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Edemissen Party für Geflüchtete: Gäste knüpfen neue Kontakte
Kreis Peine Edemissen Party für Geflüchtete: Gäste knüpfen neue Kontakte
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05:28 20.06.2019
Beim Sommerfest für Geflüchtete in der Gemeinde Edemissen gab es unter anderem ein internationales Büfett.
Beim Sommerfest für Geflüchtete in der Gemeinde Edemissen gab es unter anderem ein internationales Büfett. Quelle: Mara-Ann Meeuw
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Edemissen

Wer Gutes tut, bekommt Gutes zurück. Das beweist die Gemeinde Edemissen, die bereits zum dritten Mal ein Fest für Geflüchtete, Ehrenamtliche, Freunde und Verwandte veranstaltet hat. Für die Kinder gab es Zuckerwatte, eine Hüpfburg und eine Schminkstation. Die Planung übernahm die Integrationsbeauftragte Marleen Zimmermann. Sie betreut zur Zeit etwa 120 Menschen, die nach Deutschland fliehen mussten und nun hier eine Heimat gefunden haben.

Gelegenheit, Freunde zu finden

„Es war am Anfang eine spontane Idee. Uns war es wichtig, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und allen, die neu hierher kommen, wenigstens einmal zu zeigen, dass sie nicht allein sind”, sagte Zimmermann. Viele der Geflüchteten haben auf diesen Festen neue Bekanntschaften geschlossen und Freunde gefunden. Neben Zimmermann und ihren Schützlingen, für die sie eine helfende Hand und Ansprechpartnerin ist, kamen viele Gäste zu dem Fest.

So auch Frank Keipert, der Familien betreut und auch Sprachkurse gibt. „Wir unterrichten unsere Schüler interaktiv mit Händen und Füßen, nicht mit Vokabeln an einer Tafel. Man soll das Wort ja mit einer Tat oder Sache verbinden können, das bringt viel mehr.”

Sprache ist Schlüssel zur Integration

Rosemarie Deyerling, die ebenfalls ehrenamtlich tätig ist, stimmt zu: „Die erste Hürde ist die Sprachbarriere. Wenn die überwunden ist, können die Menschen lernen, sich in einer anderen Kultur einzubringen und zurecht zu kommen. Mich freut es vor allem, dass die Frauen hier sehen, dass sie mehr Möglichkeiten und Rechte haben. Das wollen sie natürlich nutzen.”

Es habe aber auch negative Erfahrungen gegeben, so Frank Keipert weiter – vor allem wenn Menschen sich weigern, sich zu integrieren oder kulturelle Eigenarten abzuändern. „Die Tendenz ist jedoch positiv, und die Kinder sind immer ein Lichtblick”, betont er.

Große Gastfreundlichkeit

„Die Kinder gehen mit Begeisterung in die Schule, und alle Familien sind so gastfreundlich. Die Ehrenamtlichen machen mit den Frauen gemeinsame Koch- und Backkurse, die sich großer Beliebtheit erfreuen”, freut sich Sarah Kassel, Sachbearbeiterin der Gemeinde Edemissen.

Ihr Können stellten die Damen für das Fest mit einem interkulturellen Büfett unter Beweis, auf dem man syrische, irakische und libanesische Leckereien fand. Eine dieser Frauen war Intisar Aldokhi (37), die seit zwei Jahren mit ihrem Mann Alaa Algabri und ihren zwei Kindern in Edemissen lebt. Sie war in ihrer Heimat Irak Grundschullehrerin, er Journalist. „Es ist schade, dass ich nicht als Lehrerin arbeiten darf”, meinte Aldokhi, die hofft, dass sie das tun darf, wenn ihr Deutsch noch besser wird.

Geflüchtete wollen nicht zu Hause sitzen

Ihr Mann ist derselben Meinung: „Wir wollen nicht nur zu Hause sitzen, wir wollen wieder etwas tun. Ich spreche neben Deutsch noch drei andere Sprachen. Ich könnte bestimmt gute Artikel schreiben. Aber leider darf ich nicht.” Beide vermissen ihre Arbeit und lernen fleißig Deutsch, damit ihre Abschlüsse und Berufe hier anerkannt werden können. Bis dahin möchte Algabri als Busfahrer tätig sein.

Von Mara-Ann Meeuws