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Edemissen Von der Rottekuhle zum Landschaftsschutzgebiet
Kreis Peine Edemissen Von der Rottekuhle zum Landschaftsschutzgebiet
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09:00 24.11.2019
Das Landschaftsschutzgebiet nördlich von Plockhorst. Quelle: Silke Freund
Plockhorst

In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Beiträge aus der Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Silke Freund aus Plockhost. Sie hat sich mit der Geschichte des heutigen Landschaftsschutzgebiets und der Fischteiche bei Plockhorst beschäftigt.

Wo heute nördlich von Plockhorst die Fischteiche liegen, befanden sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Rottekuhlen des Dorfs. In diesen wurde geernteter Flachs für mehrere Tage bis Wochen ins Wasser gelegt und so fermentiert. Dieser „Verrottungsprozess“ war nötig, um die spinnbaren Flachsfasern nutzen zu können.

Das Gelände bei Plockhorst war feucht und sumpfig, zwei Quellen versorgten die Tümpel mit Wasser, das anschließend über Gräben in die Erse mündete. Dieses Gebiet, die sogenannten Bornwiesen, gehörte allen Bauern gemeinsam, sie gehörten zum Gemeindegut, und jeder hatte seine eigene Rottekuhle. Auch Flachsfelder gab es in der Umgebung von Plockhorst: „Die Flachs-Verarbeitung war jahrhundertelang zentraler Punkt des bäuerlichen Lebens“, weiß Freund.

Fischteiche wurden 1901 angelegt

Mitte des 19. Jahrhunderts verloren die Rottekuhlen, auch als Flachsrotten bekannt, ihre Bedeutung. Kleidung konnte maschinell hergestellt werden, die Bauern konzentrierten sich mehr auf die Nahrungsmittelproduktion. Lange Jahre blieb das Gelände bei Plockhorst ungenutzt. 1901 griff die Gemeinde Plockhorst die Idee eines Lehrers auf, an entsprechender Stelle einen Fischteich anzulegen. Die ganze Anlage, aufgeteilt in drei Teiche mit Brutteich und Verbindungsgraben, sollte 1000 Mark kosten. Allerdings war das der Gemeinde zu teuer, weshalb der Brutteich letztendlich doch nicht angelegt wurde.

Bis zum Jahr 1943 machte der Teich eine unschöne Entwicklung durch. Er war zugewachsen und ungepflegt. Dann übernahm Johannes Höper senior den östlich gelegenen Teich, baggerte ihn aus und setzte neue Karpfen aus. „Bis 1970 war daraus eine schöne Anlage mit mehreren Teichen geworden, die auch Spaziergänger gern aufsuchten“, so die Ortsheimatpflegerin. Zudem lebt auch heute noch der seltene Nördliche Kammmolch in dem großen Areal, das nicht zuletzt deswegen seit 1978 ein Landschaftsschutzgebiet ist.

Es zieht sich nördlich von Plockhorst bis zur Erse und schließt damit an das Schutzgebiet Erseaue an, das sich vom Zweidorfer Holz am nördlichen Rand des Landkreises bis in die Region Hannover hineinzieht. 2005 wurde der Bereich als FFH-Gebiet „Kammermolch-Biotop Plockhorst“ an die EU gemeldet. FFH steht für Flora Fauna und Habitate, es handelt sich um spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Pflanzenschutz. Auf den als Bornwiesen bekannten Flächen grasen heute Hochlandrinder, die mit den Molchen in Einklang leben.

Von Dennis Nobbe

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