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Edemissen Zwei Edemisser Rentner radeln über 2000 Kilometer durch Polen
Kreis Peine Edemissen Zwei Edemisser Rentner radeln über 2000 Kilometer durch Polen
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06:00 22.11.2019
Norbert Seidel (l.) und Harro Hein radelten mehr als 2000 Kilometer durch Polen. Quelle: Harro Hein, Norbert Seidel
Edemissen/Eddesse

Harro Hein und Norbert Seidel aus der Gemeinde Edemissen sind noch voller unvergesslicher Eindrücke von ihrer ganz besonderen Tour in diesem Jahr: 28 Tage lang radelten sie auf dem Radweg „Green Velo“ durch Polen. In der Zeit haben sie stolze 2156 Kilometer zurückgelegt. Das sind im Schnitt rund 77 Kilometer pro Tag. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 16,5 Kilometern, jeder hatte 20 Kilogramm Gepäck dabei.

Abenteuer-Urlaub

„Das war schon ein Abenteuer-Urlaub in größtenteils sehr abgelegenen Gegenden. Die Infrastruktur ist nicht annähernd mit unserer vergleichbar“, sagt Hein. Der 68-jährige Edemisser verzichtet ebenso wie sein 64-jähriger Freund aus Eddesse seit vielen Jahren im Alltag komplett auf das Auto, so dass beide Rentner trainierte Radfahrer und körperlich sehr fit sind.

Szenen einer ungewöhnlichen Reise von Norbert Seidel und Harro Hein aus Edemissen.

„Das ist auch zwingend nötig, wenn man so eine Tour machen will – ebenso wie gutes Kartenmaterial“, betonen beide. Muskelkater hätten sie beide nicht gehabt, wohl aber habe so manches Mal der Hintern weh getan. „Das gehört eben dazu“, sagen sie schmunzelnd.

Überwältigende Gastfreundschaft

Rund die Hälfte der Übernachtungen haben sie über ein Portal gebucht, der Rest wurde direkt vor Ort spontan gesucht. „Das hat überwiegend ganz gut geklappt. Wir haben eine überwältigende Gastfreundschaft erlebt“, schwärmen die beiden Männer.

Der Radweg „Green Velo“

Der Fernradweg „Green Velo“ im östlichen Polen ist inklusive aller Nebenrouten mehr als 2000 Kilometer lang und damit die zurzeit längste Radstrecke in Polen. Sie führt von Elbing (Elblag) am Frischen Haff an der Ostsee bis nach Kielce im Südosten von Polen. Die Wegbeschaffenheit ist sehr unterschiedlich: Drei Viertel führen über Wege, die es schon vorher gab. Rund 360 Kilometer davon sind unbefestigt. Ganz neu erbaut sind nur etwa 400 Kilometer. Der „Green Velo“ verläuft durch fünf polnische Provinzen und kostete 65 Millionen Euro, größtenteils finanziert durch EU-Fördergeld.

Oft hätten Pensionen Übernachtungen ohne Frühstück angeboten. Dann seien die Zimmer aber mit einer kleinen Küche ausgestattet gewesen, und man habe sich selbst versorgen können. „Wirklich lange nach einer Unterkunft gesucht haben wir abends nur zwei Mal. Das ist aber auch kein Spaß, wenn man schon den ganzen Tag unterwegs war“, sagt Seidel.

Handykabel gleich tütenweise

Die Verständigung sei teils recht schwierig gewesen. Vor allem ältere Menschen können meist nur Polnisch. „Nach 1989 wurde Englischunterricht in Polen zur Pflicht, so dass die Jüngeren durchweg Englisch sprechen“, so Hein. Natürlich bleiben bei einer solchen Reise kleinere und größere Überraschungen sowie Begebenheiten nicht aus. So konnte der Besitzer einer kleinen Pension überraschend ein verlorenes Handykabel ersetzen: Er verfügte gleich tütenweise über liegen gebliebene Kabel und sei bereit gewesen, eines zu verkaufen.

Handgelenk gebrochen

Weniger unproblematisch ging ein böser Sturz von Hein aus: „Zum Glück habe ich einen Helm getragen, das hat mir vermutlich das Leben gerettet“, sagt er. Nicht geschützt hat die Kopfbedeckung allerdings sein Handgelenk. Unter starken Schmerzen fuhr er noch sechs Tage lang – Hügel auf, Hügel ab – die Tour bis zum Ende. Zu Hause in Deutschland ergab die Diagnose, dass das Handgelenk gebrochen war.

Doch die Nase voll von den Unwägbarkeiten solcher Touren haben die beiden (Un-)Ruheständler noch lange nicht. Die Planungen für 2020 laufen bereits. Dann wollen die beiden Radler etwa 2300 Kilometer von Passau bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer fahren.

Von Kerstin Wosnitza

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