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Edemissen Mit einem Rind zu Fuß durch Deutschland
Kreis Peine Edemissen Mit einem Rind zu Fuß durch Deutschland
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21:55 11.07.2019
Markus Holzmann wandert mit seiner Kuh Emmi von Füssen im Allgäu nach Berkhöpen. Quelle: Markus Holzmann
Kreis Peine

Da traut man seinen Augen kaum: Im Peiner Südkreis ist ein junger Mann zu Fuß mit einer bepackten Kuh auf Wanderschaft. Und wenn man mit ihm spricht, möchte man auch seinen Ohren nicht trauen: Ende Mai sind die beiden in Füssen in Bayern losgelaufen und zu Fuß bis in Peiner Land gelangt. Am Samstag endet der Trip in Berkhöpen.

Jetzt oder nie!

„So etwas mache ich jetzt oder nie“, habe er sich gedacht, sagt der 19-Jährige, der im Mai seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker abgeschlossen hat.Kurz danach ist er losgewandert. Wir haben ihn am Donnerstagvormittag auf dem Gelände des Peiner Reit- und Fahrvereins getroffen, wo er mit Emmi für einen Tag und eine Nacht Quartier genommen hat.

Stopp beim Peiner Reitverein

Emmi liegt entspannt in einem kleinen Paddock und käut wieder, Holzmann bekommt von Sonja Stoll vom Vorstand des Vereins ein zweites Frühstück serviert. „Ich habe im Internet von seiner Tour gelesen und angeboten, dass die beiden bei uns einen Stopp einlegen können“, sagt Stoll.

600 Kilometer Fußmarsch

Noch zwei Tage haben der Mann und die Kuh vor sich. Insgesamt rund 600 Kilometer haben sie zurückgelegt, wenn ihr Abenteuer beendet ist. „Ich möchte gern zeigen, dass eine Kuh genauso ein Partner sein kann, wie ein Pferd oder ein Hund“, erklärt der Bayer, der Emmi liebevoll als „mein Baby“ bezeichnet.

Emmi hat spezielle Hufschuhe

Ganz partnerschaftlich haben sich die beiden Globetrotter zum Beispiel das Gepäck geteilt: Emmi transportiert auf einem für sie passenden Westernsattel zwei Packtaschen, Holzmann hat einen Rucksack. Damit Emmi die weite Strecke laufen kann, ohne dass ihre Hufe Schaden nehmen, trägt sie Hufschuhe, die an den Beinen verschnallt werden können.

Zehn Kilometer pro Tag

Er sei einfach drauflos gelaufen, jeden Tag so ungefähr zehn Kilometer. Ein Quartier habe er für sich und seine tierische Reisebegleitung in der Regel abends direkt vor Ort gesucht. „Meist sind wir auf Reiter- oder Bauernhöfen untergekommen, manchmal auch in einem Garten. In der Regel war das kein Problem, nur die wenigsten haben Nein gesagt. Aber wir brauchen auch nicht viel: Emmi genügt eine Wiese und mir eine Scheune“, berichtet Holzmann.

Oft habe man ihm aber ein Bett im Gästezimmer angeboten und ihn auch kostenlos verpflegt. Wo es sich anbot, hat er dann gern bei der Arbeit geholfen: „Ich war ja immer nur ein paar Stunden unterwegs, da hatte ich reichlich Zeit.“

Viele schöne Begegnungen

Er habe viele schöne Begegnungen gehabt auf seiner langen Wanderung durch Deutschland. Ihm sei aus Fenstern zugewunken worden und vor allem, nachdem die ersten Berichte im Internet und in den Zeitungen entlang seiner Route auftauchten, sei er teilweise schon regelrecht erwartet worden.

Kuh musste sich ausweisen

Allerdings gibt es auch eine Anekdote, die im ersten Moment gar nicht lustig schien: Im Grenzbereich zwischen Bayern und Thüringen hätten ihn Polizisten angehalten. Sie hatten den Verdacht, er habe die Kuh gestohlen.

Eine ungewöhnliche Wanderung

„Ich wusste erst gar nicht, was ich sagen soll. Dann ist mir eingefallen, dass ich ja für Emmi Papiere dabei habe. Wir konnten uns also beide ausweisen, und damit war die Sache erledigt. Die Polizisten haben mir dann eine gute Weiterreise gewünscht“, sagt er. Inzwischen könne er über den Zwischenfall lachen, aber im ersten Moment sei er doch sehr erschrocken gewesen.

Emmi geht gern spazieren

„Meine Eltern haben eine Landwirtschaft, und ich bin schon als Kind gern mit Kälbern spazierengegangen“, blickt Holzmann zurück. Inzwischen hat er mit der dreieinhalbjährigen Emmi eine eigene Kuh. „Sie ist sehr neugierig und geht gern spazieren. Bei uns zu Hause kann man aber immer nur dieselben Runden drehen. Da kam ich auf die Idee zu der Tour durch Deutschland“, erklärt der junge Mann.

Emmi sei das Laufen zwar gewöhnt, aber die ersten Tage abseits der gewohnten Wege sei sie doch oft skeptisch gewesen. „Aber sie vertraut mir völlig und folgt mir überall hin. Sie ist mir nicht von der Seite gewichen und wollte immer in meiner Nähe sein. Im Laufe der Zeit hat sie sich aber an die neue Situation gewöhnt. Jetzt bleibt sie auch entspannt, wenn ich sie in einer fremden Umgebung allein lasse. Sie hat gelernt, dass ich immer wiederkomme“, sagt Holzmann.

Großes Vertrauen

Wie vertraut die beiden miteinander sind, ist nicht zu übersehen: Wenn er zu Emmi tritt, schmiegt sich das stattliche Tier der Rasse Braunvieh fast wie ein Kätzchen an seinen Herrn, gibt zufriedene Knurr-Geräusche von sich und genießt sichtlich die Streicheleinheiten, die gern auch ein wenig kräftiger ausfallen dürfen.

Tour endet am Samstag

Das Ziel ist nicht zufällig Berkhöpen: Seit Februar ist Holzmann, der als Reiter auch ein Pferd sein eigen nennt, Botschafter für die dort ansässige Firma Equimero, die innovatives Pferdezubehör herstellt (PAZ berichtete) und auch für Emmi einen speziellen Zaum angefertigt hat. Und so werden Markus Holzmann und Kuh Emmi am Samstag auf dem Gelände der Firma ihre ungewöhnliche Deutschland-Tour beenden.

Von Kerstin Wosnitza

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