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Hohenhameln Goldbeck: Neuer Vorstoß zur Schließung des Hallenbads in Mehrum
Kreis Peine Hohenhameln Goldbeck: Neuer Vorstoß zur Schließung des Hallenbads in Mehrum
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20:00 02.11.2018
Heiner Goldbeck regt als Sparmaßnahme erneut die Schließung des Mehrumer Hallenbads an. Quelle: Archiv
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Hohenhameln

Sparen möchte der parteilose Hohenhamelner Ratsherr Heiner Goldbeck. Unter dieser Prämisse hat er zwei Anträge an den Gemeinderat gestellt. In einem geht es darum, die Umgestaltung des Rathausplatzes aus dem Programm zur Dorferneuerung zu nehmen. Stoßrichtung des anderen ist die Schließung des Hallenbads in Mehrum.

Geld muss von Bürgern erarbeitet werden

Goldbeck geht mit den Fraktionen von SPD und FDP hart ins Gericht. Er wirft ihnen unter anderem vor, vergessen zu haben, dass die Ratsmitglieder über Geld entscheiden, „dass nicht Ihnen gehört, sondern von den Bürgern dieser Gemeinde hart erarbeitet werden muss“, und kritisiert, dass „auch in den diesjährigen Haushaltskonsolidierungssitzungen keine Einsparungen im Gemeindehaushalt erarbeitet werden konnten“. Stattdessen sei nur eine Erhöhung auf der Einnahmeseite durch eine erneute Erhöhung der Grundsteuer beschlossen worden.

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Bei freiwilligen Leistungen sparen

Laut Goldbecks müsse bei den freiwilligen Leistungen gespart werden. Konkret nennt er das Hallenbad in Mehrum, die sanierungsbedürftige Sporthalle in Mehrum, Personalausgaben im Rathaus und beim Bauhof sowie die Feuerwehren und Dorfgemeinschaftshäuser.

„Auch mir fallen solch gravierende Einschnitte ins Gemeindeleben nicht leicht, aber sie sind zwingend erforderlich, wenn man die negativen Haushaltszahlen der Gemeindeverwaltung auswertet“, sagt Goldbeck. Er hatte bereits vor knapp zwei Jahren die Schließung des Hallenbads in Mehrum thematisiert. Die Folge waren empörte Reaktionen aus der Bevölkerung. Der Gemeinderat hatte seinerzeit mit großer Mehrheit beschlossen, sich nicht weiter mit dem Thema zu befassen.

Unverständnis beim Bürgermeister

Der Antrag, die Umgestaltung des Rathausplatzes aus dem Dorferneuerungsprogramm zu nehmen, stößt beim Bürgermeister der Gemeinde Hohenhameln, Lutz Erwig, auf Unverständnis und Irritation. „Die Entscheidung, den Antrag auf Fördermittel zu stellen, fiel in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung. Dessen Vorsitz hat Heiner Goldbeck“, sagt Erwig. Auch der Ortsrat und die zuständigen Gremien hätten dem Vorhaben mit großen Mehrheiten zugestimmt. Und auch dort sei Goldbeck vertreten.

„Der Ort Hohenhameln fällt aus dem Förderprogramm. Wir haben die letzte Möglichkeit genutzt, für die Umgestaltung des Rathausplatzes Mittel zu beantragen. Sollten diese nicht bewilligt werden, wird die Maßnahme nicht umgesetzt“, erklärt Erwig.

Öffnung nach Legionellenbefund

Das Hallenbad in Mehrum ist derzeit geschlossen, weil bei Routine-Überprüfungen eine erhöhte Belastung des Trinkwassers mit Legionellen festgestellt wurde. Der Bürgermeister der Gemeinde Hohenhameln, Lutz Erwig (SPD), ist aber optimistisch, dass es demnächst wieder für den Badebetrieb geöffnet werden kann.

„An zehn Abnahmestellen wird das Wasser regelmäßig geprüft. Bei zwei von ihnen lag der Wert über der zulässigen Grenze. Bei beiden handelt es sich um selten benutzte Entnahmestellen im Personalbereich, so dass das Wasser wohl länger in der Leitung stand“, erklärt Erwig auf Nachfrage der PAZ. Beide Stellen hätten in Bereichen gelegen, an denen Bad-Besucher nicht mit den Legionellen in Berührung kommen.

Die Leitungen wurden gründlich durchgespült und desinfiziert, bauliche Maßnahmen seien zum Glück nicht erforderlich, so der Bürgermeister. Lob sprach er dem Hallenbad-Förderverein aus, der sofort 7000 Euro für die Kosten zur Behebung des Problems zur Verfügung stellte. „Es soll nun eine Wiederholungsmessung geben. Wir hoffen, dass es dann keine Beanstandung mehr gibt und das Bad in Kürze und damit schneller als zunächst angenommen wieder geöffnet werden kann“, sagt Erwig.

Von Kerstin Wosnitza