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Edemissen Sozialverband Eltze sieht sich als Anwalt der Schwachen
Kreis Peine Edemissen Sozialverband Eltze sieht sich als Anwalt der Schwachen
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15:42 19.06.2019
Die Vorsitzende Elke Bahlau will mit dem SoVD noch weitere Schilder in Eltze aufstellen. Die Autofahrer sollen mehr Rücksicht auf Kinder nehmen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Eltze

Auf sein 70-jähriges Bestehen blickt der Ortsverband Eltze des Sozialverbandes (SoVD) Deutschland zurück. Damals, im Jahr 1949, war das Leben von den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. Die meisten Kriegsversehrten, -witwen und -waisen mussten von einer geringen Rente leben. Um jede Rentenerhöhung mussten sie kämpfen. Vor diesem Hintergrund gründete Franz Gaden, Heimatvertriebener und Kriegsverletzter des Ersten Weltkriegs, in Eltze eine Ortsgruppe des Reichsbunds der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen. 1999 gab sich der Reichsbund einen neuen Namen und firmiert seitdem als Sozialverband Deutschland.

Gaden war schon vor 1933 Reichsbund-Funktionär gewesen. Von 1949 bis zu seinem Umzug 1956 ins Saarland nahm Gaden in Eltze Rentenanträge entgegen und leitete sie ans Versorgungsamt weiter. Er sandte für Einwohner des Dorfes Schriftstücke an Behörden und half ihnen beim Beantragen von Erziehungs- und Bekleidungsbeihilfen.

Sprechstunden in Gaststätte

Nach Gadens Wegzug bot die Kreisgeschäftsstelle Peine in der Eltzer Gaststätte Rühmann Sprechstunden an. 1983 wechselte der Ortsverband Eltze vom Kreisverband Peine zum Kreisverband Burgdorf. Heute können sich Eltzer SoVD-Mitglieder in der Burgdorfer Geschäftsstelle in sozialen Fragen beraten lassen.

Nach Gaden prägte Karl Siedentopp mehrere Jahrzehnte den Eltzer Ortsverband. Siedentopp wurde 1988 für seinen Einsatz mit dem Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens ausgezeichnet. Unter seinem Vorsitz machten die Mitglieder viele Reisen und Tagesausflüge.

Mitglieder beseitigen Barriere

Elke Bahlau, die seit 2015 den Vorsitz führt, betont, dass der Sozialverband nach wie vor für Schwache und Bedürftige eintrete: „Besonders für diejenigen, die sich selbst nicht helfen können.“ Der Ortsverband unterstützte die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert“, indem er Barrieren im Ort beseitigt. So haben Mitglieder den Balken auf dem Fußboden des Buswartehäuschens am Feuerwehrhaus entfernt und die Sitzfläche im Häuschen verbreitert. Der Balken war laut Bahlau ein Hindernis für alte Menschen.

Karsten Bahlau (von links), Elke Baulau und Bernd Schrader tragen den Balken aus dem Bauwartehäuschen, der auf dem Boden der Wartehalle ein Hindernis für ältere Menschen war. Quelle: Privat

Von den übrigen Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern des Ortsverbands wird sie auch bei anderen Aktionen unterstützt. Der SoVD hat Sitzbänke im Ort renoviert, Blumenzwiebeln gepflanzt und Schilder aufgestellt, die Autofahrer veranlassen sollen, mehr Rücksicht auf Kinder zu nehmen. Eine neue Bank will er in diesem Jahr auf dem Friedhof aufstellen. Außerdem plant er, gemeinsam mit anderen Vereinen einen Defibrillator für den Ort anzuschaffen.

Siegfried Riedel (von links), Elke Bahlau, Bernd Schrader, Karsten Bahlau, Werner Kötz und Carsten Bohl zeigen die Blumenzwiebeln, die sie im Dorf pflanzen wollen. Quelle: Privat

Verband für alle Bürger

Bahlau kämpft gegen das „ziemlich verstaubte Image“ des Sozialverbands. „Es ist kein Verband nur für alte Leute, sondern für alle Bürger“, stellt sie klar. Die Eltzer Vorstandsmitglieder seien bis auf sie alle noch berufstätig. Der SoVD Eltze zählt derzeit 117 Mitglieder. Er feiert sein 70-jähriges Bestehen am Samstag, 22. Juni, ab 11 Uhr im Eltzer Sportheim. Gäste sind gern gesehen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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