Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Edemissen „In Butterbergen“ werden die Probleme der Landwirtschaft sichtbar
Kreis Peine Edemissen „In Butterbergen“ werden die Probleme der Landwirtschaft sichtbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 18.12.2018
Amelie Befeldt und Grafikerin Franziska Sender präsentieren die Chronik.
Amelie Befeldt und Grafikerin Franziska Sender präsentieren die Chronik. Quelle: Pina Wosnitza
Anzeige
Oelerse

Am Samstag waren alle Interessierten zu der Abschlussveranstaltung des Projekts „In Butterbergen“, das der Heimat- und Archivverein Edemissen im vergangenen Jahr durchgeführt hat, in das Dorfgemeinschaftshaus Oelerse eingeladen. Die künstlerische Leiterin des Projekts, Amelie Befeldt, stellte dort das gleichnamige Buch und den Kurzfilm „Die Wette“ vor.

Mehrmonatiges Projekt

Hintergrund: Im vergangenen Sommer fand im Rahmens des Projekts in der Gemeinde Edemissen über mehrere Monate hinweg eine ganze Veranstaltungsreihe zu den Themen Landwirtschaft und Strukturwandel statt. Unter anderem gab es Kunstprojekte, der bekannte Blogger „Bauer Willi“ war zu Gast, es gab eine Polnisch-Stunde für Anfänger und vieles mehr.

Das Publikum im Dorfgemeinschaftshaus Oelerse. Quelle: Pina Wosnitza

„Allerdings hatten wir das Gefühl, dass das Projekt für viele immer noch nicht ganz greifbar ist, daher haben wir nun das Buch angefertigt. Dieses soll Klarheit schaffen“, so Befeldt, die auf einem Hof in Oelerse aufgewachsen und daher von klein auf mit den Problemen in der Landwirtschaft in Berührung gekommen ist. „In dem Buch beschreibe ich den Weg des Projektes. Durch meine Erinnerungen und die Gedanken vieler Beteiligten, die zu Wort kommen, erhält es einen Chronik-Charakter und lässt sich lesen wie ein Tagebuch“, sagt sie.

Chronik als Nachbereitung

Diese Chronik ist das Ergebnis der Nachbereitung des Projektes und wurde nun am Samstag durch eine kurze Lesung im Dorfgemeinschaftshaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch den gut verständlichen und humorvollen Erzählstil der Chronik, in dem Befeldt sich selbst und andere nicht zu ernst nimmt, blieben die Lacher des Publikums nicht aus. Besondere Begeisterung herrschte, wenn die beschriebenen Personen selbst anwesend waren und sich lachend zurück erinnerten.

Kurzfilm greift Thema Höfesterben auf

Nach der Lesung wurde ein Kurzfilm gezeigt, der ebenfalls in der Zeit des Projektes entstanden ist. Er thematisiert allerdings nicht das Projekt, sondern erzählt eine eigene fiktive Geschichte: Ein Milchwagenfahrer erzählt, dass er selbst früher Landwirt war, seinen Hof allerdings aufgeben musste. Nun erlebt er immer wieder mit, wie andere Betriebe ebenfalls aufhören müssen. Daher erfindet er mit einem Kollegen eine makabere Wette, in der es darum geht, den nächsten Hof zu erraten, der sich nicht halten kann.

Das gesamte Projekt sollte auf Probleme und Schwierigkeiten in der Landwirtschaft aufmerksam machen, mit denen gerade kleine Betriebe tagtäglich zu kämpfen haben.

Von Pina Wosnitza