Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Edemissen Trotz intensiver Bemühungen: Kein Krippenplatz für Anton
Kreis Peine Edemissen Trotz intensiver Bemühungen: Kein Krippenplatz für Anton
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 09.05.2019
Mario und Diane Haase aus Wehnsen mit ihrem Sohn Anton. Quelle: Dennis Nobbe
Wehnsen

In der Gemeinde Edemissen fehlen derzeit knapp 80 Plätze in Kindertagesstätten. Mit dem Kita-Neubau in Abbensen, der im Idealfall zum Jahresende in Betrieb gehen wird, soll sich die Situation entspannen. Das hilft aber nicht den Familien, die jetzt händeringend Betreuungsplätze für ihre Kinder suchen – so wie die Haases aus Wehnsen.

Kein Platz trotz Rechtsanspruch

„Unser Sohn Anton ist jetzt eineinhalb Jahre alt und wir suchen dringend einen Krippenplatz“, sagt seine Mutter Diane Haase. Zum einen ist sie davon überzeugt, dass es ihm gut tun würde, unter Kinder zu kommen. Zum anderen möchte sie aber auch zurück in ihren Beruf als Sachbearbeiterin im Qualitätsmanagement. „Es ist sehr unangenehm, dem Arbeitgeber nicht verbindlich zu sagen können, wann man wieder einsteigen wird“, sagt sie. Ihr begegne man in dieser Hinsicht bislang mit Geduld, aber das sei nicht selbstverständlich.

Intensives Bemühen bislang erfolglos

Mangelndes Bemühen um einen Betreuungsplatz für Anton – auf den die Familie einen Rechtsanspruch hat – kann man der jungen Mutter nicht vorwerfen. Anton sei rechtzeitig angemeldet worden. Sobald dann klar war, dass es mit einem Krippenplatz vorerst nichts wird, ist sie aktiv geworden. „Seit November ist er beim Servicebüro des Landkreises Peine für einen Platz bei einer Tagesmutter gelistet. Bis jetzt habe ich von dort noch keinen einzigen Vorschlag bekommen“, sagt Haase.

Erstaunliche Antworten

Parallel hat sie sich auch auf eigene Faust auf die Suche nach einer Tagesmutter gemacht. Da Wehnsen an der Kreisgrenze liegt, streckt sie die Fühler auch in Richtung der Region Hannover und des Landkreises Gifhorn aus. Dort habe sie allerdings Erstaunliches erfahren: „Die Tagesmütter dort nehmen – auch wenn Plätze frei sind – nicht gern Kinder aus dem Landkreis Peine. Sie begründen dies mit langen Bearbeitungszeiten bei der Abrechnung durch den Landkreis“, sagt Haase. Nachfragen der PAZ bei Tagesmüttern haben diese Aussage bestätigt.

Wann sie ihrem Arbeitgeber die gute Nachricht überbringen kann, dass ihr Sohn einen Betreuungsplatz hat, weiß Diane Haase nicht. Um Anton solange Kontakte zu anderen Kindern zu ermöglichen, möchte sie gern einen privaten Spielkreis gründen. Mögliche Interessenten können gern unter der E-Mail-Adresse dianehaase1@web.de Kontakt aufnehmen.

Kreis: Verbesserungen durch neue Satzung

Für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ist grundsätzlich der Landkreis Peine zuständig. „Mit der Ende 2018 zwischen den Gemeinden und dem Landkreis Peine geschlossenen Vereinbarung über die Wahrnehmung von Aufgaben der öffentlichen Jugendpflege – kurz Kita-Vereinbarung – haben die Gemeinden den Landkreis Peine von der Gewährleistungspflicht für die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen freigestellt.

Deshalb sind hier die Gemeinden in der Pflicht, die gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen zu schaffen“, erklärt Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine. „Wenn Eltern für ihre Kinder keinen Betreuungsplatz bekommen, müssen sie sich aber an den Landkreis Peine wenden, denn der Rechtsanspruch der Eltern richtet sich gegen den Landkreis“, macht Laaß deutlich.

Über das Familien-Servicebüro werden Tagesmütter vermittelt. Derzeit sind nach Aussage des Kreis-Sprechers aber alle entsprechenden Plätze belegt. Um weitere zur Verfügung stellen zu können, werden weiterhin Tagespflegepersonen qualifiziert.

Auch bezüglich der Kritik an der Bezahlung hat der Landkreis reagiert: „Durch die neue Satzung zur Förderung der Kindertagespflege, die derzeit in Vorbereitung ist, sollen zum einen Tagespflegepersonen finanziell besser gestellt werden, nicht zuletzt, um das Arbeitsfeld attraktiver zu gestalten. Zum anderen soll der Verwaltungsaufwand minimiert werden, wodurch eine zügigere Abrechnung möglich wird“, macht Laaß deutlich.

Von Kerstin Wosnitza

Die SPD-Ortsabteilung Plockhorst, zu der auch die Nachbarorte Eddesse, Eickenrode und Wehnsen gehören, traf sich kürzlich zur Jahreshauptversammlung in Wehnsen. Obligatorischer Hauptpunkt der Tagesordnung war die Neuwahl des Vorstands.

09.05.2019

Die Ausstellung „Ars fossilium“ des Klein Oedesser Künstlers war bereits in Berlin zu sehen. Nun kommt sie in die Region.

08.05.2019

Dr. Philipp Boeven hat an der Universität Hohenheim über Züchtungsstrategien am Weizen in Europa promoviert. Seit 2017 arbeitet er bei Limagrain am Standort Rosenthal. Die Firmenzentrale ist in Edemissen.

08.05.2019