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Edemissen Fuhse und Erse sollen bis 2027 renaturiert werden
Kreis Peine Edemissen Fuhse und Erse sollen bis 2027 renaturiert werden
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06:00 19.02.2019
Die renaturierte Erse bei Eickenrode nach dem Rückbau der Stauanlage Ohof. Quelle: Unterhaltungsverband
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Kreis Peine

An der Fuhse hat es laut Steffen Hipp, Ingenieur des Unterhaltungsverbands Fuhse-Aue-Erse, im Laufe der Geschichte Eingriffe von Menschenhand gegeben, „die wirtschaftlich und sozial nicht umkehrbar sind“. Bestes Beispiel dafür seien die Mühlen wie zum Beispiel bei Oelerse und Eixe. „Deshalb schafft man es bei der Fuhse nicht, den ökologischen Zustand eines Referenzgewässers zu erreichen.“ Die Wehre an den Mühlen sind und bleiben Hindernisse für die Fische. „Denn die Eigentümer der Mühlen haben alte Staurechte“, erklärt Hipp. Die EU-Wasserrichtlinie lässt allerdings in verschiedenen Fällen Ausnahmen zu.

Die Stauanlage Ohof bei Eickenrode vor dem Rückbau. Quelle: Unternahltungsverband

Ziel ist es, die Gewässer in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. „Das betrifft nicht nur Durchgängigkeit für die Fische, sondern auch die Struktur der Gewässer“, so Hipp. Wechselnde Breite, Tiefe und ein möglichst natürlicher, also nicht nur gerader Verlauf sollen durch die Renaturierungsmaßnahme geschaffen werden. „Für den Verlauf müssen aber entsprechende Flächen vorhanden sein, und die gibt es in den meisten Fällen einfach nicht“, erklärt der Ingenieur. Oftmals seien die Gebiete um die Gewässer in privater Hand oder Straßen in unmittelbarer Nähe, was ein Umlenken von Flüssen unmöglich macht.

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Erfolge entlang der Erse

Erfolge gibt es dennoch zu verbuchen: Entlang der Erse gab es vor einigen Jahren noch 23 Sohlenbauwerke, nun sind es nur noch drei: bei Salzgitter, Wipshausen und Rietze. Die auch heute noch zur Wiesenbewässerung dienende Stauanlage bei Rietze bleibt weiterhin in Betrieb, ist aber zumindest im Winter für Fische durchgängig. Bei der Wipshäuser Stauanlage ist allerdings ein Umbau geplant.

Entlang der gesamten Fuhse gab es einst insgesamt 31 Wehranlagen, Mühlen und weitere Sohlenbauwerke, neun davon wurden mittlerweile zurückgebaut. Weitere sollen in den kommenden Jahren folgen, dazu gehört auch das Kaskadenwehr in Lengede (PAZ berichtete). Zurückgebaut wurden außerdem schon alle sechs verhältnismäßig kleinen Wehranlagen des Schwarzwassers auf dem Gebiet der Gemeinde Edemissen und der Stadt Peine. Hipp fasst zusammen: „Die Durchgängigkeit bei der Erse und Schwarzwasser ist bereits gut, aber bei der Struktur ist noch Luft nach oben.“

Der Unterhaltungsverband

Der Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse, der die Renaturierungsmaßnahme auch im Kreis Peine durchführt, betreut insgesamt 400 Kilometer Gewässerlauf im Gebiet von Celle bis Wolfenbüttel (Norden nach Süden) und Hannover bis Braunschweig (Westen nach Osten). 2017 erfolgte die Fusion der Unterhaltungsverbände Untere und Obere Fuhse sowie Aue-Erse, der Sitz ist in Peine. Neben der ökologischen Verbesserung der Gewässer zählt auch die Sicherstellung des schadlosen Wasserabflusses und Pflege der verbandseigenen Flächen zu den Aufgaben des Verbandes.

Von Dennis Nobbe und Friedrich-Wilhelm Schiller

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