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Hohenhameln Kritik aus Hohenhameln am Kreis: „Durchdachte Schulpolitik sieht anders aus!“
Kreis Peine Hohenhameln Kritik aus Hohenhameln am Kreis: „Durchdachte Schulpolitik sieht anders aus!“
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19:09 10.12.2019
Das Symbolbild zeigt Schüler, die in einen Bus steigen. Eltern aus Hohenhameln ärgern sich darüber, dass sie für die Beförderung ihrer Kinder an Hildesheimer Schulen keine Erstattung bekommen. Quelle: Archiv
Hohenhameln/Stedum-Bekum

Viele Eltern aus der Gemeinde Hohenhameln kritisieren die Schulpolitik des Landkreises Peine: Sie sollen ihre Kinder auf Gymnasien im Peiner Land schicken und werden dazu gedrängt, indem Fahrtkosten zu Schulen in Hildesheim nicht mehr bezuschusst werden. An den Peiner Schulen herrscht allerdings wegen steigender Schülerzahlen drängende Raumnot. Durch die Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren betrifft dies insbesondere die Gymnasien.

Vielerorts fehlen Klassenräume

Unter anderem an den beiden Peiner Gymnasien sollen sogenannte mobile Klassenzimmer aufgestellt werden, um der Raumnot zu begegnen. Aber auch im Schulzentrum in Groß Ilsede fehlen Klassenräume. Dort soll die Grundschule in das derzeit leerstehende Gebäude der ehemaligen Janusz-Korczak-Schule ausweichen, um Platz zu schaffen.

Mehr dazu lesen Sie hier: Kreis Peine: Schüler sollen in 30 Containern lernen, Zu wenig Platz: Wohin mit den Ilseder Grundschülern im nächsten Jahr?

„Die steigenden Anmeldezahlen an den Gymnasien im Kreis Peine sind unter anderem Ergebnis der Abschaffung der Übernahme von Schülerbeförderungskosten für Jungen und Mädchen, die Schulen außerhalb des Landkreises Peine besuchen. Seit Generationen gehen zum Beispiel Hohenhamelner Kinder auf die Michelsen-Schule in Hildesheim, die einen landwirtschaftlichen Schwerpunkt hat. So ein Angebot gibt es in Peine nicht“, sagt Sebastian Hebbelmann.

Fahrtkosten: 89 Euro pro Kind und Monat

Er sitzt für die SPD im Hohenhamelner Gemeinderat, wendet sich aber in erster Linie als betroffener Vater an die Öffentlichkeit: Zwei seiner drei Kinder besuchen ein Gymnasium in Hildesheim. Damit sie dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommen können, muss die Familie tief in die Tasche greifen: Der günstigste Tarif beträgt 89 Euro im Monat – pro Kind. „Das gilt aber nur, wenn man ein Ticket-Abo abschließt. Dann muss man allerdings auch tatsächlich jeden Monat ein Ticket kaufen – auch wenn Ferien sind“, erklärt Hebbelmann. Wochenkarten gibt es nicht.

Kritik: „Eltern werden finanziell unter Druck gesetzt“

„Der Landkreis Peine hat den finanziellen Anreiz gesetzt, dass Eltern sich für den kostenlosen Besuch einer kreiseigenen Schule entscheiden oder die Fahrtkosten in andere Landkreise selbst tragen. Statt sich dem Wettbewerb mit Gymnasien außerhalb des Landkreises zu stellen, setzt man Eltern finanziell unter Druck und sorgt so für konstante, beziehungsweise steigende Schülerzahlen“, moniert Hebbelmann, der betont, dass er mit seiner Meinung nicht allein dasteht. „Nun müssen Container aufgestellt werden, weil nicht genügend Raum für die Schüler zur Verfügung steht. Durchdachte Bildungspolitik sieht anders aus“, kritisiert der Vater.

Keine Kostenersparnis

Das Argument der Kostenersparnis für den Landkreis durch die Abschaffung der Kostenübernahme für Fahrten in benachbarte Gymnasien sei von Anfang an nicht stichhaltig gewesen: Wenn Eltern sich so verhalten, wie es der Landkreis anstrebt, und ihre Kinder an einer Schule im Landkreis anmelden, bezahle der Landkreis die Beförderungskosten ja auch.

Nun komme mit der geplanten 30-Euro-Schülerticket des Regionalverbands Großraum Braunschweig noch ein weiterer Aspekt hinzu: „Grundsätzlich begrüße ich dieses Modell sehr. Allerdings entstehen weitere Schülerbeförderungskosten in Millionenhöhe, von denen wir hier nichts haben. Vor diesem Hintergrund wünsche ich mir eine Gleichbehandlung aller Schüler im Kreis Peine“, betont der Hohenhamelner. Er sehe darin mehrere Vorteile: Die Raumsituation an den Peiner Gymnasien würde entschärft und die Unabhängigkeit der Eltern bei der Schulwahl wieder hergestellt.

Landkreis: Vorgehen entspricht dem Schulgesetz

Der Landkreis begründet sein Vorgehen wie folgt: „Die Fahrtkosten für die Beförderung zu Schulen außerhalb des Landkreises werden wegen einer Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes nicht mehr erstattet“, erklärt Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine. Die Schülerbeförderung ist in Paragraf 114 geregelt, in dem es heißt, dass die Beförderungs- oder Erstattungspflicht nur für den Weg zur nächsten Schule der vom Schüler gewählten Schulform besteht. Für Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Gesetzesänderung bereits eine andere als die nächstgelegene Schule besucht haben, gibt es eine Übergangslösung: Sie bekommen bis zum Ende der zehnten Klasse die Kosten auch weiterhin erstattet.

30-Euro-Ticket finanziert der Regionalverband

Mit der Einführung des 30-Euro-Tickets im Bereich des Verkehrsverbundes Region Braunschweig (VRB) hat der Landkreis Peine finanziell nichts zu tun: Den Zuschussbedarf in Höhe von voraussichtlich 3,7 Millionen Euro pro Jahr wird der Regionalverband Großraum Braunschweig tragen, wie dessen Sprecherin Gisela Noske auf Anfrage bestätigt. Für das Ticket ist eine Pilotphase von maximal drei Jahren vorgesehen. Dann soll das Land Niedersachsen entsprechend des rot-schwarzen Koalitionsvertrages die Kosten übernehmen.

Von Kerstin Wosnitza

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