Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hohenhameln Wie könnte die Zukunft des Hallenbads in Mehrum aussehen?
Kreis Peine Hohenhameln Wie könnte die Zukunft des Hallenbads in Mehrum aussehen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:33 20.08.2019
Hallenbad Mehrum: Kurse zu Fitness- und Gesundheitsprävention sind sehr beliebt. Quelle: Privat
Hohenhameln

Wie kann man das Hallenbad in Mehrum auf lange Sicht erhalten? Zu diesem Thema hat der Gemeindeverband Hohenhameln zu einer Info-Veranstaltung mit dem Titel „Das Hallenbad Mehrum: Ist ein ,Weiter so’ tatsächlich die Antwort?“ eingeladen. Rund 100 Menschen kamen am Montagabend in das Dorfgemeinschaftshaus in Hohenhameln – Kommunalpolitiker waren ebenso vertreten wie Vereinsvertreter und Hallenbad-Nutzer.

Vorbild Duingen

Als Referent eingeladen war Gemeindedirektor Hartmut Steins aus dem Flecken Duingen (Samtgemeinde Leinebergland) im Landkreis Hildesheim und Vorsitzender des Duinger Sport Clubs. Aus der Sicht der beiden unterschiedlichen Funktionen heraus stellte Steins dar, wie es in Duingen – einer Gemeinde mit 5000 Einwohnern – gelungen ist, das Hallenbad nicht nur zu erhalten, sondern auch für die Zukunft attraktiv zu machen.

Hartmut Steins referierte über den Erfolg des Hallenbades in Duingen. Quelle: Kerstin Wosnitza

Voraussetzungen waren ähnlich

„Die Ausgangssituation war ähnlich wie die in Hohenhameln: Wir hatten ein Bad aus den 1970er-Jahren, das energetisch eine Katastrophe und auch sonst nicht mehr zeitgemäß war“, berichtete Steins. Auch ein klammer Gemeindehaushalt sei für ihn ein bekanntes Phänomen.

1998 habe man genauso dagestanden, wie jetzt die Hohenhamelner: Es galt, eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen. In Duingen hätten sich Verwaltung, Politik, Sportler und weitere Bürger entschlossen, einen gemeinsamen Weg zu gehen und viel Zeit, Arbeit sowie Herzblut zu investieren. „Wenn man sich dafür entscheidet, braucht man eine große Mehrheit und eine große Akzeptanz in der Bevölkerung“, machte Steins mehrfach deutlich.

Sportclub betreibt das Bad

Das Bad in Duingen habe man saniert, umgebaut und um eine Sauna-Landschaft erweitert. Der Experte: „Dafür gab es Zuschüsse, aber die Gemeinde musste sich trotzdem mit einer Million Euro verschulden, und der Sportclub hat sich mit 300 000 Euro – 150 000 Euro bar und Eigenleistungen im Wert von noch einmal 150 000 Euro – eingebracht.“ Zudem habe der Sportclub 1998 den Betrieb übernommen und sei unter anderem für die Reinigung, die Bad-Aufsicht, die Durchführung von Kursen, die Caféteria sowie vieles mehr zuständig.

Viele Ehrenamtliche

„Das ist mit viel Bürokratie verbunden und für einen Verein eine gewaltige Belastung. Unter anderem sind alle Arbeitskräfte beim Sportclub angestellt“, betonte Steins. Zudem gebe es eine große Gruppe an Ehrenamtlichen, die sich in ihrer Freizeit einbringen. Der Aufwand lohne sich: Das Bad sei Mittelpunkt des Ortes und der Identifikationsfaktor groß. Rund 55 000 Gäste besuchen die Einrichtung jährlich. Zum Vergleich: Vor dem Umbau waren es etwa 10 000. Sehr gut angenommen würden laut Steins insbesondere die zahlreichen Kurse und die Sauna-Landschaft.

Finanziell ein Verlustgeschäft

Obwohl an vielen Stellen Einsparungen – insbesondere auch im energetischen Bereich – möglich waren, sei das Bad finanziell insgesamt auch heute ein Verlustgeschäft, machte Steins deutlich. Seiner Einschätzung nach sei es auch nicht möglich, ein Hallenbad kostendeckend zu betreiben – darüber müsse man sich im Klaren sein. „Aber solche freiwilligen Leistungen machen das Leben in einer Gemeinde attraktiv“, ist er sicher.

Viele weitere und ergänzende Informationen gab es an diesem Abend von Herm Henkel, der im Vorstand des DLRG-Bezirks Weserbergland tätig ist, wo es eine AG Bäderinitiativen gibt. Er konnte von anderen Beispielen berichten, wie es gelungen ist, Bäder zu erhalten.

Deutlich wurde an diesem Abend, der von der CDU-Gemeindeverbands-Vorsitzenden Darja Kröplin moderiert wurde, dass es keinen Königsweg gibt, sondern je nach örtlichen Voraussetzungen ein eigenes Konzept zur Erhaltung eines Bades entwickelt werden muss – und dass es engagierte Bürger und Politiker braucht, die bereit sind, in einem Schulterschluss ein solches zu erarbeiten und umzusetzen.

Der Flecken Duingen

Duingen liegt am südwestlichen Rand des Landkreises Hildesheim. Als Flecken bildet der Ort für die umliegenden Dörfer einen Mittelpunkt und nimmt zentralörtliche Funktionen ein. Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Capellenhagen und Fölziehausen eingegliedert. Am 1. November 2016 hat man Coppengrave, Hoyershausen, Marienhagen und Weenzen eingemeindet. Seither hat die Gemeinde Duingen etwa 5000 Einwohner. Zugleich wurden die bisherigen Samtgemeinden Duingen und Gronau (Leine) zur neuen Samtgemeinde Leinebergland fusioniert. Duingen ist dadurch nicht mehr Verwaltungssitz, erhielt aber Außenstellen der neuen Samtgemeinde.

Von Kerstin Wosnitza

1945 haben sie sich beim Tanzen in Nordhausen im Südharz kennengelernt. 1951 verließen die Probsts als junge Familie mit Sohn und Hund die DDR und fingen im Westen ganz neu an. Sie leben in Hohenhameln.

20.08.2019

Nach 22 Jahren ist eine Ära zu Ende gegangen: Die evangelische Kirchengemeinde in Hohenhameln hat am Sonntag Abschied von Pastor Hans Schweda genommen. Viele Menschen gaben ihm gute Wünsche mit auf den Weg.

20.08.2019

Unbekannte Täter sind im Zeitraum zwischen Freitag und Sonntag in ein Wohnhaus in Mehrum eingebrochen. Noch ist nicht klar, ob etwas gestohlen wurde. Die Polizei bittet um Hinweise.

19.08.2019