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Edemissen Früherer Edemisser Gemeindedirektor Thees Burfeind gestorben
Kreis Peine Edemissen Früherer Edemisser Gemeindedirektor Thees Burfeind gestorben
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00:18 15.02.2019
Bis vor wenigen Jahren engagierte sich Thees Burfeind in der Literatur-AG des Heimat- und Archivvereins Edemissen. Das Foto zeigt ihn bei einer Lesung im Wipperhof. Quelle: Archiv
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Edemissen

Der frühere Edemisser Gemeindedirektor Thees Burfeind ist am Montag im Alter von 88 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Der gebürtige Hamburger hatte mit 14 Jahren schon zehn Schulwechsel hinter sich. „Ständig war er der Neue und lernte so, sich durchzusetzen“, heißt es in einem PAZ-Artikel.

Kriegsbedingt verschlug es ihn nach Zeven, wo er 1946 die Schule mit dem Realschul-Abschluss verließ, weil das Geld knapp war. Burfeind ging zur Ausbildung in die Stadtverwaltung. Dort wurden die Wurzeln für seine Karriere gelegt. Nach Feierabend griff er zum Akkordeon und machte Tanzmusik, um Mutter und Schwester unterstützen zu können.

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Beruflich ging es steil bergauf

Beruflich ging es 1956 mit der ersten Verwaltungsprüfung in Hildesheim weiter. Vorsitzender der Prüfungskommission war der Peiner Stadtdirektor Dietrich Wilde. Der nahm die beiden leistungsstärksten Prüflinge gleich mit ins alte Rathaus am Markt: Siegfried Menzel und Thees Burfeind.

Nebenbei studierte der Neu-Peiner in Braunschweig und legte sein Verwaltungsdiplom ab. Er lernte, dass es zuweilen möglich ist, menschliche Lösungen zu finden, auch wenn diese juristisch nicht ganz lupenrein sind. Stets legte er auf Bürgernähe größten Wert.

Als Leiter des Hauptamtes hatte er eine glückliche Hand und war als Verbindungsmann der Stadt zu den Freischießen-Korporationen („Chef des Protokolls“) hoch angesehen. Er brachte es bis zum Stadtoberamtsrat und erwarb 1980 die Befähigung für den höheren allgemeinen Verwaltungsdienst.

Mit 54 wurde er Gemeindedirektor

Ungern ließ die Stadt Peine ihn gehen, doch mit 54 Jahren wollte sich Burfeind noch einmal einer Herausforderung stellen. Er bewarb sich um die Position des Gemeindedirektors in Edemissen und wurde unter 35 Mitkandidaten einstimmig gewählt, fünf Jahre später noch einmal.

Dem Freischießen war er bis zuletzt verbunden, daraus entstanden viele Freundschaften. Bis vor wenigen Jahren engagierte er sich in der Literatur-AG des Heimat- und Archivvereins Edemissen. Ein starker Rückhalt war ihm seine Familie. „Wenn Burfeind an seinen beruflichen Weg zurückdenkt, schreibt er einen 50-prozentigen Anteil am Erfolg seiner Frau Hanna zu“, hieß es in einem Artikel zu seinem 70. Geburtstag.

Von Kerstin Wosnitza