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Hohenhameln Aufwühlendes drittes Konzert zum 25-jährigen Bestehen
Kreis Peine Hohenhameln Aufwühlendes drittes Konzert zum 25-jährigen Bestehen
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06:00 19.11.2018
Mal innig, mal temperamentvoll – sehr variationsreich gestaltete das Streicher-Duo mit Elisabeth Kufferath (Violine) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) das Konzert in Hummers Kultursalon. Quelle: Helmut Lange
Soßmar

Die Zwischenbemerkungen für die Zuhörer von Tanja Tetzlaff, deren Bruder seit 1994 das berühmte Tetzlaff-Quartett leitet, waren vor ihrer Cello-Sonate von Bernd Alois Zimmermann hilfreich warnend und inhaltlich vorbereitend zugleich: „Es ist mutig von Ihnen, sich auf diese Musik einzulassen. Ich wünsche, dass es Ihnen gelingt.“

Dabei begann das dritte Konzert aus Anlass des 25-jährigen Bestehens von Hummers Kultursalon eher traditionell: Das Streicher-Duo Elisabeth Kufferath (Violine) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) musizierte 15 Inventionen von Johann Sebastian Bach, deren Themen den Zuhörern von den bekannten Klavier-Fassungen vertraut waren.

Meisterhaft intoniertes Wechselspiel der Motive

Schön zu beobachten war das sich untereinander meisterhaft intonierte Wechselspiel der Motive in seinen dynamischen Absetzungen – mal gespickt mit barock-exakten, synkopischen Strukturen, mal gestaltet mit elegischer Inbrunst, die oft mit identischem Vibrato in der Unhörbarkeit endete. Schade, dass das zu harte Stahlsaiten-Spiel gerade der Violine nicht ganz dem epochalen Klangbild diente.

In der Mitte des höchst anspruchsvollen Programms standen zwei Solo-Sonaten des 1918 geborenen und der musikalischen Avantgarde zugerechneten Komponisten Bernd Alois Zimmermann. Und beide Sonaten eigneten sich denn überhaupt nicht für ein beiläufiges Zuhören, zumal sie den Künstlerinnen höchste Spiel- und Musizierkunst abverlangten.

Hohes technisches Können

Kufferath demonstrierte ihr hohes technisches Können unter anderem mit wilden, auf kleinen Sekunden aufgebauten Doppelgriffen ebenso wie mit stark anreißenden Bogenstrichen am Frosch, die dann wiederum gekonnt im Flageolett in höchster Lage endeten.

Die Cello-Sonate hatte Zimmermann im Jahre 1961 im neuen Collagenstil komponiert und dabei mit verschiedensten Spieltechniken wildeste Musik-fetzen aneinandergereiht.

In allen Facetten brilliert

Tetzlaff brillierte hier in allen Facetten; sie interpretierte depressive Passagen ebenso meisterhaft wie – bei rasenden Tempi – eingeworfene mehrstimmige Pizzicati der linken Greifhand. Ihr Bogenstrich demonstrierte dabei alle nur denkbaren Varianten.

Maurice Ravel als Schlusspunkt

Der impressionistische Komponist Maurice Ravel bildete den Schlusspunkt dieses in der Tat aufwühlenden Konzertabends. Mit teilweise bitonalen Elementen lässt die „Sonate für zwei Streichinstrumente“ in ihren vier Sätzen den Zuhörer nicht los: Lustige, skurile Effekte (im Scherzo) wechseln sich ab mit melancholischen, teils leeren Akkorden, um dann im 4. Satz wieder in eher kämpferisch wilde, dissonante Strukturen zu gleiten, deren jagendes Themenspiel einen faszinierenden Vortrag im Accelerando furioso enden lässt – begeisternd!

Dank an „mutiges“ Publikum

Initiator Gerhard Hummer griff abschließend den eingangs geäußerten Gedanken wieder auf: „Danke den beiden Instrumentalistinnen für die Demonstration ihres bewegenden Könnens; danke aber auch Ihnen, liebe Zuhörer, für Ihren Mut und Ihr konzentriertes Aushalten.“

Von Helmut Lange

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