Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hohenhameln Bierbergen ist das Dorf, das es in den Diercke-Schulatlas geschafft hat
Kreis Peine Hohenhameln Bierbergen ist das Dorf, das es in den Diercke-Schulatlas geschafft hat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 31.07.2019
Ortsbürgermeister Jürgen Pagel zeigt die Bücherei, die von Frauen aus dem Ort ehrenamtlich geführt wird. Quelle: Grit Storz
Bierbergen

Historisch gewachsen und einst als Beispiel für ein typisches Haufendorf im Diercke-Schulatlas aufgeführt ist Bierbergen –ein liebenswertes Dorf in der Gemeinde Hohenhameln. Etwas mehr als 850 Einwohner leben in dem Ort, der 1068 erstmals erwähnt wurde. Bereits 200 Jahre später, 1240, wurde die evangelische Dorfkirche St. Martin als einstiger Dorfmittelpunkt fertig gestellt. Sie thront weithin sichtbar auf einem Hügel, zu dem sieben Straßen hinführen, und ist auch heute noch ein markantes Wahrzeichen.

Was fehlt im Heimatort? Welche Entwicklungen sind wünschenswert? Und gibt es Dinge, mit denen man rundum zufrieden ist? Um die Ortschaften im Kreis Peine einmal mit ganz anderen Augen zu sehen, begibt sich die PAZ auf einen Rundgang mit dem jeweiligen Ortsbürgermeister.

Kaum noch nennenswerte Betriebe

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Ort im Bereich Handel und Gewerbe gut aufgestellt. Lebensmittelläden, Bäckereien, ein Kalthaus mit Gefrierfächern zur Miete für die Schlachterzeugnisse, eine Schuhfabrik, Bankfilialen, verschiedene Gaststätten und einige Landwirtschaftsbetriebe hatten sich neben verschiedenen Handwerkern im Ort niedergelassen. Im Laufe der Zeit machten die meisten der Betriebe zu oder zogen aus dem Ort weg. Jetzt gibt es bis auf ein paar kleinere Gewerbe keine nennenswerten Betriebe mehr.

Initiative strebt Dorfladen an

Im Moment macht sich eine Initiative zur Einrichtung eines Dorfladens stark. „Das Projekt ist bislang sehr gut angelaufen“, sagt Gunnar Sprengel als Sprecher der Initiativ. Besonders junge Familien hätten Interesse daran, wieder einen Lebensmittelladen im Dorf anzusiedeln. „So ein Laden inmitten des Ortes ist nicht nur Einkaufs- sondern auch Treffpunkt und kann die Dorfgemeinschaft beleben“, hofft auch Ortsbürgermeister Jürgen Pagel (SPD) auf die Verwirklichung der Pläne.

Guter Zusammenhalt

Auch sonst sei er mit dem Zusammenhalt und dem Vereinsleben wie auch der Lebensqualität in Bierbergen sehr zufrieden. Etliche Bauvorhaben konnten in den letzten Jahren verwirklicht werden: Die Kindertagesstätte wurde ausgebaut und um eine Krippengruppe erweitert, das Haus des Sportvereins TUS Bierbergen ist ebenso renoviert worden wie das Schützenvereinsheim, das Haus der Freiwilligen Feuerwehr und auch das Dorfgemeinschaftshaus, das eigentlich ein Mehrzweckgebäude ist.

Bei Veranstaltungen helfen alle mit

Hier hat nicht nur die ehrenamtlich geführte Bücherei ihr gemütliches Zuhause gefunden und im Keller eine Art „Heimatstube“, sondern es werden regelmäßig Übungsstunden des Sportvereins abgehalten. „Vereinsleben wird im Ort groß geschrieben. Ob nun die Schützen oder die Bierberger Mädchen, die Feuerwehrkameraden, die Sportler oder der Montagsclub – wenn dörfliche Veranstaltungen stattfinden, sind alle dabei, helfen mit und machten das Volksfest, den Weihnachtsmarkt oder andere Aktivitäten zu gelungenen Ereignissen“, freut sich Pagel.

Erste Windkraftanlage im Landkreis

Als Ort hat Bierbergen einige Innovationen und Kuriositäten aufzuweisen: Die erste Windkraftanlage im Landkreis Peine, genannt „Erwin“, stand mit 30 Metern Nabenhöhe und einer Kapazität von 150 kW in Bierbergen und war einst eine Attraktion. Sie tat 20 Jahre lang treu ihren Dienst und prägte das Ortsbild mit.

Woher das Bier im Namen kommt

Obwohl es so eindeutig scheint, hat der Ortsname Bierbergen nichts mit dem Getränk zu tun. Der Wortteil „bergen“ kann sich auf eine Anhöhe oder eine Burg beziehen und bedeutet „geschützter Ort“. Für das davorstehende „Bier“ gibt es mehrere Erklärungen: Es könnte es seinen Ursprung im Begriff Beere(n) haben, wie im Ortswappen angedeutet. Andererseits könnte der Name auch aus dem Altgermanischen stammen und „Waldberg“ bedeuten.

Wie auch in anderen Orten wechselten häufig die Adressen: Im Zuge der Versicherung der Häuser und später mit der Vereinheitlichung von postalischen Adressen bekamen erst die Häuser Nummern von der Brandkasse zugeteilt, später entstanden Straßenbezeichnungen und, natürlich, neue Hausnummern. „So wurde beispielsweise aus Bierbergen 1 später Burgstraße 10“, erzählt der Hobbyhistoriker Norbert Arnhardt, der sich mit der Bierberger Geschichte bestens auskennt.

Unterirdischer Kirchengang

Witzig: Ein Teich am Dorfplatz, der bis heute als Löschwasserreservoir dient und neben dem der größte örtlichen Brunnen steht, ist jetzt nur noch unterirdisch vorhanden, weil er eine „Decke“ bekam. Kurios ist auch der unterirdische Kirchengang. Einst als Bunker genutzt, wurde er erst Fischladen und diente später der Feuerwehr zu Ausbildungszwecken.

Impressionen aus der kleinen Ortschaft

Von Grit Storz

Den australischen Markt möchte die Nordzucker AG erschließen: Das Unternehmen hat die Mehrheitsbeteiligung am Zuckerproduzenten Mackay in Höhe von 70 Prozent erworben.

31.07.2019

Trotz eines schnellen Einsatzes der Feuerwehr wurden zum zweiten Mal im Juli Altpapier-Container in Clauen ein Raub der Flammen. Das Feuer drohte, auf den benachbarten Bahndamm überzugreifen. Die Ursache ist noch unklar.

30.07.2019

Ein neues Tanklöschfahrzeug im Wert von rund 250 000 Euro wurde von der Feuerwehr Mehrum in den Dienst gestellt. Der Vorgänger war 33 Jahre alt und wurde liebevoll „Wasserkuh“ genannt.

30.07.2019