Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hohenhameln Kraftwerk Mehrum: So geht es weiter
Kreis Peine Hohenhameln Kraftwerk Mehrum: So geht es weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 06.08.2019
Das Kraftwerk in Mehrum produziert momentan keinen Strom. Quelle: Dennis Nobbe
Mehrum

Das Kraftwerk Mehrum produziert seit März keinen Strom mehr, der Grund sind die derzeit niedrigen Preise am Strommarkt (PAZ berichtete). Was diese Preise beeinflusst, wann die Produktion in Mehrum wieder aufgenommen werden soll und wie es um die Zukunft des Kraftwerks bestellt ist, erklärt Geschäftsführer Armin Fieber.

Der Strompreis – nicht zu verwechseln mit dem, den der Verbraucher zahlt – wird für Deutschland täglich an der Leipziger Strombörse neu gebildet. Momentan ist der Börsenpreis mit rund 45 Euro pro Megawattstunde sehr niedrig. „Wir haben bei Produktion tägliche Fixkosten von etwa 100 000 Euro. Damit sich die Produktion für uns lohnt, müsste die Megawattstunde mit circa 50 Euro gehandelt werden“, erklärt Fieber.

Dies liege hauptsächlich daran, dass Steinkohle am Markt relativ teuer ist und dass auch die Preise für CO2-Zertifikate (siehe Infokasten) seit Anfang des Jahres um rund 30 Prozent angestiegen sind. Es sei also wirtschaftlicher, das Kraftwerk nur auf Bereitschaft zu halten, statt die Produktion fortlaufen zu lassen. „Hätte man im März gewusst, dass das Werk bis heute stillsteht, hätte man weitere Kosten einsparen können. Etwa, indem Teile der Anlage komplett außer Betrieb genommen werden“, so Fieber. Allerdings sei die Bereitschaft notwendig: Schon zwei Mal musste das Mehrumer Kraftwerk seit März kurzfristig „einspringen“, um den Bedarf an Strom im Netz decken zu können.

Positive Entwicklung erwartet

Wann genau das Kraftwerk die Produktion wieder aufnehmen wird, sei heute noch nicht absehbar. „Tendenziell steigen die Strompreise am Markt wieder. Zum Jahresende hin wird sich für uns alles positiv entwickeln, denn im Winter gibt es einen höheren Strombedarf als im Sommer“, ist sich Fieber sicher. Spätestens dann soll das Kraftwerk auch wieder normal produzieren. „Es ist sicher keine schöne Situation von uns. Anderen Steinkohlekraftwerken, etwa dem in Wilhelmshaven, geht es derzeit ähnlich“, so der Geschäftsführer.

Die Belegschaft – nur ein kleiner Teil ist in der Produktion tätig – arbeitet derzeit übrigens zu den üblichen Zeiten weiter. Dies ist nicht nur nötig, um die Bereitschaft des Kraftwerks aufrecht zu erhalten: Auch können derzeit Reparatur- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden, die während des laufenden Betriebes nicht möglich sind. Die entstehenden Ausfallkosten trägt der Eigentümer, in diesem Fall der tschechische Energiekonzern EPH.

Erhaltung bis mindestens 2024 geplant

Dass das Kraftwerk nicht ewig existieren kann, ist Fieber bewusst. Steinkohle ist auf lange Sicht ein „Auslaufmodell“, auch ist die „natürliche Lebensdauer“ des 1979 erbauten und 2003 modernisierten Kraftwerks irgendwann erreicht. „Bis März 2021 bleibt das Kraftwerk garantiert bestehen. Unser selbst gesetztes Ziel ist es, das Werk bis mindestens 2024 am Leben zu erhalten“, erklärt Fieber. Es seien auch schon Szenarien durchgespielt worden, wie das Mehrumer Kraftwerk langfristig ohne Steinkohle weiter betrieben werden könnte – zum Beispiel mit Erdgas. Dies würde aber einen kostenintensiven Um- beziehungsweise Neubau bedeuten.

Der CO2-Ausstoß

Unter anderem Kraftwerk-Betreiber müssen auf Anordnung der EU CO2-Zertifikate erwerben – auch Emissionsrechtehandel genannt. Ziel ist es, die Treibhausgas-Emissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten zu reduzieren. Kohlendioxid (CO2) macht den Hauptteil der Treibhausgas-Emission aus – 21,3 Prozent dieser Emission kommt weltweit von Kraftwerken. Den mit Abstand höchsten CO2-Ausstoß haben China und die USA, Deutschland bewegt sich im globalen Mittelfeld. Bei 35,5 Milliarden Tonnen lag der weltweite CO2-Ausstoß 2017. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es 24,5 Milliarden Tonnen. Der Weltklimarat empfiehlt, den Ausstoß bis 2030 auf 17,9 Milliarden Tonnen zu reduzieren.

Von Dennis Nobbe

An der Bundesstraße 65 werden zwischen Peine und Sehnde die Schutzplanken erneuert. Dafür ist eine Sperrung nötig.

06.08.2019

Das Männerschützencorps richtete das dreitägige Schützenfest in Hohenhameln aus. Bei diesem konnte der neue Schützenkönig einen beachtlichen Erfolg erzielen.

05.08.2019

Beim Hämelerwalder Schützenfest ist ein Streit eskaliert: Ein 22-Jähriger schlug einen 24-Jährigen so hart, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste.

05.08.2019