Eindringlinge mit Knüppel attackiert: Bewährungsstrafe für Edemisser (70)
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Edemissen Eindringlinge mit Knüppel attackiert: Bewährungsstrafe für Edemisser (70)
Kreis Peine Edemissen Eindringlinge mit Knüppel attackiert: Bewährungsstrafe für Edemisser (70)
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06:00 04.02.2020
Verhandelt wurde am Amtsgericht Peine. Quelle: Archiv
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Edemissen/Peine

Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich am Montag ein 70-jähriger Edemisser vor dem Amtsgericht Peine verantworten. Das Urteil: ein Jahr und zehn Monate Haftstrafe, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden.

Im April des vergangenen Jahres sollen drei Personen unbefugt das Privatgrundstück des Edemissers betreten haben. Sie gaben an, dass sie auf dem großen, eingezäunten Freigelände des Angeklagten ihre mitgebrachten drei Drohnen fliegen lassen wollten. Der Angeklagte habe die Personen bemerkt und sei mit seinem Auto auf sie zugefahren. Er vermutete, dass die Fremden auf seinem Gelände mutwillig etwas beschädigen wollten, gab er an.

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Wütend auf drei Personen losgegangen

„Derartige Vorfälle gab es in der Vergangenheit bereits öfter auf meinen Privatgelände“, sagte der 70-Jährige. Mit einem fast einen Meter langen Holzstiel ging er wütend auf die drei Personen zu und verletzte sie mit mehreren Schlägen unterschiedlich schwer. Der Angeklagte habe dabei die Folgen billigend in Kauf genommen.

Bereits am Folgetag betraten vier andere Personen unbefugt das Privatgelände des Angeklagten. Der 70-Jährige bemerkte die Eindringlinge und fuhr er einen von ihnen leicht mit seinem Auto an. Wieder ging der Angeklagte mit dem Holzknüppel auf die Personen los – einer davon brach er den Mittelhandknochen.

„Es ist sonst nicht meine Art“

Eines der Opfer hatte den Vorfall mit dem Handy gefilmt, die Aufnahmen wurden auch dem Angeklagten gezeigt. „Mir ist die Sache aus dem Ruder gelaufen. Ich fühlte mich infolge des wiederholten Vandalismus bedroht. Das ist sonst nicht meine Art. Ich war von mir selbst überrascht, als ich die Videos gesehen habe“, sagte er.

Der Richter ermahnte den 70-Jährigen: „Sie hätten die Polizei rufen müssen. Ihnen steht nicht das Recht zu, in dieser Form Gewalt auszuüben.“ Die Staatsanwältin sah sich in ihrem Plädoyer durch die Beweisaufnahme und das umfassende Geständnis des Angeklagten in den vorliegenden Anklagepunkten bestätigt. Sie beantragte ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden kann, sowie 2000 Euro Geldstrafe gegen den 70-Jährigen.

Gefährliche Körperverletzung in sieben Fällen

Der Verteidiger bat um eine mildere Bestrafung seines Mandanten. Er hielt ein Jahr und zwei Monate angemessen, da mit den Opfern bereits Gespräche über angemessene Schmerzensgeld-Zahlungen laufen würden. Der Richter sah die gefährliche Körperverletzung in allen sieben Fällen als gegeben an und folgte weitestgehend dem Vorschlag der Staatsanwältin – nur die geforderte Geldstrafe verhängte der Richter nicht. Schmerzensgeld-Zahlungen an die Opfer seien dem Gericht allerdings offenzulegen.

Von Eckhard Bruns