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Edemissen Körperverletzung: Iraker muss Geldstrafe zahlen
Kreis Peine Edemissen Körperverletzung: Iraker muss Geldstrafe zahlen
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06:00 14.06.2019
Verhandlung vor dem Landgericht Hildesheim (v.l.): Dolmetscher Sükrü Kizilyel, der Angeklagte und sein Verteidiger Rechtsanwalt Erhard Hallmann. Quelle: Eckard Bruns
Edemissen/Hildesheim

Ein 42-jähriger Iraker musste sich am Donnerstag vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Ihm wurde eine vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung und Drohung zur Last gelegt. Dabei handelt es sich um einen Fall von häuslicher Gewalt.

Auseinandersetzungen kurz nach der Hochzeit

Der Angeklagte, der seit 2008 in Deutschland lebt, lernte im Januar 2016 seine ebenfalls aus dem Irak stammende 29-jährige Partnerin kennen. Sehr schnell hatte das Paar mit dem Einverständnis der Familien nach jesidischem Recht – das in Deutschland nicht gilt – in Celle geheiratet. Der Angeklagte, der von seiner Partnerin getrennt wohnte, besuchte diese oft in deren Wohnung in Edemissen. Dort soll es schon nach kurzer Zeit zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, die im April 2016 eskalierten. Der Angeklagte schlug seine Partnerin und drohte ihr massiv.

Der Alkoholkonsum sei Schuld

Vor Gericht gab der Angeklagten an, dass sein erhöhter Alkoholkonsum Auslöser dieser Übergriffe gewesen sei. Ende April 2016 wollte der Angeklagte, dass der Bruder seiner Partnerin diese abhole. Ein Telefonat mit den wütenden Drohungen lag dem Gericht vor. „Hol sie bloß ab, ich will sie nicht mehr sehen“, äußerte der Angeklagte unter anderem darin. Einige Zeit später wollte der Angeklagte seine Partnerin zurückhaben. Das ebenfalls aufgezeichnete Gespräch enthielt erneute Drohungen und Beleidigungen sowie die Forderung nach 10 000 Euro, sollte die Frau nicht zu ihm zurückkehren wollen.

Angeklagter und Zeugen verweigerten Aussagen

Im Laufe der Verhandlung verweigerten der 42-jährige Iraker wie auch die Zeugen ihre Aussagen zum Sachverhalt. Teilweise bestünden auch starke Erinnerungslücken. „Es kann so gewesen sein, ich war betrunken und kann mich nicht mehr an Details erinnern“, äußerte der Angeklagte wiederholt.

Einigung auf Geldstrafe und vorläufige Verfahrenseinstellung

Das Verhalten und die Angaben des Angeklagten und der Zeugen erschwerten die Klärung der Tathergänge erheblich. Richter und Staatsanwaltschaft vermuteten, dass dies auch vor dem Hintergrund passiere, dass sich das streitende Paar zwischenzeitlich untereinander geeinigt hatte. Auch der Umstand, dass die Geschädigte erst rund zehn Monate nach den Vorfällen eine Anzeige erstattet, sorgte dafür, dass man sich schlussendlich auf eine vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 1200 Euro einigte. Sollte der Angeklagte seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen, steht eine vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung und Drohung in Tateinheit mit versuchter Nötigung im Raum, erklärte der Vorsitzende Richter.

Von Eckhard Bruns

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