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Edemissen Wasserkontingente für Beregnung der Felder sind ausgeschöpft
Kreis Peine Edemissen Wasserkontingente für Beregnung der Felder sind ausgeschöpft
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00:21 28.04.2019
Die Feldberegnung hat im Peiner Nordkreis eine große Bedeutung für die Landwirtschaft. Quelle: Archiv
Nordkreis Peine

Grundwasser steht nicht unbegrenzt zur Verfügung, und nach dem Dürre-Sommer 2018 und der derzeitigen Trockenheit wird im Peiner Nordkreis und auch in angrenzenden Regionen das Wasser für die Feldberegnung knapp.

Landkreis erteilt Erlaubnisse

Das bestätigt Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine. „Den Landwirten stehen keine unbegrenzten Wassermengen zur Verfügung. Wie viel sie verregnen dürfen, ergibt sich aus den jeweiligen wasserrechtlichen Erlaubnissen, die der Landkreis Peine als untere Wasserbehörde jeweils auf Antrag erteilt“, erklärt Laaß. Nach der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer und den fehlenden Niederschlägen auch in diesem Jahr sind die Kontingente erschöpft. Letztlich geht es auch darum, sicherzustellen, dass ausreichend Trinkwasser vorhanden ist.

Feste Vorgaben

Bei der Bewilligung der Wassermenge für die Feldberegnung hat die Behörde Maßgaben, nach denen sie sich richten muss. Es seien laut Laaß Vorgaben des Bundes nach dem Wasserhaushaltsgesetz und des Landes, festgehalten im Niedersächsischen Wassergesetz, zu berücksichtigen. In den Genehmigungsverfahren würden zusätzlich Landesfachbehörden beteiligt.

Betroffen ist nach Laaß übrigens nicht nur der Landkreis Peine. Insbesondere überall dort, wo die Böden sehr sandig sind und nur wenig Feuchtigkeit speichern können, gibt es dasselbe Problem. Das bestätigte Sabine Schlemmer-Kaune, Sprecherin des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. „An das Ministerium wurde von mehreren Stellen herangetragen, dass die Entnahmekontingente für die Feldberegnung ausgeschöpft sind. Diese Situation ist neu, und es muss geregelt werden, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist“, sagt sie.

Ein entsprechender Erlass sei in Arbeit. Den unteren Wasserbehörden solle die Möglichkeit gegeben werden, die Zehn-Jahres-Regel für die Wasserentnahmemenge auf 15 Jahre zu verlängern, um den Handlungsspielraum zu verbessern. Die jährliche durchschnittliche Entnahmemenge und das jährliche Maximum gelten aber weiter.

Die Feldberegnung

Im Landkreis Peine sind die Landwirte regional überwiegend in Beregnungsverbänden organisiert, die jeweils als Antragsteller und Wasserrechtsinhaber auftreten und dafür sorgen, dass mit den zur Verfügung stehenden Wassermengen bedarfsgerecht und sparsam gewirtschaftet wird. Dabei gilt es, die maximale Wassermenge pro Jahr (im Schnitt 80 Liter pro Quadratmeter) und die mittlere Wassermenge über zehn Jahre im Blick zu behalten. Die Beregnungsverbände wiederum haben einen Dachverband, der den Gesamtüberblick über alle Entwicklungen hat. „Insbesondere das Management der im Mittel zur Verfügung stehenden Wassermengen liegt bei den Beregnungsverbänden. Dabei geht es auch um den Anbau geeigneter, standortgerechter Feldfrüchte und den Risikofaktor Klima“, erklärt Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine. Es liege also in der Regie der Landwirtschaft, angesichts einer drohenden vollständigen Ausnutzung der im Mittel zur Verfügung stehenden Wassermengen rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. So könnten zum Beispiel Feldfrüchte mit geringerem Wasserbedarf angebaut werden.

Landwirt: „Info kam zu spät!“

Jürgen Hacke ist Landwirt in Wehnsen und damit von der Beregnungs-Problematik unmittelbar betroffen. Er baut Kartoffeln, Zuckerrüben, Braugerste, Mais und Roggen an.

Vor Ostern habe es für zwei Verbände im Landkreis Peine zunächst geheißen, sie dürften gar nicht mehr beregnen. „Das ist natürlich eine Katastrophe für die Landwirte“, sagt er. Man habe sich aber darauf geeinigt, dass bis auf Weiteres Wasser in ausreichender Menge auf die Felder gebracht werden darf.

Felder waren schon bestellt

„Das Problem ist gar nicht die Kürzung an sich, sondern der Zeitpunkt der Bekanntgabe“, macht er deutlich. Die Landwirte hätten da schon ihre Felder bestellt und nicht mehr reagieren können. Die Einschränkung der Beregnung habe große Auswirkungen auf die Kostenkalkulation und das Nährstoffmanagement, also die Düngung.

„Wäre die Information vorher gekommen, hätte man die Anbaufläche reduzieren und die Beregnung konzentrieren können“, erklärt der Landwirt. Bei der Düngung sei man davon ausgegangen, dass die Pflanze eine bestimmte Nährstoffmenge benötigt. Wenn sie zu wenig Wasser bekommt, bleibt sie kleiner und nimmt weniger Dünger auf. „Dann passt aber die Bilanz nicht und ich verstoße zwangsläufig gegen die Düngeverordnung“, zeigt Hacke ein Dilemma auf, das er nicht lösen kann.

Erinnerungen an 1959

Er selbst kann sich an eine vergleichbare Situation nicht erinnern, wohl aber sein Vater Klaus-Jürgen Hacke: Dieser spreche in diesen Tagen häufig über den Sommer des Jahres 1959, der ebenfalls extrem trocken war und eine totale Missernte zur Folge hatte. „Damals gab es aber noch gar keine Feldberegnung“, erklärt der Sohn.

Von Kerstin Wosnitza

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