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Edemissen Ehrenamtliche schneidern für Frühchen und Sternenkinder
Kreis Peine Edemissen Ehrenamtliche schneidern für Frühchen und Sternenkinder
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20:48 17.11.2019
Die fleißigen Frauen beim Herzenssache-Nähtreff präsentieren die fertigen Sachen für Sternchen und Frühchen. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Oelerse

Ein respektvoller Start ins Leben und ein würdevoller Abschied: Dafür setzen sich die Mitglieder des Verein Herzenssache ein. Sie nähen, häkeln und stricken Kleidung für Sternenkinder und Frühchen. Ein Vortrag von einem besonderen Fotografen und eine Tombola machten den größten Herzenssache-Nähtreff in Niedersachsen im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Oelerse am Samstag zu einem vollen Erfolg.

„Kleidung für Frühchen ist absolute Mangelware“, weiß Nicole Lahmann vom Verein, „deswegen ist unsere ehrenamtliche Arbeit so wichtig.“ So verhält es sich auch mit Kleidung für Sternchen. Wenn Babys noch vor der Geburt, oder kurz danach versterben, werden sie als Sternenkinder bezeichnet. „Für die Sternchen etwas zu machen hat etwas mit Würde zu tun“, so Lahmann. Oft sind es kleine Moseskörbchen, Decken oder Schlafsäcke, in die die Sternenkinder gebettet werden, damit Eltern Abschied nehmen können.

Erinnerungen schaffen

„Je jünger die Sternchen und Frühchen sind, desto kleiner sind die Dinge, die gebraucht werden. Wir sorgen dafür, dass Krankenhäuser mit den genähten und gestrickten Sachen versorgt werden“, betont Vereinsmitglied Nicole Weber. Oftmals ist ein Schlafsack für Sternenkinder nicht größer als die Handfläche eines Erwachsenen. „Die Babys in angemessene Kleidung oder Decken zu betten ist einfach respektvoll“, so Weber.

Mit Würde und Respekt arbeitet auch Martin Menzel. Er ist ehrenamtlicher Sternenkind-Fotograf vom Dein-Sternenkind-Verein und war beim Nähtreff dabei, um von seiner Arbeit zu erzählen. Wenn Eltern erfahren, dass sie ihre Babys verlieren werden, können sie sich beim Verein melden, um Erinnerungsfotos machen zu lassen. „Viele betroffene Eltern entscheiden sich dazu“, so Menzel, „denn die Bilder sind oft die einzigen handfesten Erinnerungsstücke an ihre Kinder.“

von links: Die Koordinatorinnen Nicole Lahmann und Nicole Weber mit Sternenkind-Fotograf Martin Menzel. Quelle: Mara-Ann Meeuw

Ein persönliches Erlebnis hat den zweifachen Vater dazu bewogen, Sternenkind-Fotograf zu werden. „In einer Schwangerschaft ist der Grat zwischen ,alles ist gut’ und ,alles ist schrecklich’ sehr schmal. Wir hatten großes Glück“, sagte Menzel. Den Familien, die nicht so viel Glück haben, möchte er mit seinen Fotografien Trost und Kraft spenden. „Wenn ich zu einem Einsatz komme, ist es immer wieder unglaublich, mit wie viel Liebe die Räume trotz der Trauer gefüllt sind.“

Zusammenhalt und ein gutes Werk

Während das DGH mit ehrfürchtiger Stille gefüllt war, erzählte Menzel die Geschichte einer tapferen Familie, die sich nach dem Verlust ihrer Tochter für die öffentliche Aufklärung einsetzt. „Ich habe diese Familie vom Anfang bis zum Ende begleitet“, so der Fotograf, „und die Emotionen haben mich auch getroffen, aber der Zusammenhalt unserer Fotografengemeinschaft und die Liebe dieser Eltern für ihr Kind hilft, alles zu verarbeiten.“ Das für ihn bedeutendste an seiner Arbeit? „Erinnerungen zu schaffen. Und dass man für irdische Probleme nicht mehr anfällig ist, wenn man diese Dinge erlebt.“

Die Frauen beim Nähtreff arbeiteten nach dem Vortrag fleißig weiter, damit jedes Sternchen und jedes Frühchen versorgt werden kann. Eine Tombola mit zahlreichen Preisen verschönerte den Nachmittag noch mehr. Besonders bemerkenswert: Der Drei-Generationen-Tisch mit Elke Ehrich (74), ihrer Tochter Nicole Föhring (49) und Enkelin Merle Föhring (20). „Wir haben gemeinsam Spaß beim Nähen und Häkeln und vollbringen dabei noch ein gutes Werk.“

Drei Generationen tun ein gutes Werk: Merle Föhring (20, links), Mutter Nicole Föhring (49, Mitte) und Großmutter Elke Ehrich (74, links). Quelle: Mara-Ann Meeuw
Beim Nähtreff in Oelerse arbeiteten fleißige Frauen vom Verein Herzenssache wieder daran, Sternchen und Frühchen mit handgemachter Kleidung zu versorgen. Einen besonderen Vortrag lieferte Sternenind-Fotograf Martin Menzel.

Von Mara-Ann Meeuw

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