Schäfer mit ihrem Unimog 404. Quelle: Ulrich Jaschek
Mehrum

Den damals fünfjährigen Markus Schäfer aus Mehrum hatte 1975 die erste Begegnung mit dem Unimog 404 der Ortsfeuerwehr tief in Herz und Bauch getroffen – und dort Wurzeln geschlagen. Besonders vom Klang des Motors kurz vor dem Umschalten in den dritten und vierten Gang schwärmt er noch heute.

Schäfer ist dieser „ersten Liebe“ treu geblieben und wurde vor sechs Jahren mit einer zufälligen Begegnung im Internet belohnt: Diesmal in Gestalt eines längst verrenteten olivgrünen Militär-Modells mit Kofferaufsatz. Kurze Zeit später stand der Mehrumer in Bielefeld vor dem Modell 404 aus dem Jahr 1965. Tags darauf holte der Unimog-Liebhaber seine große alte Liebe nach Hause.

Bei Tempo 50 war Schluss

„Lieblos“ sei der Unimog (Akronym für „Universal-Motor-Gerät“) vom privaten Vorbesitzer behandelt worden, stellte der Oldtimer-Liebhaber betrübt fest. Auch wegen der völlig unzureichend eingestellten Zündanlage war bei Tempo 50 die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Trotzdem kamen Schäfer und sein „404“ wohlbehalten in Mehrum an.

Längst sei das urige Gefährt ein mobiles Familienmitglied geworden, mit dem sich auch Schäfers Lebensgefährtin Sandra Kronshage sofort angefreundet hat. Selbstverständlich kann auch sie das geländegängige Arbeitstier mit den sechs Vorwärtsgängen und zwei Kriechgängen fahren und von fröhlichen Ausflügen damit berichten.

Ausflug nach Wacken als Geburtstagsgeschenk

Die ehemalige Funk-Kabine hat Schäfer inzwischen zur gemütlichen Schlafstätte ausgebaut, die allerdings ausschließlich in gebückter Körperhaltung erreichbar ist. Dass Schäfer im vergangenen Jahr die Möblierung weiter vorantrieb, lag an dem Geburtstagsgeschenk seiner Liebsten: ein Unimog-Ausflug nach Wacken nebst Eintrittskarten für das berühmte Metal-Festival „Wacken Open Air“. „Er hat sich sehr gefreut und wollte im nächsten Moment den Unimog weiter ausbauen“, erinnert sich Kronshage und freut sich noch immer über ihren Geschenk-Erfolg.

Sie und ihr Lebensgefährte schwärmen von der Hin- und Rückreise, auf der sie ständig tanken mussten, weil die Tankanlage aufgrund eines Defekts jeweils nur 40 Liter fasste. Beim fast unstillbaren Benzindurst eines Unimog gilt eine solche Menge gerade mal als „ordentlicher Schluck aus der Pulle“. Während des einwöchigen Aufenthalts in Wacken habe sich eine Kombination aus „Tarnnetz“ und einer selbst angefertigten Rohrkonstruktion als großzügiges und luxuriöses „Vorzelt“ erwiesen.

Staunende Jungs und winkende Herren

So entspannt diese Art zünftigen Campings auch sei, so großen Spaß mache auch die Fahrt, behaupten beide unisono und erinnern sich an „staunende kleine Jungs“ und an winkende ältere Herren, in denen offenbar eigene Unimog-Erfahrungen erwachten.

Obwohl das Paar sich einig ist, dass „mindestens ein Unimog in jede Familie gehört“, sei das Arbeitsgerät nicht wirklich für den wöchentlichen Einkauf geeignet, sondern beispielsweise für Ausfahrten zu Militärfahrzeugtreffen oder anderen Veranstaltungen gleichgesinnter Oldtimer-Freunde. Der Unimog müsse bewegt werden, sagen sie, dann bleibe er noch lange jung. Wie seine Besitzer.

Markus Schäfer und Sandra Kronshage haben ein nicht gerade alltägliches Gefährt: einen Unimog 404 aus dem Jahr 1965.

PAZ-Mitarbeiter macht Testfahrt

Wie es ist, als Beifahrer im Unimog 404 dabei zu sein, hat PAZ-Mitarbeiter Ulrich Jaschek selbst einmal ausprobiert: Zusammen mit Fahrzeug-Besitzer Markus Schäfer aus Mehrum drehte er eine Proberunde.

Ein Minimum an Sportsgeist und Gelenkigkeit ist Voraussetzung, um das Fahrerhaus des Unimog 404 überhaupt zu erklimmen. Wer allerdings den Bogen raus hat (rechter Fuß auf die Radnabe, rechte Hand an den oberen Haltegriff und dann mit Schwung und leichter Drehung ins derbe Gestühl fallen lassen), schließt den kultigen Kommandostand des 404 schnell ins sein Herz.

Das Cockpit präsentiert dem heutigen verwöhnten Autofahrer ein auffallend rustikales und gewöhnungsbedürftiges Ambiente. Der Motor quittiert Schäfers Druck auf den Startknopf mit einem zurückhaltenden Aufbrüllen, während der Fahrer rechts neben sich zu einer Eisenstange greift: dem Schaltknüppel. Der Motor kommt höchst geräuschvoll auf Touren, so dass Kommunikation in militärischer Lautstärke erforderlich wird.

Ein durstiger 82-PS-Motor

Der Beifahrersitz erweist sich als nicht unbequem, während Schäfer am Lenkrad geradezu malocht: Zum Schalten kombiniert er Schwerstarbeit mit Feingefühl, und man stellt fest, dass Unimog fahren das Fitness-Studio erspart. Bremskraftverstärker und Servolenkung sind Luxus, die 82 PS verlangen schon vor sanften Steigungen nach Unmengen Treibstoff.

Trotzdem: Der Fahrspaß steigt mit dem Spritverbrauch, während der ins Fahrerhaus hineinragende Motorblock die Sommerhitze beflügelt und der Sechszylinder bei Tempo 60 gemütlich schnurrt. Das Fahrvergnügen im Sommer könnte perfekt sein, wäre das Stoffverdeck geöffnet, fachsprachlich „abgeplant“, was aber eine aufwendige „Fummelarbeit“ sei. Dennoch ist der Weg das Ziel und diese Art des Reisens ein Muss für Fans.

Von Ulrich Jaschek

Auf eine Reise durch seine Erfahrungen als Deutscher mit türkischen Wurzeln hat Özgür Cebe das Publikum im Kleinen Theater Hohenhameln mitgenommen. Am Tag darauf lud dann Guido Klode alias „Tante Lilli“ zum Kaffeeklatsch.

05.10.2019

Über 240 Landwirte haben sich in diesem Jahr für den Ceres Award, die höchste Auszeichnung in der Agrar-Branche, beworben. Einer der 33 Finalisten ist Lutz Philipp Decker aus Bierbergen, der jetzt Besuch von der Fachjury hatte.

01.10.2019

Ein Einfamilienhaus in Mehrum haben unbekannte Einbrecher heimgesucht. Sie stahlen Bargeld und Münzen

01.10.2019