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Edemissen Nach 1300-Kilometer-Reise: Helfer verabschieden sich von entlaufener Hündin Lotta
Kreis Peine Edemissen Nach 1300-Kilometer-Reise: Helfer verabschieden sich von entlaufener Hündin Lotta
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20:23 22.12.2019
Viele Helfer kamen zum letzten Treffen nach Abbensen, um sich von Lotta zu verabschieden. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Abbensen

Die herzergreifende Geschichte um die vor sechs Monaten in Bielefeld entlaufene Hündin Lotta hat nun ein Ende gefunden. Am Samstag traf sich das Team der Helfer, die durch ihr Engagement, ihre Geduld und ihren Fleiß dafür gesorgt haben, dass der Hütehund-Mischling aus Rumänien lebendig und wohlauf in Abbensen eingefangen werden konnte und verabschiedeten sie in ihr neues Zuhause.

Tierfreunde kommen zusammen

Während ihrer sechsmonatigen Odyssee legte Lotta über 1300 Kilometer zurück, bis sie am 8. Dezember endlich eingefangen werden konnte (PAZ berichtete). Die Strapazen, die sie in dieser Zeit erlebte, sind der achtjährigen Hündin noch anzusehen. Während die Helfer sich versammeln und miteinander freuen, liegt der zottelige Hund auf dem Teppich und schläft. Währenddessen freuen sich Olaf Lahmann, Jessica Rischbieter, Kerstin Lahmann und Margit Reiss, dass sie sich noch einmal gemeinsam von Lotta verabschieden können, bevor sie in ihr neues Zuhause gefahren wird.

Britta Langkau-Schulz sowie Katrin und Thomas Hafner, die auch an Lottas Rettung beteiligt waren, schafften es nicht zu dem Treffen. Dafür aber der kleine Mischlingshund Elwin, der selber im Juli von Margit Reiss und ihrem Team gerettet wurde. „Er ist auch ein Angsthund wie Lotta und als ein fremder Mensch ihn anfassen wollte, ist er weggelaufen“, erzählt Besitzerin Kerstin Lahmann. Vier Tage sei er unterwegs gewesen. In Meerdorf habe Reiss ihn wieder einfangen können. „Seitdem ist er mit Halsband und Geschirr immer doppelt gesichert und trägt einen GPS-Tracker, mit dem man ihn immer finden kann, falls er wieder abhaut“, so Lahmann.

Ruhe und Geborgenheit für die Seniorenhündin

Lotta ignoriert derweil den ganzen Trubel um sie herum. Sie ist froh, wenn sie ihre Ruhe hat. Die Zeit bis zum Treffen verbrachte sie bei Margit Reiss, deren Mann und deren Tieren. „Seit sie bei uns ist, ist sie wirklich sehr viel am schlafen. Spazieren gehen will sie kaum, sie ist lieber drinnen auf dem Sofa“, so Reiss und lächelt den Hund liebevoll an. Lotta sei ihr sehr ans Herz gewachsen. „Ich hätte sie gern behalten. Aber mir ist jemand zuvorgekommen“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

„Als sie bei uns war, haben wir sie zum Tierarzt gebracht. Wir haben ihr fast 200 Zecken entfernt, jetzt hat sie sehr empfindliche Haut. Beim Arzt wurde auch festgestellt, dass sie Arthrose hat, deswegen humpelt sie jetzt“, so Reiss. Vor ihrem langen Ausflug durch Westdeutschland seien bei ihr auch Nierenprobleme festgestellt worden. Die Werte seien trotz ihrer Reise sehr gut und überraschenderweise habe sie nur knapp vier Kilo in den vergangenen sechs Monaten abgenommen.

In Abbensen kamen alle Helfer zusammen, um sich von Lotta zu verabschieden, bevor sie mit Pflegerin Daniela Teschner in ihr neues Zuhause nach Cuxhaven fuhr.

Lottas Zukunft liegt am Meer

Als es an der Tür klingelt, horcht Lotta gespannt. Daniela Teschner ist gekommen. Sie reiste aus Bielefeld an, um Lotta abzuholen und in ihr neues Zuhause zu bringen. Sechs Monate lang hatte die Tierpflegerin die Hündin nicht gesehen. Zur Begrüßung gibt es Leckerlis und ganz viele Streicheleinheiten. „Es ist für mich das größte Geschenk zu Weihnachten, dass sie lebendig und wohlauf gesichert werden konnte. Dieses Weihnachtsmärchen wurde nur durch die vielen tollen Helfer möglich“, betont Teschner und ist sichtlich gerührt.

Und wie sieht Lottas Zukunft aus? „Sie wird ein Familienhund und geht nach Cuxhaven. Dort ist eine Frau, die auch den rumänischen Verein kennt, der sie aus einem dortigen Tierheim gerettet hat. Die neue Besitzerin ist sehr erfahren mit Angsthunden, hat ein hoch eingezäuntes Gelände mit einem Sprungschutz und mehreren tollen Hunden. Wir hoffen alle, dass Lotta sich dort wohlfühlt und ihren Lebensabend zufrieden verbringen kann“, verrät Teschner.

Falls Lotta aber doch unzufrieden sei, könne sie jederzeit bei Margit Reiss einziehen. Zum Abschied gab es von allen noch mal Streicheleinheiten und Hühnchen für Lotta sowie kleine Geschenke für die Helfer. Dann ging es für Lotta mit einem Tiertaxi nach Cuxhaven in ein hoffentlich schönes neues Zuhause.

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Von Mara-Ann Meeuw

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