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Hohenhameln Kraftwerk Mehrum: Wasserstoff-Produktion könnte Zukunftsperspektive sein
Kreis Peine Hohenhameln Kraftwerk Mehrum: Wasserstoff-Produktion könnte Zukunftsperspektive sein
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19:08 03.03.2020
Das Kraftwerk in Mehrum wird derzeit noch mit Steinkohle betrieben. Quelle: dpa
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Mehrum

Noch bis mindestens 2021 soll das Steinkohle-Kraftwerk in Mehrum in Betrieb bleiben. Früher oder später muss der Standort in seiner jetzigen Form aber aufgegeben werden, sollte das Bundesgesetz zum Ausstieg aus der Kohle-Energie beschlossen werden. Armin Fieber, Geschäftsführer des Kraftwerks Mehrum, hat allerdings Ideen, wie es in Zukunft weitergehen könnte. Im Gespräch seien der Umbau zu einem Gaskraftwerk sowie die Produktion von Wasserstoff in Mehrum.

Kommt ein Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk?

Entschieden wird über das geplante Gesetz der Bundesregierung im Mai. Wird es beschlossen, müssen bis spätestens 2038 alle Stein- und Braunkohle-Kraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein. „Am Ende muss die Energiewende aber für das Land funktionieren“, sagt Fieber. Soll heißen: Strom muss weiterhin in ausreichender Menge produziert werden. Für Mehrum würden gerade die Eventualitäten geprüft, diese reichen bis zum Bau eines Gas-und-Dampf-Kombikraftwerks. „Bislang sind es aber nur Ideen, es gibt noch keine konkreten Pläne“, betont Fieber.

Eine weitere Idee ist die Produktion von Wasserstoff. Dieser könnte unter anderem zum Antrieb von Gasturbinen dienen, die Strom erzeugen. „VW baut zum Beispiel gerade solche Turbinen, die mit Wasserstoff betrieben werden können“, sagt Fieber. Doch auch Brennstoffzellen, beispielsweise zum Antrieb von Fahrzeugen, können ihre Energie aus Wasserstoff bekommen – die Entwicklung stecke aber noch in den Kinderschuhen.

„Standort hat gute Infrastruktur zu bieten“

Für die Produktion von Wasserstoff ist allerdings erst einmal Strom nötig. „Den muss man aus dem Stromnetz holen, idealerweise aus dem grünen, also erzeugt mit regenerativen Energien. Bei uns in Norddeutschland ginge das relativ gut“, so Fieber. Vereinfacht ausgedrückt wird das chemische Element produziert, indem elektrischer Strom Wasser in Sauer- und Wasserstoff aufteilt. Der Fachbegriff dafür lautet Wasserelektrolyse. Allzu viel Platz sei dafür nicht nötig, wie der Geschäftsführer erklärt: „Unser Block 3 wäre dafür ausreichend. Überhaupt hätten wir genug Platz, der Standort hat eine gute Infrastruktur zu bieten.“ Gelagert werden könnte das Gas dann in einem vorhandenen Speicher bei Hannover.

Partner für Projekt-Umsetzung gesucht

Um das Projekt umzusetzen, seien allerdings mehrere Partner nötig. Neben VW könnten das der Energieversorger BS Energy und die Salzgitter AG sein, die Wasserstoff zum Erhitzen ihrer Hochöfen verwenden. Mit diesen und weiteren potenziellen Projektpartnern will sich Fieber am Freitag treffen, um bei einem Workshop mögliche weitere Vorgehensweisen durchzusprechen. „Aus meiner Sicht ist ein regionales, halbwegs geschlossenes System sinnvoll, quasi eine ,kleine Insel’“, sagt der Kraftwerk-Geschäftsführer. Neben Wasserstoff-Abnehmern seien dafür Gas- und Übertragungsnetz-Betreiber nötig.

Wenn alle Beteiligten mitmachen, könne man eventuell Fördergeld einwerben und das Projekt in Mehrum umsetzen. „Ich schätze, dass drei bis fünf Jahre vergehen, bis eine Umsetzung erfolgen kann. Außerdem ist fraglich, ob die Wasserstoff-Produktion allein den Standort Mehrum sichern kann. Aber es muss ja nicht die einzige Idee sein, die hier realisiert wird“, sagt der Experte.

Das Kraftwerk Mehrum

Bereits seit 1965 wird in Mehrum Strom produziert, seinerzeit noch mit Heizöl und Erdgas. Das Kohlekraftwerk ging 1979 in Betrieb, pro Tag werden zu Produktionszeiten mehr als 5500 Tonnen Steinkohle verbraucht. Die Nettoleistung liegt bei 690 Megawatt. 2003 erfolgte eine umfangreiche Modernisierung, um die Effizienz zu erhöhen. Im November 2017 übernahm der tschechische Energiekonzern EPH – der siebtgrößte Stromproduzent in Europa – das Kraftwerk von den Stadtwerken Hannover und Braunschweig. Im vergangenen Jahr stand die Stromproduktion in Mehrum länger als ein halbes Jahr still, Grund waren die niedrigen Preise an der Strombörse – während dieser Zeit wäre der Betrieb des Kraftwerks nicht rentabel gewesen.

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